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opal oder cristobalit

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rheinkiesel:
Hallo zusammen  :D


"Opal ist eine Ansammlung von Cristobalit- Kügelchen, zwischen denen Wasser eingelagert ist."

- so steht´s im Lexikon.

Das verwirrt mich jetzt doch ein bißchen... ??? Ich war bisher immer der Meinung, daß Opal - amorph und Cristobalit - kristallin zwei verschiedene Mineralien sind.

Ich habe jetzt gelesen, daß die Farbeffekte des Edelopals von Cristobalit-Kugeln im Opal hervorgerufen werden, aber ich habe das eher so verstanden, daß der Edelopal als ein - ähm - Gemisch (???) von Opal und Cristobalit anzusehen ist...

Kann mich da mal jemand aufklären ?

Viele Grüße
Cordula


Axinit:
Hallo Cordula,

ich hoffe, dass Dir nachstehende Informationen (entnommen aus Roempp's Chemielexikon) ein wenig weiterhelfen.

GA

Axinit




Opal

Fachgebiet Chemie, Unterthema Mineralogie, Geochemie

 
 

SiO2 · nH2O, eingetrocknete, oft stark verunreinigte Kieselgele, deren Wassergehalt gewöhnlich zwischen 1 u. 10 Gew.-% schwankt. H. 5,5–6,5, D. 1,98–2,2; farblos, milchweiß, oft durch Beimengungen gefärbt, häufig mit buntem Farbenspiel (Opalisieren); durchsichtig bis undurchsichtig, glas- bis wachsartiger Glanz, muscheliger Bruch, spaltet beim Erhitzen Wasser ab. O., die man austrocknen läßt, neigen zur Bildung von Rissen u. Sprüngen.

Struktur:
Je nach dem Verhalten bei den Untersuchungen mit Röntgenstrahlen lassen sich verschiedene O.-Typen unterscheiden [1,2]: O.-A ist gelartig amorph; er wird unterteilt in O.-AN (Glasopal, Hyalit) u. O.-AG (Edel-O. u. Potch-O., s. unten). O.-CT besteht aus Wechsellagerungen von mehr od. weniger unregelmäßig gestapelten Schichten von Cristobalit u. Tridymit [3-5]. O.-C besteht aus stark fehlgeordnetem Tief-Cristobalit mit Anteilen von Tridymit-Stapelungen [4]. Elektronenmikroskop. Untersuchungen [6] haben gezeigt, daß die röntgenamorphen O. (O.-AG) aus schalig aufgebauten Kieselgel-Kügelchen mit Durchmessern von 150–400 nm aufgebaut sind. Bei Edel-O. sind die Kügelchen gleich groß; die Hohlräume dazwischen sind mit Luft, Wasser [7] od. etwas Kieselgel-Zement gefüllt. Das bunte Farbenspiel kommt durch Beugung, Streuung u. Reflexion des einfallenden Lichtes an den Kügelchen u. den dazwischen befindlichen Hohlraum-Füllungen zustande [8]. Bei dem grauen bis weißen Potch-O. sind die Kieselgel-Kügelchen uneinheitlich groß u. unregelmäßig geordnet u./od. die Hohlräume sind vollständig mit Kieselgel gefüllt. Wegen des makroskop. Aufbaus von Edel-O. aus Körnern von ≤1 mm bis zu mehreren mm Durchmesser zeigt sich die Oberfläche als Farbmosaik. An den Korngrenzen können sich Verunreinigungen wie −Si−OH (Silanol-Gruppe), Fe3+, Al3+, Ti3+ u. mit diesen verbundene Defekt-Zentren befinden [9].

Varietäten: Der als Schmuckstein geschätzte Edel-O. tritt in mehreren Abarten auf, z.B. Heller O. (Weißer O., weiße od. weißliche Grundfarbe; v.a. von Südaustralien u. Brasilien), Schwarz-O. (tiefschwarze Körperfarbe; von Australien u. Mexiko), Boulder-O. (von Queensland/Australien; mit kräftigem Farbenspiel), Jelly-O. (heller durchsichtiger O. mit verschwommenem Farbenspiel), Hydrophan (Milch-O., überwiegend durchscheinend u. von milchiger Erscheinung) u. Mexiko-O. (einschließlich dem roten bis bernsteinfarbigen, auch in der Türkei u. Brasilien vorkommenden Feuer-O.). O. ohne Farbenspiel wird allg. als Gemeiner O. bezeichnet. Synthet. O. werden in Frankreich ("Gilson-O."), Japan ("Inamori-O."), Rußland u. China hergestellt; dazu u. zu O.-Imitationen (z.B. aus Plastik u. Glas) u. zu "zusammengesetzten O." (Dubletten, Tripletten) s. Weise (Lit.); zur Behandlung von O. (Regenerieren, Färben, Imprägnieren) siehe Literatur [10].

Vorkommen:
Oft zusammen mit Chalcedon. In vulkan. Gesteinen, z.B. in Czervenica/Slowakei, Mexiko, Honduras, Java, Kaiserstuhl/Baden (Hyalit). In Sedimenten, z.B. in Bentoniten u. Kieselgur; in Sandsteinen (z.B. Australien). O. ist Bestandteil der Schalen vieler Kieselsäuren-abscheidender Organismen u. tritt auch als Versteinerungsmittel auf.
 

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Übersetzungen:
E opal
F opale
I opale
S ópalo
   
 

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Literatur: 
[1]  J. Geol. Soc. Austr. 18, 57–67 (1971).
[2]  Neues Jahrb. Mineral., Abh. 163, 19–42 (1991).
[3]  Phys. Chem. Miner. 21, 166–175 (1994).
[4]  Am. Mineral. 80, 869–872 (1995).
[5]  Clays Clay Miner. 44, 492–500 (1996).
[6]  Nature (London) 204, 990f. (1964); Z. Dtsch. Gemmol. Ges. 39, 211–223 (1990).
[7]  Fortschr. Mineral. 52, 17–51 (1974).
[8]  Lapis 13, Nr. 2, 15–30 (1988).
[9]  Phys. Chem. Miner. 24, 131–138 (1997).
[10]  Z. Dtsch. Gemmol. Ges. 45, 129–133 (1996).
Eckert, Opals, New York: Wiley 1997
Eppler, Praktische Gemmologie (5.), S. 294–305, Stuttgart: Rühle-Diebener 1994
Rykart, Quarz-Monographie (2.), S. 408–416, Thun: Ott 1995
Weise (Hrsg.), Opal (extraLapis No. 10), München: C. Weise 1996.
 

Collector:
Hallo axinit

wenn man allgemein von Opal spricht, handelt es sich ja um ein gelartiges, amoprphes, jedoch festes Hydrogel mit sehr wechselndem Wassergehalt.

Nun wird ja auch der Opal -C und Opal -CT erwähnt ( Wechsellagerungen der Quarz-Hoch- und Tiefmodifikationen Cristobalit und Tridymit ). ( bzw., aus der Zusatzinformation / ohne Quellenangabe / in unserem Atlas verstehe ich, daß Opal grundsätzlich Cristobalit / Tridymit-Kügelchen enthält.)

Fragen

1. Sind alle Opale aus Kieselsäure plus Cristobalit / Tridymit aufgebaut ? (O-C und O-CT)
2. Sind dies alpha (tief) oder beta (hoch)-Temperaturmodifikationen ?
3. Wie kommen diese Tief-/Hochtemperaturformen wechselgelagert  in das feste Hydrogel ?
4. O-AG sind Edelopale, also nicht O-C oder O-CT. Enthalten Edelopale auch C oder T ?
5. Kommt das Farbenspiel ( Opaleszenz) durch Beugung /Streuung/Reflektion des einfallendes Lichts an den Kieselgel-Kügelchen oder an Cristobalit/Tridymit-Kügelchen vor ?
6. in wikipedia steht unter Opal, daß das Opalisieren vordergründig von dem eingeschlossenen Wasser hervorgerufen wird; einer der Gründe, daß Opal-Tripletten durch eine Quarz-Scheibe abgedeckt werden, um den Opal vor dem Austrocknen zu schützen und somit einem verlust des "Farbenspiels" vorzubeugen ).

Was ist hier richtig und was nicht ?

gruß

collector






loparit:

--- Zitat von: Collector am 17 Jan 06, 12:26 ---wenn man allgemein von Opal spricht, handelt es sich ja um ein gelartiges, amoprphes, jedoch festes Hydrogel mit sehr wechselndem Wassergehalt.

6. in wikipedia steht unter Opal, daß das Opalisieren vordergründig von dem eingeschlossenen Wasser hervorgerufen wird; .....
Was ist hier richtig und was nicht ?

--- Ende Zitat ---

So ist mir das auch bekannt. Deshalb soll man Opal auch hin und wieder in Wasser legen und keinesfalls in Lauge, also beim Spülen den Opalring ausziehen.

gruß loparit

Krizu:
Hallo,

in dem hier im Forum angesprochenem Vorlesungsscript ist eine REM-Abbildugn einer Bruchfläche von Opal.
Kleiner Kugeln in einer Drichtestpackung. Die Zwickel lassen Platz für Wasser.

Guter Kompromiß, oder?  8)

MFG

Frank

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