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Brennende Halde

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flor:
Hallo,

ich wohne im Ruhrgebiet nähe der ehemaligen Zeche Asltaden. Diese hatte eine "brennende" Halde, welche von Schiffen über die Ruhr abtransportiert wurde, da sie die Luft sehr verschmutzte (selbst beim Abtransport der Halde brannte ein Schiff ab). Die Halde hatte ein teils rötliches Gestein.
Andere Kohlehalden hingegen brennen und "stinken" überhaupt nicht (z.B. Halde Haniel in Bottrop). Das Gestein ist dort größtenteils schwarz.
Mich würde sehr interessieren, warum manche Halden brennen und andere gar nicht und was an ihnen überhaupt brennt. Konnte bisher keine Antwort finden. Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.
Vielen Dank

giantcrystal:
Es brennt grundsätzlich der Kohlenanteil. Und der ist in einer Halde halt recht unterschiedlich. Weitere brandregelnde Faktoren ist der Gehalt an Pyrit / Markasit im Gestein (neigt zur Selbstentzündung), der Inkohlungsgrad der Kohle = ihr relativer C - H - O - Gehalt sowie letzthin auch der Durchfeuchtungsgrad im Gestein und die Dichte des Haldenaufbaus. Je lockerer die Haldensubstanz gepackt wird , desto mehr Sauerstoff kann zutreten und den Brand fördern.

Du siehst, eine ziemlich komplexe Angelegenheit

Glück Auf

Thomas

geomueller:
Hallo,

was giantcrystal berichtet hat kann ich nur bestätigen und noch folgendes hinzufügen. Es sind nicht nur Halden aus dem Steinkohlenbergbau die brennen, auch einige Halden aus dem Uranerzbergbau um Ronneburg haben gebrannt (siehe auch Lapis 7/8 1998). Hier war der hohe Anteil an Pyrit/Markasit sowie der bis zu 5 % hohe Kohlenstoffanteil der silurischen Schiefer der Auslöser.

Übrigens die Halden des ehemaligen Steinkohlenbergbaues in Zwickau/Sa. brennen teilweise auch noch!

Gruß Jürgen

bardenoki:
Hallo zusammen,

hier im Aachener Raum gibt es in Alsdorf auch zwei Halden, die "brennen".  Die inneren Schwelbrände
auf der Anna 1 sind so stark, dass ein großer Teil des Plateaus wegen der Einbruchgefahr extra durch
einen recht massiven Zaun abgetrennt ist.

Ich hab' mal gehört, dass die Selbstentzündung durch den enormen Druck innerhalb der Halde ausgelöst werden kann,
aber ggf. auch durch "unvorsichtige" Ascheabkippungenvon der meist den Zechen angegliederten Kokereien.

Das rötliche Gestein wird der gebrannte Tonstein sein. Hier in Alsdorf liegen einige recht mächtige Exemplare
von zusammengebackenen gebrannten Brocken am Fuß der Halde aufgetürmt. Sie wurden aus dem schwelenden Teil der
Halde herausgeholt.

Schönen Gruß

Norbert

der Sauerländer:
Hi

Sind Raucher unter euch? Ja?

Dann ist der Steinbruch Lanwehr bei Müschede genau der richtige Fundort für euch.

Kohle ist nun wirklich nicht nötig. Im Lanwehr wird Kulmplattenkalk abgebaut mit reichlich Alaunschiefer. Sprich....Pyrit/Markasit.

Ein Kollege war neulich da und meint, er hätte mindestens vier Päckchen Kippen gespart. Für mich is das nix :-X 8)

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