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Autor Thema: Welche Mineralien dürfen nicht dem Tageslicht ausgesetzt werden?  (Gelesen 8491 mal)

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Offline Stonebrother

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Hallo Jäger und Sammler,

Ich habe hier eine Realgarstufe aus Rumänien, deren Kristalle mittlerweile orange pulverig geworden sind.
Das ist natürlich sehr ärgerlich aber leider nicht mehr zu ändern. >:(

Meine Frage an die Profis ist: Welche Mineralien dürfen nicht dem Tageslicht ausgesetzt werden.

Von Vanadinit weiß ich z. B., das die Kristalle braun werden.
Amethyst darf nicht der UV Strahlung ausgesetzt werden, da sonst die Kristalle die violette Färbung verlieren.
Um weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, währe mal interessant zu wissen, welche Mineralien noch lichtempfindlich sind.

Bis denne - Stefan

Offline Schluchti

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Naja auf Anhieb fallen mir da neben Realgar ein:

-die Rotgüldigerze (Proustit/Pyrargyrit) - die laufen schwarz an, weil sich eine oberflächliche  Silberschicht bildet

-manche blaue Fluorite (z.B. von der Blanchard Mine und aus Freiberg) bleichen aus, wenn man sie länger dem Tageslicht aussetzt

Offline berthold

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Hallo,

ja, aber es sind noch viele weitere Mineralien, die da Probleme bereiten können. Schau mal im Lexikon

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Licht

da steht eine umfangreiche Liste drinnen.

Gruß

Berthold

Offline Hg

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damit dürfte die Frage nach lichtempfindlichen Mineralien geklärt sein  ;D
Wenn ich mir aber die Liste so durchlese, bin ich schon ein wenig überrascht.
Von Realgar und den Silbersulfiden wusste ich, dass sie lichtempfindlich sind und mir wurde auch auf diversen Börsen gesagt,
dass Topas ausbleichen und Cinnabarit schwarz werden kann. Aber was passiert mit Krokoit oder Vivianit  :o ???
Gruß
Hg

Offline Schweizer Strahler

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Auch viele Fluorite verlieren im Licht ihre Farbe. Besonders bei rosa Fluoriten aus dem alpinen Raum ist das der Fall.
Deshalb habe ich mich leider nicht getraut meine beiden in die Vitrine zu stellen.  :-\
Auch von den grünen Fluoriten aus dem Gibelbach bei Fiesch, Wallis, weiß ich sicher, dass sie ihre Farbe verlieren und immer heller werden.

Gruß Dominik
« Letzte Änderung: 01 Feb 06, 15:53 von Schweizer Strahler »

Offline Axinit

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damit dürfte die Frage nach lichtempfindlichen Mineralien geklärt sein  ;D
Wenn ich mir aber die Liste so durchlese, bin ich schon ein wenig überrascht.
Von Realgar und den Silbersulfiden wusste ich, dass sie lichtempfindlich sind und mir wurde auch auf diversen Börsen gesagt,
dass Topas ausbleichen und Cinnabarit schwarz werden kann. Aber was passiert mit Krokoit oder Vivianit  :o ???
Gruß
Hg

Die Liste der lichtempfindlichen Minerale hat mich auch ein wenig ueberrascht (man lernt halt nie aus ...).

Ich koennte mir allerdings vorstellen, dass im Fall von Vivianit die ueblicherweise auftretende Verfaerbung (von farblos oder weiss nach dunkelblau) einfach durch Oxidation von zweiwertigem Eisen zu dreiwertigem Eisen in der Umgebungsatmosphaere erfolgt. Dies hat nichts mit einer lichtinduzierten Umwandlung zu tun.

Chromate wurden in den Anfangszeiten der Photographie (aehnlich wie verschiedene Eisensalze) wegen ihrer Lichtempfindlichkeit (!) an Stelle von Silbersalzen benutzt (letztlich haben sich aber doch die Silbersalze in der Photographie durchgesetzt).
Synthetisches Bleichromat wurde (und wird vielleicht immer noch ?) als Farbpigment verwendet, dunkelt allerdings an der Luft nach (dies kommt moeglicherweise von einer Reaktion des Chroms mit Spuren von Schwefelwasserstoff).

Also koennte es schon sein, dass Krokoite mit Vorsicht aufzubewahren sind - wenn nicht das Licht an Farbaenderungen schuld ist, sind es moeglicherweise Spurengase wie Schwefelwasserstoff die auch beim Stoffwechsel eines Mineraliensammlers entstehen.

Fazit: Krokoite wegpacken UND haeufig lueften  ;)

GA

Axinit



Pyrop

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Auch Amethyste verschiedener Lokalitäten verlieren die farbe...sie werden dann graubraun....

Offline Schluchti

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Die Liste ist erstaunlich. Was passiert mit schnödem Chalkopyrit/Kupferkies?

Offline Stonebrother

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Wenn man das so liest, wird einem ja Angst und Bange  :o
Theoretisch müsste ich meine Vitrine in den Keller schaffen, damit meine Schätzchen kein Tageslicht abbekommen.

Pyrop

  • Gast
Ich hab in den letzten Tagen mal nach verändeerungen bei meinen Schätzen geschaut...da sit mir bei einer Antimonitstufe aufgefallen das der Glanz weg ist und die Farbe matt und nachgedunkelt...bei näherem hinsehen ist mir aufgefallen das eine dünne grauschschwarze metallische Patina dafür verantwortlich ist....wie reinigt man sowas?

Offline montanpark

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@pyrop
Antimonit bekommt man mit verdünnter Kali- oder Natronlauge wieder schön glänzend .. die übliche Vorsicht vorausgesetzt und immer erst an einem kleinen Stück testen. Ich hab sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Erst lange wässern (damit in Risse etc. keine Lauge reinkommt) dann kurz (1 bis 2 Minuten) in 5 % Lauge, danach gründlich abspülen unter einem Brausestrahl (wenn die Kristalle es zulassen) und dann wieder lange wässern .. sonst gibts gelbliche Ausblügungen von Sb-Oxichloriden.

Just try it

Grüße
Roger

Pyrop

  • Gast
Werd ich mal probieren!

Offline Axinit

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Hallo Roger,

hoert sich gut an, werde ich auch mal ausprobieren. Ich verstehe allerdings nicht, wie Du ausgehend von Antimonit nach Alkali-Behandlung und Waessern Sb-Oxychloride produzieren kannst ?

GA

Axinit


Antimonit bekommt man mit verdünnter Kali- oder Natronlauge wieder schön glänzend .. die übliche Vorsicht vorausgesetzt und immer erst an einem kleinen Stück testen. Ich hab sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Erst lange wässern (damit in Risse etc. keine Lauge reinkommt) dann kurz (1 bis 2 Minuten) in 5 % Lauge, danach gründlich abspülen unter einem Brausestrahl (wenn die Kristalle es zulassen) und dann wieder lange wässern .. sonst gibts gelbliche Ausblügungen von Sb-Oxichloriden.

Just try it

Grüße
Roger

Offline montanpark

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das zeug ist bei mir auf stufen entstanden, bei denen ich kein aqua dest zum ansetzen der lauge genommen habe .. der chloridanteil im leitungswasser ist da ausreichend. (wir haben das zeug seinerzeit mal analysiert) ... da bilden sich gerne aber auch noch andere fiese gelbliche verbindungen, wenn man nicht genug wässert

grüße
Roger

Pyrop

  • Gast
und jetzt nochmal en Kommentar von mir zum Thema.....Cöelestin (blauer) von einigen Polnischen Fundorten verblasst wenn er längere Zeit intensivemUV Licht aussgesetzt wird...ebenso Dioptas von Kasachischen Fundorten

 

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