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Autor Thema: Radioaktivität von Fergusonit-(Y)  (Gelesen 4114 mal)

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Offline ThSteier

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Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
« am: 11 Feb 06, 16:33 »
Hallo,

ich habe hier eine KS Fergusonit-(Y) liegen (aus Iveland, Norwegen) und habe nun eher interessehalber mal den Geigerzähler (ein guter alter FH-40, der kennt nur Roentgen und Impulse... :() drangehalten. Erstaunlicherweise strahlt das Stück vergleichsweise ziemlich heftig - im Nahbereich werden 2 mr/h angezeigt, ein etwa gleichgroßes Stück Uraninit (aus Jachymov) bringt es unter gleichen Bedingungen gerademal auf knapp 1 mr/h...  :o

Die Frage ist nun, wie soetwas möglich ist - rein von der Zusammensetzung dürfte doch erstmal nix drin sein, was derart aktiv ist. Ok, vielleicht Thorium - aber soviel? Oder handelt es sich um etwas ganz anderes?

Viele Grüße,
Thomas

Offline JHM

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Re: Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
« Antwort #1 am: 11 Feb 06, 17:03 »
Hallo Thomas ,
Fergusonit-(Y) ist ein YNbO4
Also nicht Radioaktiv , siehe auch Webmineral http://webmineral.com/data/Fergusonite-(Y).shtml
Bist du dir sicher das das überhaupt Fergusonit ist ?

Grüße Jan-Henrik

Offline ThSteier

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Re: Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
« Antwort #2 am: 11 Feb 06, 18:10 »
Hallo,

Zitat
Bist du dir sicher das das überhaupt Fergusonit ist ?

Eben nicht mehr :(

Sagen wir mal so - Optik und Härte stimmen mit den Angaben im Lexikon überein, genauer kann ich es leider nicht sagen. Das Stück ist durch einige Hände gegangen, so daß sich die wirkliche Herkunft wohl kaum genau verifizieren lassen wird...

Gibt es Möglichkeiten, die Sache näher zu bestimmen? Ich habe mich eigentlich auf das Etikett verlassen. Wahrscheinlich ein Fehler, aber so tief stecke ich in der ganzen Materie (noch) nicht drin... Mal schauen, ob ich es schaffe, ein brauchbares Foto der Stufe zu machen.

Viele Grüße,
Thomas

Offline Hg

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Re: Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
« Antwort #3 am: 11 Feb 06, 18:20 »
Hallo Thomas,
also ich bezweifle es auch, dass es sich bei deiner Stufe um einen Fergusonit handelt.
Eine gewisse Radioaktivität würde sich durch die Anwesenheit radioaktiver Elemente, die oft mit den Seltenen Erden vergesellschaftet vorkommen,
vielleicht noch erklären lassen, aber nicht eine so hohe Aktivität, wie Du sie beschrieben hast.
Eine Foto wäre hier sicher hilfreich
Gruß
Hg

Offline ThSteier

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Re: Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
« Antwort #4 am: 11 Feb 06, 20:23 »
So, hab mal mehr schlecht als recht ein paar Bilder gemacht. Einmal auf weißem und einmal auf schwarzem (CD-Hülle) Untergrund, zwecks Kontrast. Und dabei ist mir aufgefallen, daß die normalerweise kaum sichtbaren, eher grauen Beläge unterm Blitzlicht ein wunderschönes gelblichgrünes Leuchten zeigen...

Wenn es sich dabei um sekundäre U-Mineralien handelt, würde das einiges erklären. Wobei ich eher über die Konsistenz der Stufe staune: Selbst wenn es sich dabei um Pechblende handeln würde - ich habe noch nie ein derart "speckig" glänzendes und vor allem massives Stück gesehen. Es erinnert eher an ein Stück schwarzen Pyrit als an Uraninit, wie ich es kenne.

http://img432.imageshack.us/img432/5759/ferg1wb5mp.jpg
Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
http://img432.imageshack.us/img432/248/ferg2wb7qq.jpg
Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
http://img493.imageshack.us/img493/6696/ferg1bb4di.jpg
Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
http://img493.imageshack.us/img493/1481/ferg2bb7pi.jpg
Radioaktivität von Fergusonit-(Y)


Von der Fergusonit-Theorie bin ich inzwischen selbst nicht mehr überzeugt (Wenn ich den Knilch erwische, der da das Etikett drangemacht hat...>:(). Es wäre also nett, wenn jemand etwas genaueres dazu sagen könnte.

Viele Grüße,
Thomas

...der es erstaunlich findet, was so ein Blitzlicht alles ans Licht bringt. Ob daher der Name...? ;)

Offline smoeller

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Re: Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
« Antwort #5 am: 14 Feb 06, 12:14 »
Hallo,

Es gibt einige dem Fergusonit ähnliche Minerale, wobei ich da in erster Linie an Euxenit oder Samarskit denke, die Uran in sehr großer Menge einbauen. Die bilden auch häufiger so glänzende schwarze Klumpen. Alle diese Seltene-Erden- und Niob/Tantal-Oxide können potentiell viel U/Th aufnehmen. Das gelbliche könnte aber auch ein U-Mineral sein. Pechblende schließe ich ebenfalls nicht aus, die kann auch unfrisch vorliegen und dann völlig anderen Glanz zeigen. Am besten EDX oder Pulverdiffraktogramm, sonst findet man nie eine Zuordnung zu einer Mineralart.

smoeller


Offline ThSteier

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Re: Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
« Antwort #6 am: 14 Feb 06, 15:27 »
Hallo,

danke für die Infos. Nur ist
Zitat
Am besten EDX oder Pulverdiffraktogramm, sonst findet man nie eine Zuordnung zu einer Mineralart.
leider nicht unbedingt etwas, was "Otto Normalsammler" am heimischen Küchentisch erledigen kann. Neugierig darauf, was ich eigentlich hier habe, wäre ich schon (bzw jetzt erst recht) - aber ich bezweifle, daß mein Sparschwein genug für einen offiziellen Analyseauftrag rausrückt. Ich wüßte nichtmal, wo ich hier in der Gegend anfragen könnte.  :(

Viele Grüße,
Thomas

Offline uwe

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Re: Radioaktivität von Fergusonit-(Y)
« Antwort #7 am: 14 Feb 06, 18:51 »
Hallo Thomas,

ich halte eine teure Analyse mit allen Respekt für das abgebildete Stück nicht für gerechtfertigt. Aufheben solltest Du es aber doch. Versuche mal soviel Informationen wie möglich über den Fundort in Erfahrung zu bringen. Vielleicht kannst Du Dir so etwas zusammenreimen. Übrigens, und das predige ich immer weider, am wichtigsten bei einer Stufe ist die Dokumentation der Fundstelle. Welches Mineral es ist kannst man auch in 500 Jahren noch feststellen, dann sicher noch schneller, aber die Fundstelle ist ohne Dokumentation nach 50 Jahren total vergessen und läßt sich nicht mehr ermitteln. Eine Stufe ohne Fundstelle ist für einen ernsthaften Sammler wertlos - ohne Mineralbestimmung, aber mit genauer Herkunft, immer eine interessante Herausforderung.

Das Stück sieht auf jedem Fall nach einen Anteil von Uraninit aus. Wenn Du es lange lagerst (natürlich nicht im Nachtschrank) bilden sich möglicherweise noch interessante Sekundärbildungen.

Glück Auf
Uwe

 

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