Arbeitsmittel / Means for work > Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing

Trennen, Schleifen, Polieren

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geomueller:
Hallo alle zusammen,

wie es scheint bin ich der Einzige hier im Forum der seine Funde auch selbst trennt, schleift und poliert, oder andere die ihre Minerale selbst bearbeiten haben sich noch nicht zu erkennen gegeben. Deshalb habe ich beschlossen hier mal meine (bescheidenen) Erfahrungen sowie die Technik die ich dazu benutze mal vorzustellen um vielleicht einigen Sammlern Appetit zu machen selbst mal damit anzufangen. Schließlich wirken ja einige Sammelstücke vor allem Quarzvarietäten wie Achat, Amethyst, Jaspis oder auch Erzgangstücke erst richtig wenn sie geschliffen sind.

Zum Trennen:
Zum Trennen verwende ich eine handelsübliche, oft bei Baufirmen zum Einsatz kommende, Trennmaschine TS 350S (Bild 1).

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geomueller:
Diese Maschine hat eine Drehzahl von 1800 U/min, arbeitet mit Wasserkühlung und die Trennscheibe ist höhenverstellbar. Ich arbeite mit zwei verschiedenen Trennscheiben, zum einen mit einer Diamanttrennscheibe mit aufgesintertem umlaufenden geschlossenen Kranz, für kleinere und empfindliche Stücke, und zum anderen mit einer unterbrochenen segmentierten Diamanttrennscheibe, für größere und unempfindlichere Stücke. Mit der segmentierten Scheibe wird die Schnittfläche wesentlich gröber, was man mit einem intensiveren Grobschliff wieder ausgleichen muss. Die Scheiben haben beide einen Durchmesser von 350 mm, damit ist eine Schnitttiefe von 150 mm erreichbar. Über einen Schlauch und einer Pumpe werden die Scheiben durch von oben auf die Scheibe laufendes Wasser gekühlt. Alternativ kann man auch mit spezieller Kühlflüssigkeit arbeiten, die pur oder als Konzentrat erhältlich ist. Beim Arbeiten mit Kühlflüssigkeit erhöht sich die Standzeit der Trennscheibe. Bei der Trennmaschine mit der ich arbeite kann man die Steine nicht einspannen oder fixieren, sondern muss sie mit beiden Händen halten und selbst für den Vorschub sorgen. Man darf den Stein nicht zu stark an die Scheibe drücken sonst verkanntet er und es kann bis zum Stillstand der Scheibe kommen. Hat der Stein an der Grundfläche Unebenheiten kann man kleine Holzkeile unterlegen um den Stein in die gewünschte Schnittposition zu bringen. Möchte man dünne Scheiben schneiden, befestigt man mit einer Schraubzwinge einen Holzklotz fest am Schlitten und drückt den Stein beim Schneiden an diesen (siehe Bild 2).

Achtung
Ich möchte dringend davor warnen, wie es leider immer noch einige Sammler tun, Petroleum als Kühlmittel zu verwenden. Trotz guter Kühlung kann es an der Schnittfläche immer zu Funkenbildung kommen!! Leider hat es in der Vergangenheit durch diese Funkenbildung immer wieder schwere Unfälle durch Entzündung oder Verpuffung des Petroleums mit beträchtlichen Verletzungen gegeben!!!! Außerdem ist es nicht gerade gesundheitsfördernd die Petroleumaerosole die unweigerlich entstehen einzuatmen!


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geomueller:
Zum Schleifen:
Zum Schleifen benutze ich eine Maschine Marke „Eigenbau“ (Bild 3). Auf den ersten Blick sieht die Maschine vielleicht etwas primitiv aus, aber sie verrichtet seit über 25 Jahren gute Dienste und war noch nie defekt, nur den Keilriemen habe ich natürlich schon öfters gewechselt. Der Motor ist sage und schreibe ca. 40 Jahre alt und stammt aus einer Waschmaschine „Turmperle“.

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geomueller:
Der Motor hat eine Drehzahl von 1400 U/min und treibt über einen Treib- und Keilriemen mit einer Übersetzung von ca. 5,6 eine Kreissägenwelle an, so dass sich die darauf monierte Schleifscheibe mit ca. 250 U/min dreht (Bild 4).

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geomueller:
Die Schleifscheibe ist eine horizontal drehende, plan geschliffene Stahlgussscheibe mit einem Durchmesser von 320 mm, die sich in einem nach unten abgedichteten Zinkblechspülbecken mit Abfluss dreht (Bild 5).
Als Schleifmittel dient Siliziumcarbid, welches mit Wasser vermengt mit einem Pinsel auf die Gussscheibe aufgetragen wird, mit der anderen Hand wird der Stein auf die Gussscheibe gedrückt. Ich verwende das Schleifmittel in drei verschiedenen Körnungen, für den Grobschliff Körnung 80, für den Mittelschliff Körnung 250 und für den Feinschliff Körnung 500. Mit dem Grobschliff werden gröbere Unebenheiten die durch das Trennen entstanden sind ausgeglichen und eine plane Fläche hergestellt. Mit dem Mittelschliff wird die plane Fläche verfeinert und einzelne Kratzer die beim Grobschliff entstehen beseitigt. Der Feinschliff ist die Vorstufe zum Polieren, die Feinschlifffläche muß an jeder Stelle gleich gut bearbeitet sein um eine optimale Politur aufbringen zu können. Wenn man hier Fehler macht nimmt die Fläche keine Politur an. Beim Schleifen wird der Stein unter leichtem Druck auf die Scheibe gehalten und immer gleichmäßig nach links und rechts bewegt, damit sich kein Schleifmittelstau zwischen Scheibe und Stein bildet der Vertiefungen in der Schlifffläche hervorrufen kann. Zwischen jedem Schleifgang muß der Stein und natürlich auch die Schleifscheibe peinlichst genau gesäubert werden (mit Bürsten und Pinsel unter fließendem Wasser), damit kein gröberes Schleifpulver beim nächst feineren Schleifang mehr vorhanden ist und hässliche Kratzer verursacht. Außerdem ist es wichtig das Schleifmittel nicht zu stark aufzutragen, das Schleifkorn muß sich letztlich in einer dünnen Schicht zwischen Schleiffläche und Schleifscheibe frei bewegen können um eine Schleifwirkung zu erzielen. Wenn sich zu viel Schleifpulver und Abrieb auf der Scheibe befindet gibt man klares Wasser auf die drehende Gussscheibe und die Scheibe säubert sich durch die Fliehkraft selbst. Den Stein muß man auch von Zeit zu Zeit abschnittweise um die eigene Achse drehen um den Druckpunkt beim Schleifen öfter mal zu verändern, damit erreicht man eine gleichmäßige Schleiffläche.


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