Fossilien / Fossils / Fósiles > Kopffüßer / Cephalopoda
Opalinuston
marcus:
hallo!!!!
ich habe folgendes problem:
In einer tongrube im markgräflerland (südbaden) sind schichten des opalinustons aufgeschlossen. hier habe ich mittlerweile schon an die 50 ammoniten der namensgebenden spezies leioceras opalinus gefunden. allerdings war immer nur ein teil der einzelnen ammoniten dreidimensional erhalten, der rest war verdrückt, so das sich immer nur ein teil der windungen, in der regel natürlich die aussenwindung bergen lies.
hat hier jemand erfahrungswerte? ist es nur eine frage der zeit, bis man auf vollständig körperlich erhaltene stücke stößt oder ist die erhaltung von der jeweiligen schicht abhängig???
marcus
amaltheus:
Hallo Marcus,
Du bist lustig :).
Natürlich ... je länger man sucht desto eher wird man auch mal ein ganzes Exemplar finden.
Nur ... eine Zeit kann man nicht nennen. Dazu hat Fossiliensammeln und Finden zuviel mit Zufall zu tun.
Im Opalinuston ist es so wie Du es bereits gemerkt hast: Die Wohnkammer des Ammoniten ist körperlich erhalten ...
die Innenwindungen dagegen sind verdrückt. Das ist typisch für weite Abschnitte des Unteren Aalenium ... wie diese
Schicht genannt wird. Wenn Du eine Chance auf Ammoniten haben willst die auch innnen körperlich rein laufen ... dann mußt Du diese
in Kalkknollen suchen. Nur ... die gibt es im Opalinus-Ton nur in ganz bestimmten Horizonten. Also ... weitersuchen ... bis
Du Kalkknollen findest ... dann diese Aufschlagen .... dann wirst Du sicherlich auch mal körperlich erhaltene Leioceraten finden.
Manchmal gibt es auch Horizonte, in denen sind die Ammoniten aus Pyrit. Dann ist meist die Wohnkammer verdrückt und
die Innenwindungen sind ganz. So hat halt jede Schicht ihre ganz speziellen "Eigenheiten".
Tongruben in dieser Schicht sind in Süddeutschland mittlerweile alle geschlossen. Deshalb ist die bei Dir etwas besonderes (wenn
sie nun noch in Betrieb ist !?). Also ... nicht aufgeben !
- Thomas -
--- Zitat von: marcus am 20 Mar 06, 11:22 ---hallo!!!!
ich habe folgendes problem:
In einer tongrube im markgräflerland (südbaden) sind schichten des opalinustons aufgeschlossen. hier habe ich mittlerweile schon an die 50 ammoniten der namensgebenden spezies leioceras opalinus gefunden. allerdings war immer nur ein teil der einzelnen ammoniten dreidimensional erhalten, der rest war verdrückt, so das sich immer nur ein teil der windungen, in der regel natürlich die aussenwindung bergen lies.
hat hier jemand erfahrungswerte? ist es nur eine frage der zeit, bis man auf vollständig körperlich erhaltene stücke stößt oder ist die erhaltung von der jeweiligen schicht abhängig???
marcus
--- Ende Zitat ---
Diego:
Hi Marcus
Kenne das Problem - nur bei mir sinds Parkinsonia. Ist eine Bergung der Innenwindungen bei dir definitiv unmöglich? Wie ist denn die Beschaffenheit des "Tons"? Bei meiner Fundstelle ist es eher "Tonstein" und der lässt sich gut spalten. Ich habe die platten Innenwindungen dann mehrmals mit Zaponlack bestrichen (Das geht natürlich auch leider nur im Sommer, wenns trocken ist) Nach dem Aushärten des Lackes, ließen sich Exemplare bis zu 12 cm Durchmesser vorsichtig aber gut herausmeisseln. Bei feuchtem Ton ist diese Methode wahrscheinlich unwirksam. Was bei mir auch gut funktioniert hat, war einfach die Bergung mit dem Umgebungsgestein in handlichen Brocken. Nach der Trocknung habe ich den Tonstein mit Tiefengrund gehärtet, damit keine großen Risse entstehen und das Fossil von einer Seite freigelegt.
Vieleicht hilft Dir das ja etwas :)
Gruß
Steffen
marcus:
hallo ihr beiden !!!!!
danke für eure antworten!
@thomas: verstehe ich das richtig: es besteht zumindest die möglichkeit, auch bei den nicht in knollen eingelagerten ammoniten körperlich erhaltene stücke zu finden´? darauf zielte ja meine frage ab.
wie sehen denn die in knollen (habe leider noch keine gefunden...) eingelagerten ammos aus? sind die auch in schalenerhaltung überliefert?
die grube ist schon lange nicht mehr in betrieb. aber es besteht ja die möglichkeit mit dem hämmerchen nachzuhelfen ;-D
@steffen: deine bergungstipps klingen vielversprechend! werde ich auf jeden fall mal ausprobieren! ( ändert aber nix daran das ich lieber körperlich erhaltene stücke will ;-D )
lg,
marcus
Soenke:
Hallo Marcus,
ein Stück aus dem Opalinuston von amaltheus kannst Du dir unter diesem Link angucken:
http://www.steinkern.de/index.php?option=com_zoom&Itemid=41&page=view&catid=96&PageNo=1&key=4&hit=1
Da siehst Du, wie Du dir die körperlich erhaltenen Konkretions-Leioceraten vorzustellen hast.
Aber, solche Funde kann man nicht erzwingen, entweder hat man den richtigen Aufschluss, die Ausdauer und das Glück... oder nicht. Wenn eine der Komponenten fehlt, sieht es schon schlecht aus. ;)
Theoretisch kann durch irgendwelche Zufälle nahezu in jeder Schicht ein Ammonit auch ohne Konkretion unverdrückt sein... es gibt aber Schichten, wo die Chancen sowas zu finden wirklich verschwindend gering sind. Ich weiß nicht, wie es beim Opalinuston aussieht.
Viele Grüße
Sönke
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