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Autor Thema: Opalinuston  (Gelesen 6493 mal)

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Offline marcus

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Opalinuston
« am: 20 Mar 06, 11:22 »
hallo!!!!

ich habe folgendes problem:
In einer tongrube im markgräflerland (südbaden) sind schichten des opalinustons aufgeschlossen. hier habe ich mittlerweile schon an die 50 ammoniten der namensgebenden spezies leioceras opalinus gefunden. allerdings war immer nur ein teil der einzelnen ammoniten dreidimensional erhalten, der rest war verdrückt, so das sich immer nur ein teil der windungen, in der regel natürlich die aussenwindung bergen lies.

hat hier jemand erfahrungswerte? ist es nur eine frage der zeit, bis man auf vollständig körperlich erhaltene stücke stößt oder ist die erhaltung von der jeweiligen schicht abhängig???

marcus

amaltheus

  • Gast
Re: Opalinuston
« Antwort #1 am: 20 Mar 06, 12:28 »
Hallo Marcus,

Du bist lustig  :).

Natürlich ... je länger man sucht desto eher wird man auch mal ein ganzes Exemplar finden.
Nur ... eine Zeit kann man nicht nennen. Dazu hat Fossiliensammeln und Finden zuviel mit Zufall zu tun.

Im Opalinuston ist es so wie Du es bereits gemerkt hast: Die Wohnkammer des Ammoniten ist körperlich erhalten ...
die Innenwindungen dagegen sind verdrückt. Das ist typisch für weite Abschnitte des Unteren Aalenium ... wie diese
Schicht genannt wird. Wenn Du eine Chance auf Ammoniten haben willst die auch innnen körperlich rein laufen ... dann mußt Du diese
in Kalkknollen suchen. Nur ... die gibt es im Opalinus-Ton nur in ganz bestimmten Horizonten. Also ... weitersuchen ... bis
Du Kalkknollen findest ... dann diese Aufschlagen .... dann wirst Du sicherlich auch mal körperlich erhaltene Leioceraten finden.
Manchmal gibt es auch Horizonte, in denen sind die Ammoniten aus Pyrit. Dann ist meist die Wohnkammer verdrückt und
die Innenwindungen sind ganz. So hat halt jede Schicht ihre ganz speziellen "Eigenheiten".
Tongruben in dieser Schicht sind in Süddeutschland mittlerweile alle geschlossen. Deshalb ist die bei Dir etwas besonderes (wenn
sie nun noch in Betrieb ist !?). Also ... nicht aufgeben !

- Thomas -


hallo!!!!

ich habe folgendes problem:
In einer tongrube im markgräflerland (südbaden) sind schichten des opalinustons aufgeschlossen. hier habe ich mittlerweile schon an die 50 ammoniten der namensgebenden spezies leioceras opalinus gefunden. allerdings war immer nur ein teil der einzelnen ammoniten dreidimensional erhalten, der rest war verdrückt, so das sich immer nur ein teil der windungen, in der regel natürlich die aussenwindung bergen lies.

hat hier jemand erfahrungswerte? ist es nur eine frage der zeit, bis man auf vollständig körperlich erhaltene stücke stößt oder ist die erhaltung von der jeweiligen schicht abhängig???

marcus


Offline Diego

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  • Beiträge: 152
Re: Opalinuston
« Antwort #2 am: 20 Mar 06, 14:21 »
Hi Marcus

Kenne das Problem - nur bei mir sinds Parkinsonia. Ist eine Bergung der Innenwindungen bei dir definitiv unmöglich? Wie ist denn die Beschaffenheit des "Tons"? Bei meiner Fundstelle ist es eher "Tonstein" und der lässt sich gut spalten. Ich habe die platten Innenwindungen dann mehrmals mit Zaponlack bestrichen (Das geht natürlich auch leider nur im Sommer, wenns trocken ist) Nach dem Aushärten des Lackes, ließen sich Exemplare bis zu 12 cm Durchmesser vorsichtig aber gut herausmeisseln. Bei feuchtem Ton ist diese Methode wahrscheinlich  unwirksam. Was bei mir auch gut funktioniert hat, war einfach die Bergung mit dem Umgebungsgestein in handlichen Brocken. Nach der Trocknung habe ich den Tonstein mit Tiefengrund gehärtet, damit keine großen Risse entstehen und das Fossil von einer Seite freigelegt.
Vieleicht hilft Dir das ja etwas   :)

Gruß
Steffen
« Letzte Änderung: 21 Mar 06, 11:46 von Diego »

Offline marcus

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Re: Opalinuston
« Antwort #3 am: 20 Mar 06, 15:37 »
hallo ihr beiden !!!!!
danke für eure antworten!

@thomas: verstehe ich das richtig: es besteht zumindest die möglichkeit, auch bei den nicht in knollen eingelagerten ammoniten körperlich erhaltene stücke zu finden´? darauf zielte ja meine frage ab.
wie sehen denn die in knollen (habe leider noch keine gefunden...) eingelagerten ammos aus? sind die auch in schalenerhaltung überliefert?

die grube ist schon lange nicht mehr in betrieb. aber es besteht ja die möglichkeit mit dem hämmerchen nachzuhelfen ;-D


@steffen: deine bergungstipps klingen vielversprechend! werde ich auf jeden fall mal ausprobieren! ( ändert aber nix daran das ich lieber körperlich erhaltene stücke will ;-D )

lg,
marcus

Offline Soenke

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    • Der Steinkern
Re: Opalinuston
« Antwort #4 am: 20 Mar 06, 16:45 »
Hallo Marcus,

ein Stück aus dem Opalinuston von amaltheus kannst Du dir unter diesem Link angucken:
http://www.steinkern.de/index.php?option=com_zoom&Itemid=41&page=view&catid=96&PageNo=1&key=4&hit=1
Da siehst Du, wie Du dir die körperlich erhaltenen Konkretions-Leioceraten vorzustellen hast.
Aber, solche Funde kann man nicht erzwingen, entweder hat man den richtigen Aufschluss, die Ausdauer und das Glück... oder nicht. Wenn eine der Komponenten fehlt, sieht es schon schlecht aus. ;)

Theoretisch kann durch irgendwelche Zufälle nahezu in jeder Schicht ein Ammonit auch ohne Konkretion unverdrückt sein... es gibt aber Schichten, wo die Chancen sowas zu finden wirklich verschwindend gering sind. Ich weiß nicht, wie es beim Opalinuston aussieht.

Viele Grüße
Sönke

amaltheus

  • Gast
Re: Opalinuston
« Antwort #5 am: 21 Mar 06, 09:55 »
Hallo Marcus,

anbei einige Knollen aus dem Opalinuston.
Teilweise sitzen die Ammos schon außen drauf.
Es kann aber auch durchaus sein ... dass man außen fast nichts sieht.
Dann muss man die Knolle einfach auf Verdacht möglichst median teilen ...
und im Falle eines Fundes ... wird die Knolle daheim wieder zusammengesetzt
und der Ammonit herauspräpariert.
Auf dem 3. Bild siehst Du den Teil einer Wohnkammer eines großen Ammoniten.
Darin sind sehr häufig perfekt erhaltene Ammoniten eingeschwemmt.
Auf solche Wohnkammer-Bruchstücke sind alle Sammler scharf.
Auf dem 2. Bild ist eine Knolle wo man im Rohzustand praktisch nichts sah ...
weil mit Dreck verschmiert. Ich nehme immer alle Knollen erst mal mit um
diese dann zu waschen (evlt. auch schon auf der Baustelle).
Sieht man dann immer noch nichts rausschauen ... dann ist Aufschlagen angesagt.

Gruss Thomas


hallo ihr beiden !!!!!
danke für eure antworten!

@thomas: verstehe ich das richtig: es besteht zumindest die möglichkeit, auch bei den nicht in knollen eingelagerten ammoniten körperlich erhaltene stücke zu finden´? darauf zielte ja meine frage ab.
wie sehen denn die in knollen (habe leider noch keine gefunden...) eingelagerten ammos aus? sind die auch in schalenerhaltung überliefert?

die grube ist schon lange nicht mehr in betrieb. aber es besteht ja die möglichkeit mit dem hämmerchen nachzuhelfen ;-D


@steffen: deine bergungstipps klingen vielversprechend! werde ich auf jeden fall mal ausprobieren! ( ändert aber nix daran das ich lieber körperlich erhaltene stücke will ;-D )

lg,
marcus
« Letzte Änderung: 21 Mar 06, 09:58 von amaltheus »

Offline jonas

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  • Beiträge: 8
Re: Opalinuston
« Antwort #6 am: 21 Mar 06, 12:47 »
Hallo Markus,
ich nehme an Du bist in der Tongrube Wittnau unterwegs! Das ist zumindest fast die einzige im Opalinuston (na ja außer Feldberg), die ich in Südbaden kenne. Dort wirst Du leider sehr wenige Chancen auf die angesprochenen Knollen haben, da heute dort nicht entsprechende Schichten anstehen (früher vielleicht, heute aber abgesoffen!), die ordentliche Knollen (mit Inhalt) enthalten! Ich war dort auch schon einige Male, habe es aber inzwischen aufgegeben. Wohnst Du hier irgendwo in der Ecke? Wenn ja können wir ja mal was ausmachen, ich habe da einige Sachen in der Freiburger Gegend, die vielversprechend werden könnten! Ich wohne in Bollschweil, komme aber eigentlich von der Schwäbischen Alb, wo es einem doch meistens leichter fällt ordentliche Fundstellen zu finden. Melde dich mal, wenn Du auch hier in der Gegend unterwegs bist!
Grüsse
Jonas

Offline marcus

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Re: Opalinuston
« Antwort #7 am: 22 Mar 06, 13:29 »
he thomas!!!

vielen dank für deine ausführlichen tipps und vor allem für diie sehr hilfreichen fotos!!!!! der tipp mit den in die wohnkammer eingeschwemmten ammos war mir auch neu. dankeschön !!!!! fallls sich der erste erfolg (der nach dem bericht von jonas wohl recht unwahrscheinlich ist.....) einstellen wird wrede ich die ergebnisse mal vorstellen!!!

@jonas: hast ne PN

lg,
marcus

 

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