Tropfstein statt eisigen Bohrkern: Stalagmiten als Klimaarchiv
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Guilin (China)/Minneapolis (USA) - Hunderttausende von
Jahren reichen die natürlichen Klimaarchive im ewigen
Eis der Polregionen zurück. Ohne diese eisigen Bohrkerne
wüßten Wissenschaftler deutlich weniger über Eiszeiten
und Wärmeperioden im Laufe der Erdgeschichte. Über
Jahrtausende gewachsene Tropfsteine könnten nun die
gleiche Aufgabe erfüllen und verläßliche Daten auch
aus klimatisch gemäßigteren Regionen liefern. Chinesische
und amerikanische Wissenschaftler berichten über diese
neue steinerne Klimadatenbank in der Fachzeitschrift
"Science".
"Thorium- und Sauerstoff-Isotope in den Stalagmiten
aus der Dongge-Höhle in China liefern Daten über die
Monsune und Niederschlagsmengen der letzten 160.000 Jahre",
erklären Daoxian Yuan und seine Kollegen vom
Karst-Dynamik-Labor in Guilin. Zusammen mit Klimaforschern
aus Nanjing und den USA bestimmten sie unter anderem das
Verhältnis der beiden Sauerstoffisotope O-16 und O-18.
Schon in Eisbohrkernen lieferten solche Messungen gute
Informationen über die Regen- und Schneemengen vergangener
Zeiten. Die chinesischen Tropfsteine offenbarten nun,
wie zum Beispiel der alljährliche Monsun über Jahrtausende
durch atmosphärische Variationen das regionale Klima
mehr oder weniger stark beeinflusste.
Vor allem zur Überprüfung von Klimamodellen und deren
Gültigkeit für tropische und subtropische Regionen könnten
die Tropfsteine sehr hilfreich sein. Denn bisher lassen
sich die Berechnungen nur für die Polregionen sicher mit
den Klimadaten der Vergangenheit vergleichen.
Quelle: Science
Gruß Peter