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Der sächsische Bergbau geht vermutlich wieder los

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Manganit:
Aus der Freien Presse am 9.11.2013 (© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG):

Nach 40 Jahren hat gestern erstmals wieder ein neues Bergwerk in Deutschland offiziell den Betrieb aufgenommen: in Niederschlag.

Niederschlag. Nach reichlich drei Jahren intensiver Vorbereitung hat gestern die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspat GmbH in ihrem neuen Bergwerk in Niederschlag offiziell mit dem Gewinnungsbetrieb begonnen. Parallel dazu ist in den zurückliegenden zwölf Monaten eine Aufbereitungsanlage in Aue entstanden - auf dem Gelände der Nickelhütte. Insgesamt 25 Millionen Euro sind nach Angaben von Geschäftsführer Wolfgang Schilka in beide Standorte investiert worden. Dabei habe es für den reinen Bergbau keinerlei Förderung gegeben. Mit 1,7 Millionen Euro habe der Freistaat Sachsen ausschließlich einen Anlagenteil in Aue gefördert.

Für das Geld sind in Niederschlag unter Tage ein Sprengmittellager, zwei Trafostationen, eine Brech- und Siebanlage mit integrierter Nebengesteinssortierung auf Basis von Röntgenstrahlung, eine Lkw-Befüllunganlage für die Grubenprodukte und ein Wetterschaft entstanden. Dabei wurden laut Wolfgang Schilka unter anderem 16.000 Tonnen Spritzbeton zur Sicherung der Grubenbaue und 3700 Tonnen Fertigbeton zur Herstellung von Fahrbahnen im Berg verbaut. In Aue wurde unterdessen in das Gebäude eines stillgelegten Braunkohleheizkraftwerkes eine Flotationsanlage, die Filtration, die Chemikalienbehandlung sowie Werkstatt- und Kauenräume eingebaut. Zudem sei ein Anbau entstanden, in dem unter anderem Kugelmühle und Siebmaschine untergebracht sind.

"Bei Vollauslastung des Bergwerkes werden täglich 650 Tonnen Rohspat gefördert", erläutert Wolfgang Schilka. Ein Rohstoff, der in Deutschland momentan noch zu 85 Prozent importiert werden muss. Mit dem Material aus Niederschlag könnte der Anteil der Versorgung mit Material aus dem eigenen Land auf etwa 30 Prozent erhöht werden. Flussspatkonzentrat wird unter anderem zur Herstellung von Flusssäure benötigt, die wiederum beispielsweise in Kühlmitteln und Zahnpasta Verwendung findet. Schwerspatkonzentrat dient als ein Material für die Produktion von Füllstoffen. Zudem wird laut Wolfgang Schilka ein Sulfidkonzentrat produziert, dass zur Gewinnung von Buntmetallen genutzt wird. Die gegenwärtig bekannten Vorräte in Niederschlag reichen nach jetzigem Kenntnisstand für 25 Jahre.

Sowohl im Bergwerk in Niederschlag als auch in der Aufbereitungsanlage in Aue werde im Dreischichtsystem gearbeitet. Bisher sind in beiden Betriebsteilen 37 neue Arbeitsplätze entstanden, erläutert Peter Koch. Nach 20 Jahren als Geschäftsführer der Nickelhütte Aue hat sich der 70-Jährige vor drei Jahren der Herausforderung neues Bergwerk gestellt, ist Miteigentümer der Grube und ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter. Abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung beziffert er die Zahl der möglichen Arbeitsplätze auf 35 bis 40.

Was es auf dem Gelände des Bergwerkes nicht geben wird, sind die bergbautypischen Halden. Denn sowohl das Nebengestein aus dem Berg als auch das bei der Weiterverarbeitung in Aue anfallende Restmaterial wird in den Hohlräumen des Untertagebereiches wieder verarbeitet.

Und das Handelsblatt hat ein schönes Bild vom angefahrenen Gang: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/neues-bergwerk-eroeffnet-deutsche-kumpel-fahren-wieder-in-die-grube/9050146.html?slp=false&p=3&a=false#image

Manganit:
Und auch N24 hat einen Artikel mit zusätzlichen Informationen ( 08.11.2013 | 21:21 Uhr mli, DPA):

Neues deutsches Bergwerk nimmt Betrieb auf

Dass Bergleute in Deutschland heutzutage noch eine Perspektive haben, klingt abwegig. Doch auch in den heimischen Böden lagern ergiebige Mineralien - im Erzgebirge geht es also wieder unter Tage. Mit Lastern wird das Mineral aus dem neuen Bergwerk gefahren. In Niederschlag bei Oberwiesenthal im Erzgebirge ist am Freitag ein Bergwerk eröffnet worden, in dem unter Tage Fluss- und Schwerspat gefördert werden. Es ist laut Oberbergamt nach etwa 40 Jahren Pause das erste Bergwerk dieser Art, das in Deutschland neu eröffnet wird. Und für das Erzgebirge ist es geradezu ein Neustart. In der Region mit 800-jähriger Bergbaugeschichte waren 1991 die letzten Zinngruben in Altenberg und Ehrenfriedersdorf geschlossen worden.

"Die Vorkommen sind ergiebiger als die Prognosen erwarten ließen", sagt der Geschäftsführer der Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatwerke GmbH (EFS), Wolfgang Schilka, bei einer Führung vor der offiziellen Eröffnung und deutet mit der Hand auf einen Abschnitt in dem von Scheinwerfern erhellten Gestein: Links der Schwerspat, beige mit tiefbraunen und rötlichen Flecken - rechts der dunkelblau und grünlich schimmernde Flussspat. "Der Erzgang ist hier etwa fünf Meter breit. Wir haben mit weniger gerechnet."

Schwerspat wird im Hüttenwesen gebraucht. Fluss- und Schwerspat sind Minerale, die als Grundstoff vor allem in der chemischen Industrie oder auch im Hüttenwesen begehrt sind. Aus Flussspat - Kalziumfluorid - werden unter anderem Agrochemikalien oder Kunststoffe wie Teflon hergestellt. Schwerspat - chemisch: Bariumsulfat - wird bei der Herstellung von Farben, Bremsbelägen, Bodenbelägen oder auch als Schallschutzmasse gebraucht.

"Wir wollen die Industrie auf einheimische Rohstoffe aufmerksam machen und zeigen, dass sich Bergbau in Deutschland wieder lohnt", sagt der 61-jährige Schilka. Rund 25 Millionen Euro habe die EFS bisher investiert. Rund 135.000 Tonnen sollen jährlich gefördert werden. Schilka rechnet mit einer Betriebsdauer von rund 25 Jahren. Allerdings sei die Lagerstätte noch nicht vollständig erkundet, so dass auch ein längerer Betrieb möglich sei, hieß es. Die EFS ist eine Tochter der Nickelhütte Aue. Die Erschließungsarbeiten für das neue Bergwerk haben rund drei Jahre gedauert.

An eine Renaissance des Bergbaus im Erzgebirge und in Deutschland glaubt der Lagerstättenforscher und Professor an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, Thomas Seifert. "Es gibt noch immer erhebliche Zinnerz-Vorräte, aber auch Wolfram, Molybdän, Lithium, Wismut, Indium sowie Fluss- und Schwerspat. Vor allem Indium, das in der Hochtechnologie gebraucht wird, ist weltweit selten. Da gibt es nur wenige Vorkommen. Auch Lithium -  ein wichtiger Zukunftsrohstoff - wurde bisher kaum abgebaut." Und nahe der Oberfläche sei das Erzgebirge zwar gut erforscht, nicht aber in einer Tiefe ab etwa 1.000 Metern. "Davon wissen wir nur wenig." Dabei sei Bergbau in dieser Tiefe nicht mehr ungewöhnlich.

Auch andere Regionen haben wertvolle Bodenschätze. Auch für andere Regionen sieht Seifert Chancen für neuen Bergbau: Kupferschiefer bei Spremberg (Brandenburg) in der Niederlausitz, eventuell Seltene Erden im Raum Delitzsch (Nordsachsen), Massivsulfid-Mineralisationen im Harz bei Goslar. Für Seifert ist Deutschland nicht rohstoffarm. Es sei zwar kein Rohstoffland wie etwa Russland oder Kanada. Aber: "Bei einigen Rohstoffen wie Flussspat und Schwerspat, Zinn oder auch Kupfer und den Zukunftsrohstoffen Lithium und Indium könnten wir den Bedarf künftig sogar aus eigenen Lagerstätten decken."

17 Mitarbeiter sind in dem neuen Bergwerk in Niederschlag unter Tage beschäftigt. "Wir hatten Hunderte Bewerbungen", sagt Schilka. Das zeige, wie sehr der Bergbau in der Region noch zu Hause sei. Von manchem Mitarbeiter waren schon die Väter Bergleute. Schilka selbst war der letzte Bergwerksdirektor der Altenberger Zinngrube. Er musste 1991 zuschließen. Er sei auf das neue Bergwerk stolz, sagt er. "Ich wollte in meinem Leben noch einmal ein Bergwerk eröffnen."

giantcrystal:
Freut Euch, es ist ein Perchwerk erstanden !

(Zitat aus dem Schwazer Bergbuch)

So schön das ist, so stimmt folgender Text natürlich nicht :

"Nach 40 Jahren hat gestern erstmals wieder ein neues Bergwerk in Deutschland offiziell den Betrieb aufgenommen":

Da haben die Herrschaften Journalisten mal wieder nicht sauber recherchiert. Erst unlängst ist das Graphitbergwerk Kropfmühl wiedereröffnet worden, dann war da noch vor einigen Jahren das Flußspatbergwerk Gehren, von diversen neuen Gipsbergwerken wie Krölpa und Breitenstein an der Weser in den letzten 15 Jahren gar nicht zu reden.

Auch wenn es selten geworden ist, das in Deutschland ein neues Bergwerk aufgemacht wird...so selten ist es dann doch nicht !

Mit kräftigem Glück Auf

Thomas

geomueller:
Hallo alle,
so langsam tauchen die ersten Minerale aus dem neuen Bergwerk in Niederschag auf dem Makt auf. Herrliche Fluorit- und Barytstufen in teilweise beachtlicher Größe und Qualität. Zur Zeit sind die Preise noch relativ hoch, aber das wird sich mit der Zeit geben wenn erst einmal genügend Material am Markt ist. Ich werde mir wohl demnächst mal eine gönnen und dann est mal abwarten.
Z. B. bei eBay kann man schon mal welche bestaunen bzw. kaufen, zur Börse am Schneckenstein  soll es zu Pfingsten auch welche geben.

Glück Auf! Jürgen

balvan:
Alle Händler schon wixen und Sammler über Tisch zieht.
vielen Spass damit.
Petr.

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