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Indienstufen
Torben:
Hallo zusammen!
Ich suche schon eine ganze Weile nach der Information, welche Mitglieder der Zeolithserien sich in Indien, vornehmlich in der Dekkan-Hochebene finden lassen, also
ob Heulandit:
Heulandit-Ba, -Ca, -K, -Na , Sr
bzw. Stilbit-Ca, -Na
usw.
Mindat spricht einerseits von Heulandit allgemein und von -Ca. Heißt das, daß man dort die Ca-haltigen Stücke ausschließlich findet, oder daß man u.a. die Ca-haltigen aber auch Stufen mit anderen Alkalis/Erdalkalis findet?
Viele Grüße
Torben
ZEO:
Hallo,
grundsätzlich sind es dort Heulandit-Ca und Stilbit-Ca. Soweit mir Analysen bekannt sind, waren es immer diese beiden. Von vielen Funden gibt es allerdings keine entsprechenden Untersuchungen. Stilbit-Ca ist äußerlich allerdings von Stellerit nicht zu unterscheiden, und der kommt auch oft vor, ebenfalls analytisch belegt.
Heulandit-Ba und Heulandit-Sr sind dort extrem unwahrscheinlich, persönlich halte ich sie für ausgeschlossen. Das es irgendwo im Dekkan Trapp eng begrenzte Vorkommen von Heulandit-Ka und Heulandit-Na gibt, halte ich zumindest für nicht ausgeschlossen. Analytische Belege sind mir aber nicht bekannt.
Stilbit-Na ist weltweit ziemlich selten, wenn ich den publizierten Analysen glauben darf. Dürfte wegen des hohen Calciumangebots für Dekkan Trapp ganz besonders gelten, nachgewiesen ist er dort bisher nicht. Aus der Stilbit-Gruppe gäbe es dann noch Barrerit, der äußerlich ebenfalls gleich aussieht. Den gibt es weltweit von 2 Fundstellen sicher, und 2-3 weitere soll es geben. Keine davon in Indien.
Jürgen
Torben:
Hallo Jürgen!
Ja, danke! :D Das nenn ich eine umfassende Antwort!
Also alles Heulandit-Ca und Stilbit-Ca, solange nichts Gegenteiliges veröffentlicht wird...
Du weißt nicht zufällig noch, wie das mit
Heulandit-(?) von Yacolt Co., Washington und Drio Le Pale, Fassatal, Italien
Klinoptilolith-(?) von Succor Creek, Malheur Co., Oregon, USA
sowie Chabasit von Freisen/Saar, Bramburg/Göttingen und Grant Co., Oregon, USA
aussieht, bzw. wo ich das in Erfahrung bringen kann?
Ich habe leider, was das angeht, nur Mindat als mögliche Quelle. Die gängigen Bestimmungsbücher schweigen sich da komplett aus :-\
Viele Grüße
Torben
ZEO:
Schönen Abend, Torben,
zu Deinen weiteren Fragen nach analytischen Daten für Zeolithe. Ein paar Angaben habe ich aufgetrieben. Zu diesen Fragen habe ich eine größere Literatursammlung, für viele Fundorte allerdings findet man keine Angaben. Mühsam ist es immer, denn man muss die Primärliteraturstellen auftreiben und dann irgendwie bestellen. Für mich bleibt nur die Fernleihe, da Ulm keine Erdwissenschaften an der Uni hat.
Heulandit-(?) von Yacolt Co., Washington
Clark County, Yacolt, Big Tree Creek: Mordenit, gute Stufen (108621); Heulandit-Ca (Anal 110356)
Epistilbit (111044)
Drio Le Pale, Fassatal, Italien
für Drio Le Pale kenne ich keine Heulandit-Analyse, mit der Angabe "Fassatal" oder "Fassatal, Buffaure östl. Pozza, Col Aut" wird Heulandit-Ca angegeben. Wahrscheinlich handelt es sich bei Dir um die schönen mattroten xx. Die Färbung entsteht durch Hämatit-Einschlüsse und das macht die Frage der Zusammensetzung noch mal schwieriger.
Klinoptilolith-(?) von Succor Creek, Malheur Co., Oregon, USA
Ein ganz interessanter Fundort. Die xx zeigen Übergang von Heulandit-Ca im Außenbereich, mit recht hohem Na-Gehalt, zu Klinoptilolith-Na im Kern, hier mit fast gleich hohem Ca-Gehalt
Chabasit von Freisen/Saar,
mir ist keine Analyse bekannt, es ist eine Schande. Vielleicht meldet sich jemand der Leser, der was weiß?
Bramburg/Göttingen
2004 wurde zu dem Fundort publiziert soweit ich mich erinnere, im Aufschluss, aber ohne genaue Bestimmung der Zeolithe.
und Grant Co., Oregon, USA
is´natürlich ziemlich groß, da wird man nichts sagen können
Jetzt hoffe ich, ein wenig geholfen zu haben.
Jürgen
Torben:
Hallo Jürgen!
Danke vielmals!
Das ist allemal mehr, als ich erwartet hatte :D
Meine Stufen von Yacolt Co. sind sehr kleine Drusen mit Cowlesit, Heulandit (-Ca ;)) und Phillipsit. Das schwarze Material, auf dem die Büschel und Fächer sitzen, kenne ich wiederum nicht. Mordenit ist da aber scheinbar nicht dabei...
Die Stufen von Drio Le Pale sind die mattroten, ja! Machen sich echt prima in der Vitrine!
Und das von Succor Creek ist wirklich interessant. Ich würd da gerne mal die gezeichneten Strukturen sehen :)
Kennst du diese Seite?: http://chemmac1.usc.edu/Bruno/zeodat/zeodat.html
Find ich sehr nett!
Die Fernleihe ist leider auch meine einzige Möglichkeit, an die Artikel zu kommen. Die Uni Bielefeld hat im Grunde nur die Artikel, die in den chemischen Zeitschriften erscheinen...
Viele Grüße
Torben
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