Fossilien / Fossils / Fósiles > Spurenfossilien (Ichnofossilien) / Trace fossils
Thüringen: unterer Muschelkalk - Fossil? / Rhizocorallium, Trias
Moni:
ich setze mal noch eins drauf:
großer Block im Kalksteinbruch Deuna (Dün-Kante) mit den gleichen Spuren (Habe vor Ort nur Foro gemacht) - oder sind das jetzt wieder andere und nicht als Rhyzocorallium ala YY oder auch als "jenese" anzusprechen.
Gruß MONI
Loddah:
So, jetzt eins nach dem anderen... :)
@ Conny:
Rhizocorallium jenense wird immer das Fossil von Jena bleiben. Denn der Name ist gültig und wird weiterhin in der Literatur verwendet werden. Rhizocorallium jenense ist halt nicht nur auf die Umgebung und das Röt beschränkt. Ist ehrlich gesagt sogar besser, denn dann kennt jeder weltweit Eure Stadt... ;)
@ Coen:
Das Bild vom Link würde ich nur mit Fragezeichen versehen, denn die Spreite ist nicht sichtbar. (Ich müßte es im Original sehen, um mehr sagen zu können) Also nur:
Rhizocorallium? isp.
(Das Fragezeichen hinter einer Gattung oder Art oder allgemein Taxon bedeutet, dass die Zuordnung zu dem genannten (davorstehenden) Taxon möglich, aber nicht beweisbar ist. Steht es vor einem Taxon, so bedeutet es, dass man sich nicht sicher ist, ob das Fossil in einer bestimmten Schicht auftritt (Wird z.B. bei Aufschlussbeschreibungen benutzt, wenn man es selbst nicht gefunden hat, es aber in der älteren Literatur angeblich nachgewiesen wurde...)
Das isp. gilt nur für Spurenfossilien und ist mit dem sp. der Tiere und Pflanzen identisch. Wenn man dieses verwendet, legt man sich nicht fest, welcher Art das vorliegende Exemplar angehört. Ich verwende isp. hier, weil ich mir nicht sicher bin, ob die Ichnogattung richtig ist. Wenn der Gattungsname nicht sicher ist, kann auch der Artname nicht sicher sein!
@ Moni:
Kenn mich leider überhaupt nicht in Thüringens regionaler Geologie aus. Aber bei uns in Baden-Württemberg ist das Röt nur sehr dünn, maximal um 20 Meter mächtig... Aber es sind auch in erster Linie Ton-, Silt- und Schluffsteine und selten Sandsteine. Diese Einheit wird bei uns bereits zum Muschelkalk gestellt, weil sie unter Meeresbedeckung abgelagert worden sein soll. Auf Grund der roten Farbe wird es aber trotzdem noch als Buntsandstein angesprochen... Das hat traditionelle und wohl auch kartiertechnische Gründe...
--- Zitat von: Moni am 28 Apr 06, 11:41 ---Andere Variante wäre natürlich, daß die Lebenspuren in allen genannten geologischen Zeiträumen vorkommen (nicht unlogisch), aber dann frage ich mich, warum ich nur Muschelkalk erspäht habe.
--- Ende Zitat ---
Diesen Satz verstehe ich nicht so ganz... Eine Spurenart kann von mehreren Tiergruppen erzeugt werden, wenn diese ein ähnliches Aussehen und ähnliche Lebensweise besitzen. Ganz unabhängig von der Zeit in der sie leben... Dass man in einem Aufschluss fast immer nur eine geologische Einheit vorliegen hat ist normal. Und dass alle Spuren nicht überall vorkommen ist denke ich auch klar. Nicht überall sind die Lebensbedingungen gleich und so wird ein im Meer lebender Krebs sicher nicht (lebendig) im Hochgebirge (oder dessen Ablagerungen) zu finden sein... Ähnlich mit dem Erzeuger von Rhizocorallium. Wenn die Voraussetzungen für ein Leben des Erzeugers zur Zeit der Ablagerung nicht gegeben waren (z.B. zu flaches oder zu tiefes Wasser, nicht der richtige Salz oder Sauerstoffgehalt, Temperatur, usw.), so kann man auch seine Spuren in diesem Sediment nicht finden.
Das letzte Bild, das Du geschickt hast, ist schwierig zu deuten: Am ehesten sind die Teile identisch mit der Spurengattung Planolites. Das ist so eine Sammelgattung, wo man alles reinstopft, was man nicht näher benennen kann, weil einfach Merkmale fehlen. Es sind Grabgänge, die gerade, geschwungen oder mäandrierend durchs Sediment ziehen, keinen backfill (aktive Ausfüllung des Grabgangs durch die unverdaulichen Reste des Sediments, das vorne gefressen wird. Dieser Backfill hat meist eine uhrglasähnliche Form.) und kein lining (das ist eine Art Tunnelverkleidung) haben. Es können aber auch unvollständige Rhizocorallien oder sonst was sein...
Grüße an alle! ...und nutzt das verlängerte Wochenende zum Spurenfossilien-Sammeln!!!
Grüße,
Lothar
khe:
Hallo an alle,
Bin neu in diesem Forum und nur Anfänger oder Interessierter auf diesem Gebiet.
Vor Jahren fand ich ein ähnliches Fossil, wie das in diesem Thread abgebildete, der nun allerdings schon 4 Jahre alt ist. Versuche, das Foto hochzuladen, hoffentlich klappt es.
Fundort: Steinbruch bei Hildburghausen, unterer Muschelkalk (Wellenkalk).
geologe:
Hallo,
Findet man sehr häufig im Muschelkalk. Genau habe ich mich damit noch nicht beschäftigt da ich Mineralien sammle aber wahrscheinlich handelt es sich um Lebensspuren eines damals lebenden Wurms. Genaueres wird dir aber sicher noch ein Fossilsammler sagen können. Also warte mal ab. Meine Meinung ist da so mehr eine Vermutung.
Gruß
Jürgen
doe:
Hallo Karl Heinz,
das Bild zeigt ein lehrbuchmäßiges Beispiel für Rhizocorallium commune,einen - u - förmigen Spreitenbau in einem leicht verfestigtem Sediment gegraben durch einen Wurm.Die mit Kalkschlamm gefüllten Grabgänge sind relativ häufig zu finden. - Typisch für mu Oberer Wellenkalk.Hier : erste Seite, erstes Bild ,von Moni ein klasse Beispiel
Gruß Günter
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