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Laacher See Vulkan - neuer bisher nicht publizierter Aufschluß gefunden?

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Moni:
Hallo Leute,

mich beschäftigt folgendes Thema:
Bei Ausbruch des Laacher See Vulkanes vor ca. 13.000 Jahren wurden Bims und Asche ausgeworfen, die Ablagerungen in der unmittelbaren Nähe kann man ja z.B. an der Wingertsbergwand studieren. Laut Literatur kam es zur Ausbreitung der Auswurfwolke Richtung Südwest sowie nach Nordost.  Irgendwo habe ich dazu auch mal eine Abbildung gesehen - leider weis ich die Literaturstelle nicht mehr.
Wie dem auch sei, in der Uni Halle gibt es ein Poster, auf dem ein Schnitt durch den Nachterstedter Tagebau (Sachsen-Anhalt Nähe Aschersleben) gezeichnet ist; hier wird eine Asche-oder Bimsschicht mit ca. 10cm als Auswurfmaterial vom o.g. Vulkan angegeben. Leider ist dieser Aufschluß durch Rekultivierungsarbeiten heute nicht mehr zu sehen.

Nun, ich war letztes Wochenende wieder auf Exkursion in meiner Heimat und besuchte einen alten Kalksteintagebau in dem wir früher immer badeten.
Zum meinem großen Erstaunen fand ich über dem Kalk eine ca. 30cm starke Schicht aus “Asche und schwarzem Bims” als Wechsellagerung; die Bimspartikel haben Lapilligröße. Darüber liegen nochmal ca. max. 0,5m mächtige hellgrau weiche Ascheablagerungen. Konserviert ist das ganze durch Lehm. Es gibt auch nur noch eine angeschnittene Stelle davon; ich gehe davon aus, daß durch die Abbautätigkeiten am entsprechenden Hang diese Lagen abgetragen worden sind.

Frage nun: Wo kommt der Bims + Asche her? Etwa auch vom Laacher See-Ausbruch? Dafür sprechen würde auf alle Fälle der geologische Anschnitt sowie die Himmelrichtung der Ablagerung und auch die Stärke.
Zwischen Nachterstedt und meiner Fundstätte liegen so ca. 20km - dies käme auch hin.
 

Wer kennt von Euch noch Aufschlüsse zur Bims+Asche Ablagerung des Laacher See Vulkanes im nördlichen Raum von Deutschland?
Welche Farben sind hinsichtlich der Bimsgesteine vom Ausbruch bekannt? Auch schwarz dabei?
Wer könnte mir diesbezüglich eine geeignete Literaturangabe machen?

Herzliche Grüße Moni

Moni:
halt vergessenes Foto:

oben Nahaufnahme: deutlich sind die schwarzen Bimsschichten zusehen, teilweise durch runterrieselnde graue Asche jedoch "verfärbt"

unten: Geländeanschnitt, im Kästen die Ablagerung

Krizu:
Hallo,

soll ich mal die alten Bilder aus Mendig auskramen?

MfG

frank

Collector:
Hallo Moni

Ippach/Mangartz/Schaaf (Vulkanpark Eifel) beschreiben, daß die Eruptionswolken den Bims bis weiter als 50 km über den Rhein nach Osten trugen, Asche gelangte in höheren Luftschichten bis nach Südschweden und Norditalien.

Da Nachterstedt nun ein bißchen weiter weg von der Eifel liegt, und der Laacher Bims nur etwas mehr als 50 km weit geflogen ist, gäbe es für Deine Entdeckung auch ein anderes Denkmodell.

Zur Zeit des Rotliegenden gab es Vulkanismus im östlichen Teil der Norddeutschen Senke; sowohl nach W als auch nach E verliert sich die Mächtigkeit und Geschlossenheit seiner Effusivdecken und die Häufigkeit oberflächennaher Intrusionen. Die Laven, Ignimbrite, Tuffe sammelten sich in vulkano-tektonischen Senken (Halberstädter und Blankenburger Mulde etc.),  deren Absenkungsbeträge bis zu 2.000 m erreichten.
(zitiert Walter, R., Geologie von Mitteleuropa; 1992)

Könnte es nicht sein, daß die von Dir gefundenen Bimse und Asche Zeignisse des o.a. norddeutsche Vulkanismus sind ?

gruß
collector

Methakos:
Wenn die Aschen/Tuffe/Bims von der Laacher See Explosion oder sonsteinem jüngerem Ausbruch stammen, sollte zwischen den Kalken und Aschen doch eine (Erosions-)Diskordanz sein. Die werden sich wohl kaum beide mit gleichem Einfallwinkel und Richtung abgelagert haben, denn deine Kalke sind ja sicher um Millionen älter. Sicher keine genaue Methode, aber eine deutliche Diskordanz oder Unterschied in Fallrichtung und Winkel sollte für weitaus jüngere Ablagerungen sprechen. Sind Richtung und Winkel dagegen (fast) identisch, kannst du sie wohl eher in die selbe Zeit einordnen.
Ziemlich ungenau diese Methode, aber ein Anfang. Befindet sich in den obersten Kalken Aschematerial oder in den Aschen Kalkstückchen? Das könnte man eben so als hinweis darauf nehmen, on zwischen Kalk und Asche viel zeit vergangen ist oder nicht.

Kannst du vielleicht vulk. Glas in diesen Schichten finden? Ich weiss nicht wie lange es dauert, aber sehr altes Glas sollte entglasen und Wasser aufnehmen. Bzgl. der Farbe kann ich mich an keine schwarzen vom Laacher See erinnern, aber zugegebenerweise war ich auch erst einmal dort und habe damals keine schwarzen gesehen. habe aber ganz weisse und (hell)graue bis braune gefunden und in meinem regal liegen. das ich keine schwarzen kenne mag nur daran liegen, dass ich nicht überall war und auch eigentlich damals nur Hauyn gesucht habe. :)

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