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Autor Thema: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche  (Gelesen 5723 mal)

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Offline berthold

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Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« am: 13 May 06, 11:29 »
Hallo,

mir sind schon öfters orientierte Verwachsungen von verschiedenen Uranglimmern (Torbernit-Autunit, Torbernit-Uranocircit) aufgefallen. Nun bin ich auf der Literatursuche zu solcher Epitaxie - wer kann helfen?

Gruß

Berthold

PS: Bilder im Anhang: Uranocircit in Epitaxie auf Torbernit (normal und unter UV-Licht) aus Wölsendorf Grube Roland

Offline berthold

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #1 am: 15 May 06, 16:50 »
Hallo,

dann möchte ich meine Frage erweitern: Sind Euch solche Epitaxien schon mal untergekommen ? Ich kenne Epitaxie von Torbernit-Autunit von Hagendorf-Süd (ist im Hagendorf-Buch "Die Mineralien von Hagendorf und ihre Bestimmung" Kastning J. & Schlüter J., 1994 mit Foto drinnen).

Gruß

Berthold

stufenwühlmaus

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #2 am: 15 May 06, 20:46 »
Hallo Berthold,

was Du da beschreibst kenne ich aus dem Streuberg-Granitbruch bei Bergen im sächsischen Vogtland. Von dort besitze ich Ähnliches mit Torbernit-Autunit. Diverse Bereiche der Kristalle fluoreszieren und andere eben nicht. Ich habe es allerdings bisher nicht als Epitaxie sondern eher als Mischkristall angesehen.

Grüße und Glück Auf!

Offline berthold

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #3 am: 17 May 06, 09:03 »
Hallo stufenwühlmaus,

vielen Dank für den Hinweis. Streifung und Kanten (parallel) zeigen ganz klar, dass hier eine Epitaxie vorliegt. Die Gitter sind ja auch recht ähnlich. Wenn ein Bereich fluoresziert und ein anderer nicht dann ist das kein Mischkristall. In welchem Umfang Ca-Ba-Cu sich im Gitter vertreten können - keine Anhung, ich glaube aber, dass das gerade mit Cu nicht sehr weit geht.

Ein weiteres Bild habe ich inzwischen gefunden: http://www.uraniumminerals.com/UTh/Meta/M-Torbernite-001d-m.jpg, aber sonst Nichts. Nach meinen Beobachtungen dürften derartige orientierte Verwachsungen nicht so selten sein.

Ich bin weiter auf Literatursuche.

Gruß

Berthold

Offline Krizu

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #4 am: 17 May 06, 09:42 »
Hallo,

nur mal als Idee:
Die Floureszenz kann manchmal durch Fremdionen unterdrückt werden.

Liegt vielleicht so ein Fall vor?

MfG

Frank

Offline berthold

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #5 am: 17 May 06, 10:02 »
Hallo Frank,

hmm, könnte natürlich sein - aber: Die Farbe des Torbernits (innen) ist schon sehr typisch für Torbernit - und eben nicht für Uranocircit. Und in dieser Richtung (also durch Fremdionen im Torbernit die Fluoreszenz auslösen) dürfte das ja nicht gehen.

Gruß

Berthold

Offline smoeller

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #6 am: 17 May 06, 14:42 »
Hallo,

WALENTA beschrieb einen ähnlichen Fall von der Grube Clara im Schwarzwald. Müsste noch mal nachschauen, aber ich glaube das war im AUFSCHLUSS. Heft und Jahr folgen noch.
Ebenfalls von WALENTA liegen diverse Artikel über Uranglimmer aus dem Schwarzwald vor, da sind dann auch gemessene Gitterparameter und mögliche Mischkristalle angegeben. Das meiste war vermutlich ebenfalls im AUFSCHLUSS.
Hier scheint wirklich eine Epitaxie vorzuliegen. Wegen der verschiedenen Ionenradien von Cu2+ und Ca2+ ist eine ausgedehnte Mischbarkeit zwischen Torbernit und Autunit eher unwahrscheinlich. Der angesprochene Fall der Fluoreszenzunterdrückung beruht auf Mischkristallbildung zwischen Ba2+ und Ca2+ sowie Mg2+. Es ist aber vielmehr so, dass der Mg-Uranglimmer (keine oder schwach braungelbe Fluoreszenz) Novacekit bei Ca-Einbau (MK mit Uranospinit) beginnt, Fluoreszenz zu zeigen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline berthold

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #7 am: 17 May 06, 16:14 »
Hallo,

ja, das ist doch schon mal was.  :D

Was Mg als Quencher betrifft: Sowohl in Wölsendorf wie in Hagendorf  dürfte das nicht der Fall sein.

Gruß

Berthold

Offline berthold

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #8 am: 12 Jun 06, 10:36 »
Hallo,

die Literaturstelle von Walenta habe ich gefunden:

WALENTA K.: Neue Funde sekundärer Uranmineralien im mittleren und nördlichen Schwarzwald - Der Aufschluss 28, Heft 5, 177-188, Heidelberg 1977   

Auch:

KASTNING J. und SCHLÜTER J.: Die Mineralien von Hagendorf und ihre Bestimmung, 95 S., C. Weise Verlag, München 1994

beschreiben eine ähnliche Epitaxie (ohne sie aber so zu nennen) und zwar von Autunit-Torbernit. Scheint also doch weiter verbreitet zu sein. Nur seltsam, dass ich da keine weitere Literatur finden kann...

Dabei ist mir aufgefallen, dass die Angaben über die Kristallstruktur von Autunit, Torbernit und Uranocircit (wohlgemerkt nicht von den Meta-Phasen) in der Litaratur (und Internet) uneinheitlich sind. Z.B. weisen LOCOCK, A. J., and P. C. BURNS (The crystal structure of synthetic autunite, Ca[[[(U[O2])P[O4])2]]2] [([H2]O)11], American Mineralogist 88, 240-244, 2003) für synthetisch hergestelltem Autunit eine pseudotetragonal orthorhombische Struktur  nach.

Hat jemand aktuelle und verlässliche Angaben über die Raumgruppen dieser drei (natürlichen) Mineralien (Autunit, Torbernit, Uranocircit) ?

Gruß

Berthold

stufenwühlmaus

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #9 am: 12 Jun 06, 16:29 »
Torbernit-Autunit-Epitaxie vom "Streuberg" bei Bergen im Vogtland. Fund vom August 2000. Der Kristall misst 6 x 5 mm.

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Uranglimmer Epitaxie - Literatursuche
« Antwort #10 am: 12 Jun 06, 17:14 »
Die allermeisten alten Angaben in der Literatur sind falsch bzw. ungenau. Erst die diversen Strukturanalysen der Burns-Gruppe haben viel Licht ins Dunkel gebracht.

Zu Torbernit:
Locock, A. J. & Burns, P. C. (2003): Crystal structures and synthesis of the copper-dominant members of the autunite and meta-autunite groups: Torbernite, zeunerite, metatorbernite and metazeunerite. Canadian Mineralogist  41, 489-502.         

Zu Urancircit:
Locock, A. J., Burns, P. C. & Flynn, T. M. (2005): Structures of strontium - and barium-dominant compounds that contain the autunite-type sheet. Canadian Mineralogist 43, 721-733.     

Abstracts sollte es auf der Can. Min. website geben.

Zum Autunit:
Locock, A. J. & Burns, P. C. (2003): The crystal structure of synthetic autunite, Ca[(UO2)(PO4)]2(H2O)11. American Mineralogist 88, 240-244.       

PDF auf AM website.



 

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