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Autor Thema: Hühnergötter  (Gelesen 2471 mal)

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Offline Micha

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Hühnergötter
« am: 14 May 06, 12:46 »
Bei unserer Suche nach verkieselten Hölzern in Kiesgruben der Rochlitzer Gegend hat meine Frau mit Begeisterung vor allem Hühnergötter gesammelt. Offensichtlich stammen die (wie die Hölzer wohl auch) aus eiszeitlichen Geschieben.
Mir ist allerdings die Erklärung, dass es sich bei den Löchern um durch Erosion frei gelegte Einschlüsse von Sellilienstengeln u.a. handeln soll, zu einseitig. Viele Löcher sehen mir mehr nach Lösungseffekten aus. Aber immer ist Kreide/Kalk mit dabei. Gibts irgendwo glaubwürdige Literatur dazu ?
Im Übrigen sind wenige dieser Flint-Gebilde so geformt, dass man Algen oder ähnliches dahinter vermuten könnte - ganz feine Stengel, die z.T. als Einschlüsse auch im Flint sichtbar sind.
Erklärung????
Micha

Offline Findus

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Re: Hühnergötter
« Antwort #1 am: 14 May 06, 13:40 »
Hall Micha,
in dem  Buch über Mikroskopie (Mikroskopie, Werner Schlüter, Aulis Verlag Deubner & Co Kg, Köln 1976), auf  Seite 196 steht u.a.,  dass im Feuerstein (Flint) fossile Radiolarien und Foraminiferen vorkommen. Vielleicht hast Du auch so etwas entdeckt.

Grüsse,
Bernd

Offline ceras

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Re: Hühnergötter
« Antwort #2 am: 14 May 06, 22:03 »
Hallo Micha,

als weiterführende Lektüre empfehle ich dir :
Geologischer Führer für den norddeutschen Geschiebesammler von Werner Schulz aus der " cw Verlagsgruppe" .
Dort kannst du entnehmen, dass die Kieselsäure der Kreide aus der Verwitterung von Granite, Porphyre,, uw. entstand. Im Kreidemeer diente sie dann den Radiolaren, Diatomeen, Schwämmen, etc. zum Aufbau ihrer Skelette. Wenn diese Tiere gestorben waren, nahm der Kreideschlamm die Kieselsäure in gelöster Form auf.
Dann trat das SiO2 als Gel durch nicht geklärte Ausscheidung aus und lagerte sich um fossile Tiere ab und/oder bildete unregelmäßige Formen von Feuerstein-Konkretionen ( z. B. in Hohlräumen ).
Somit können die Fossilien in und an Feuersteinen sowie die Pseudofossilien, die die Feuersteine gebildet haben , aber auch die Löcher ( der " Hühnergötter " ) erklärt werden.

mfg   ceras

Offline Micha

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Re: Hühnergötter
« Antwort #3 am: 17 May 06, 18:51 »
Danke für die Antworten,
Dass fossile Bildungen irgendwo mit in der Nähe sein können, beweist ein Stück, das wir vergangenes WE gefunden haben: wahrscheinlich ein Brachio (???) ist noch gut erkennbar erhalten.
Trotzdem bleiben da noch für mich Fragen:
Ich kann mir nicht vorstellen, das alle Flinte vom Eis verschleppt vom Norden hierher gelangt sein sollen. In den Deckgebirgen der Leipziger Braunkohle sind ja auch riesige Quarzkonkretionen gefunden worden, sehr zum Leidwesen der Baggerfahrer. Die können doch eigentlich nur an Ort und Stelle sich gebildet haben. Was ich damit sagen will, ich vermute, dass es auch andere Bildungsprozesse geben muss. Manche Flinte machen einen geradezu unreifen Eindruck, Kreide ist z.B. bei manchen nicht ein Fitzelchen erkennbar.
Muss mal bei Gelegenheit paar Fotos machen.
Micha

 

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