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Silbererz Schacht 371 Hartenstein?

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Schluchti:
Ich habe wieder mal ein fragliches Stück von der 371, welches ich über Ostern dort gefunden habe. Es handelt sich um eine Stufe mit dem typisch rosa Dolomit, auf dem weißliche Dolomitkristalle und etwas Löllingit feinkristallin verteilt in Drusen sitzen.

 Daneben fielen mir aber einige bis etwa 1,5 mm große Kristalle auf, die im normalen Sonnenlicht silbrig-hell glänzten. Ich dachte dabei erst an winzige Safflorit oder Skuttderudit Kristalle, aber unter dem Bino erkennt man dann noch einen rötlich-bläulichen Schimmer und die Kristallform will mir auch nicht recht passen. Diese silbrig schillernde Oberfläche scheint mir relativ typisch für den Glanz von angelaufenem Proustit oder Pyryargyrit. Ich konnte aber auch unter dem Bino keinerlei innere rote Reflexe erkennen, was aber vielleicht auch der geringen Kristallgröße geschuldet sein könnte. 

Könnte es evtl. Polybasit sein? Aber der müßte auch eher rötliche Reflexe aufweisen, oder?     

Anbei mal ein Bild, auf dem die Kristalle eher dunkel wirken.

smoeller:
Hallo,

Ja, reiner Polybasit und Arsenpolybasit haben typischerweise rote Innenreflexe. Könnte aber an der Kristalldicke liegen.
Pearceit und Antimonpearceit, weitere Minerale der Polybasitgruppe, zeigen diese Innenreflexe in der Regel nicht. Die sind dann grauschwarz, reiner Pearceit, der wegen der As-Paragenese (Löllingit) passen würde, zeigt meines Wissens manchmal auch ein wenig rötliche Farbtöne.

Könnte aber auch Miargyrit sein. Den kenne ich zuhauf aus dem Schwarzwald. Viele der Kristalle von der Grube Ludwig sehen aus wie Fahlerz-xx (grauschwarz, hochglänzend, Kristallform erinnert an Tetraeder). Bruchstücke und Einsprenglinge hingegen haben rote Einsprenglinge, allerdings weniger als Pyrargyrit. Und was das Vorkommen Sb-Mineral Miargyrit/ Arsenminerale anbelangt, so habe ich eine Stufe von Wieden mit der Paragenese Arsen-Miargyrit-Proustit und auch aus der Giftgrube im Münstertal liegt Arsen mit Miargyrit vor.

Glück Auf!
Smoeller

uwe:
Optisch ist da nicht viel zu machen, da sowohl Miargyrit, Polybasit und Stephanit gemeinsam auf den Gang Bhramaputra vorgekommen sind. Ein rötlicher Schimmer wäre ohnehin nur bei dünnen Blättchen festzustellen. Der Glanz spricht für Miargyrit. Die Kristalle von Polybasit die ich von Schlema gesehen habe hatten einen anderen Charakter. Stephanit ist mir von Schlema nur aus der Literatur bekannt.

Ich nehme an, daß die Kristalle so klein sind, daß eine Bestimmung ausscheidet, da man danach allenfalls weis, was man gehabt hat.

Auf jeden Fall Glückwunsch. Auch ohne Bestimmung ist die Stufe aufhebenswert.

Glück Auf
uwe

Schluchti:
Danke für Eure Meinungen!  :) An Miagyrit hatte ich noch gar nicht gedacht. Wird wohl wirklich ohne Analyse nicht zu bestimmen sein. Muß ich wohl mal einen der weniger gut ausgebildeten Kristalle opfern.

Schluchti:
So, hatte nun die glückliche Gelegenheit eine EDX-Analyse an den xx durchführen lassen zu können. 

Das Ergebnis hat mich umgehauen: Es ist reines gediegen Wismut!

Habe noch nie so hellsilbrig-glänzende Wismut-XX gesehen, aber die Form kann hinkommen und ein Kristall hat auch den charakteristischen rötlichen Schimmer und die schillernden Regenbogenfarben an der Oberfläche.

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