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Autor Thema: Pyrit aus Navajun  (Gelesen 16433 mal)

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Offline Tobi

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Pyrit aus Navajun
« am: 11 Jun 06, 20:01 »
Moin!

Ich hab mal ne Frage wegen den schönen Pyriten von Navajun/Spanien. Und zwar kommt es ja oft vor, dass diese Kristalle sehr leicht aus der Matrix rausbrechen. Wie sieht es aus, wenn gelöste Kristalle an ihrer natürlichen Anwachsstelle wieder angeklebt werden? Gilt das als Manipulation oder gar Fälschung? Ich habe mal gelesen, dass dieser Eingriff erlaubt ist, da es ja schließlich auch der natürlichen Wuchsstelle entspricht. Außerdem müsste man, wenn man diese Maßnahmen nicht ergreift, leider auf zahlreiche wunderschöne Stufen verzichten. Also daher nochmal meine Frage: Ist es allgemein akzeptiert, dass diese Kristalle wieder angeklebt werden, und wie stark mindert dieser Eingriff den Wert dieser Stücke?

Gruß

Offline manu

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #1 am: 11 Jun 06, 20:04 »
Hallo,
ich denke schon das das akkzeptiert wird. Mein Pyrit aus Navajun ist auch geklebt. Auf Börsen bekommt man Pyrit aus Navajung eigendlich nur geklebt.
Hier im Lexikon steht glaub ich auch was darüber, ich denke, dass ich da mal was gelesen hab.
Viele Grüße manu

Offline loismin

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #2 am: 12 Jun 06, 06:12 »
Hallo Tobi

Für deine Sammlung spielt das keine Rolle, wenn du das verkaufst würde ichs draufschreiben .
Übrigens ist bei den großen Aggregaten immer eine Gipsschicht zwischen den xx, darum fallen die meisten
großen Aggregate auseinander.
Da ich das weiß, stellt für mich dieses wieder ankleben keine Minderung dar, das ist aber Ansichtssache
des Einzelnen.

Gruß
Loismin

Offline thannator

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #3 am: 12 Jun 06, 06:44 »
Meine Meinung ist da - solange die Stufe nur geklebt zusammenhaelt ist dass doch ok (aufgrund von broeselnder Matrix oder so), wenn allerdings gebrochene (einzelne) Kristalle (was ja bei diesen Pyriten nicht der Fall zu sein scheint) repariert werden finde ich (persoenlich) das nicht allzu toll.
Solange es also notwendig ist - warum nicht, wie schon gesagt nur beim Verkaufen sollte es dranstehen.

Den Wert wuerde ich sagen mindert das nur wenn man's zu deutlich sieht, wenn's an einer guten Stelle gemacht worden ist .... kann ich mir kaum vorstellen dass es da zu grosse Abstriche gibt. Wenn's natuerlich dann schlecht gemacht worden ist und im schlimmsten Falle auch noch der Kleber hervorschaut, ....  :-\

Ich wuerde selber mich nicht allzu sehr daran stoeren ... solange es noch gut aussieht.

Seb

Offline eser

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #4 am: 12 Jun 06, 09:00 »
Hallo Tobi,
Mir würde es auch nicht stören, solange es sachgemaess geklebt  wird. In der Webseite von  mineralium.com  steht  unter dem Rubrik "Pyrit navajun " etwas darüber. Vielleicht  hilft es dir weiter.
Grüsse
eser :)

Offline Collector

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #5 am: 12 Jun 06, 09:56 »
Hallo

ein paar kurze Bemerkungen.
Der Begriff "geklebt" hört sich doch recht negativ an. Ich bevorzuge den Ausdruck "restauriert" oder "wiederhergestellt" .

Es gibt nicht wenige Stufen mit Kristallen, welche durch sehr sorgfältige Bergung auf oder in der Original-Matrix bleiben ( siehe Bild Stufe 1).

Was die herausgefallenen Kristalle angeht, haben die Betreiber der Mine zwei Optionen: Entweder die Stücke mit den herausgefallenen Kristallen wegzuschmeißen oder die Stufe zu restaurieren, bzw. den Originalzustand wiederherstellen. In den meisten Fällen entscheidet man sich für die zweite Option. Die herausgefallenen Kristalle werden sorgsam gesäubert, desgleichen die Ansatzstellen von dem Trennmineral befreit und der Kristall dann wieder mit einem Harz so positioniert, wie er im Original war.
(siehe auch Bild Stufe 2)

Die Entscheidung, solche restaurierten Stufen in seine Sammlung zu nehmen, ist jedem Sammler selbst überlassen. Dessenungeachtet kann jeder selbst an der Fundstelle sammeln und sich überzeugen, daß es im Mergel auch unzählige bergfrische Pyrite original im Muttergestein gibt - nur, man muß dann auch das Glück haben oder äußerst vorsichtig arbeiten, um diese " ungeklebten" Stücke auch dementsprechend herauszupräparieren.

Diese Praxis ist seit Jahren üblich und akzeptiert; selbst die schönsten Stufen im Smithsonian und  in der berühmten Sammlung der Escuela de Minas in Madrid sind restauriert. Daß diese Stufen restauriert sind, ist hinlänglich bekannt und wird auch von den Betreibern der Mine nicht verschwiegen.

Soweit ich nach vielen Besuchen der Minas Victoria in Navajún nachvollziehen kann, werden dort von den Betreibern keine Manipulationen vorgenommen; die Kristalle der restaurierten Stufen gehören immer zu der Stelle, wo sie herausgefallen sind.

Weniger schön und gefälscht sind allerdings Matrixstufen, auf welchen Kristalle ein- und aufgeklebt sind, welche vorher nicht da waren. Die große Masse der frei herumliegenden Einzelkristalle mag dazu manchen Sammler und Händler verführen, sich selbst auf billige Art und Weise Stufen herzustellen.
(10 kg Mergel plus 150 Kristalle = 30-40 Stufen)

Apropos Trennschicht zwischen Matrix und Kristall: Diese ist an manchen Stellen des Vorkommens meist  Chlorit, Kaolinit oder Gips; kann aber auch eine Mischung aus Kaolin, Muskovit, Cookeit, Calcit, Chlorit und selten Quarz sein.

Ich war grade vor 2 Wochen mal wieder an der Fundstelle: Es gab - wie eh und je - Originalstufen mit festsitzenden Kristallen zuhauf.

gruß
collector

« Letzte Änderung: 12 Jun 06, 13:44 von Collector »

Offline Ralf

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #6 am: 12 Jun 06, 14:03 »
Grundsätzlich gehört es sich beim Verkauf, auf alle Eingriffe hinzuweisen. Wenn man Fälschungen mal ganz weglässt, gibt es eigentlich nur zwei Varianten.

" Restauriert " heißt m.E., das abgebrochene Kristalle wieder dort angeklebt wurden, wo sie abgebrochen sind. Dies stellt für mich jedoch eine Wertminderung dar und gehört beim Verkauf in jedem Fall ausgewiesen. Hier liegt der Zungenschlag auf " abgebrochen ". Desgleichen gilt auch für gebrochene Achate oder verkieselte Hölzer.

" Stabilisiert " heißt, es wurde mit Kleber einem möglichen Zerfall vorgebeugt, bzw. in die Matrix eingebettete Kristalle werden wieder genau an der Stelle gesichert, an der sie gesessen haben.  Auch das gehört beim Verkauf ausgewiesen, stellt aber für mich keine Wertminderung dar. Auch bei Achaten und Hölzern ist es m.E. zulässig, diese zu stabilisieren, bevor sie zerbrechen.

Ralf

Offline Tobi

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #7 am: 12 Jun 06, 21:00 »
Hallo,

@eser: Ja danke, genau diesen Text von mineralium.com kannte ich. Dort steht, dass das Wiederankleben herausgefallener Kristalle akzeptiert wird. Ich wollte nur mal so allgemeine Meinungen hier im Forum dazu hören. Ich weiß ja, dass diese Pyritkristalle sich sehr leicht von der Matrix lösen, daher muss das sicherlich oft gemacht werden. Aber mich persönlich stört es auch nicht unbedingt, wenn die Kristalle auch von Natur aus an die jeweiligen Stellen gehören. Wenn man nicht sieht, dass es geklebt ist, ist es ok. Schade nur, dass die Natur ausgerechnet diese perfekt schönen Mineralien mit solcher Fragiltät straft.

Aber mal eine andere Frage: Wie groß (Kantenlänge) sind denn die größten Pyritkristalle, die von dieser Lagerstätte bekannt sind?

Gruß

Offline Jürgen

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #8 am: 15 Jun 06, 14:17 »
Hello Tobi,

die Kantenlänge welche Pedro im Schrank hat, kann ich dir nicht genau sagen, meine jedenfalls reichen bis zu 6 cm. (Und die Funde wurden mir nicht abgenommen)

Was collector geschrieben hat, finde ich sehr gut. Er schreibt auch über aufgeklebte Pyrite, die in der Matrix, nie und nimmer dort gewachsen sind.
Ich kenne einige Verkäufer, die auf diese Tour ihre Pyrite verkaufen. Ich könnte mit ihnen jedesmal streiten, verkaufen tun sie es dann doch.

Tolle Beträge, super  :D

Jürgen

Offline Tobi

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #9 am: 15 Jun 06, 17:14 »
6 cm Kantenlänge??  :o Nicht schlecht, lass doch mal ein Foto davon sehen!

Meiner bringt's "nur" auf 2,7 cm

Offline Philip Blümner

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #10 am: 15 Jun 06, 17:24 »

Offline Collector

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #11 am: 15 Jun 06, 18:10 »
Nicht nur aus Navajún - auch im benachbarten Ambasaguas gibts zur zeit  herrliche Neufunde. War vor zwei Wochen da zum Sammeln- es ist unglaublich, wieviele Kombinationen dort auftreten und in welcher Menge .


Anbei ein paar Beispiele der neuen Funde: (die meisten um die 5-7 cm Kantenlänge), sehr selten auch Oktaeder bis 7 cm. Ganz fantastisch die kugeligen Aggregate aus Dodekaedern.

gruß
collector

Offline Collector

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #12 am: 15 Jun 06, 18:11 »
und noch n paar

Offline Collector

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #13 am: 15 Jun 06, 18:13 »
und noch ne Kugel, Durchmesser 9 cm

Offline Jürgen

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Re: Pyrit aus Navajun
« Antwort #14 am: 15 Jun 06, 21:29 »
Guten Abend Tobi,

wollte dir heute Abend ein paar Bilder rein stellen, aber irgend wie klappt es nicht. Habe das letzte mal schon Probleme mit den Calciten gehabt. :( Trotz Hilfe von Kollegen)

Komm doch einfach mal vorbei und schau dir die Pyrite an.  :D

Jürgen

 

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