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Autor Thema: Topotaxie  (Gelesen 6079 mal)

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Offline berthold

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Topotaxie
« am: 17 Jun 06, 15:58 »
Hallo,

im Lexikon findet sich die Definition zur Topotaxie:

Zitat
Reaktionen in Kristallen, welche zu einer neuen Kristallphase mit einer strukturellen Orientierungsrelation zum Ausgangskristall führen.

ich dachte, Topotaxie wäre eine dreidimensionale Epitaxie ? Mir ist schon klar, dass man mit  topotaktischen Reaktionen Strukturen machen kann, die durch "normale" Kristallzüchtung nicht gelingen könnten. Aber Topotaxie ist doch kein Begriff für eine Reaktion sondern beschreibt doch eigentlich nur die orientierte dreidimensionale Verwachsung - oder ?

Gruß

Berthold


Offline smoeller

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Re: Topotaxie
« Antwort #1 am: 17 Jun 06, 16:11 »
Hallo,

Habe mal den "Kleber" (W. Kleber:Einführung in die Kristallographie) zu Rate gezogen. Demnach ist der Lexikoneintrag etwas zu verändern.
Laut Kleber: " Auch bei chem. Reaktionen an Kristallen können die sich bildenden kristallisierten Produkte eine strukturelle Orientierungsrelation zum Edukt aufweisen."
Topotaxie ist demnach durchaus der Epitaxie ähnlich, nur dass hier das Produkt einer Reaktion orientiert mit dem Ausgangsstoff verwachsen ist bzw. sich nach (vollständigem)Ablauf der Reaktion die Kristalle der Produktphase in einer orientierten Verwachsung befinden, die sich nach der Kristallographie des Ausgangsstoffes richtet.
Beispiele: Periklas-xx auf Brucit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline berthold

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Re: Topotaxie
« Antwort #2 am: 17 Jun 06, 16:29 »
Hallo,

vielen Dank. Ja, das dürfte der Sache näher kommen. Jetzt habe ich mal ein wenig google bemüht  ;) Mir scheint, der Begriff wird recht unterschiedlich gesehen.

 http://www.chm.tu-dresden.de/anorg/Ruck/AC-II-2/Synthese/Epitaxie.pdf   ???

Gruß

Berthold

Offline smoeller

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Re: Topotaxie
« Antwort #3 am: 17 Jun 06, 17:21 »
Hallo,

Sehr interessanter Link.
Aber ich denke doch, dass die Beschreibung im Kleber besser ist. Denn eine 3-dimensionale Verwachsung zweier Phasen kann eigentlich nur dann stattfinden, wenn Wirt und Gast in den 3 Raumrichtungen a,b,c jeweils nahezu gleiche Gitterparameter haben, also a0,Wirt ungefähr = a0, gast ist usw..
Das aber geht nur bei strukturell sehr ähnlichen Mineralen, bei denen oft auch noch eine Mischbarkeit besteht.
Zwei oder ein Gitterparameter können ohne weiteres bei verschiedenen Mineralien nahezu gleich sein, so dass Epitaxie häufig ist.

Glück Auf!
Smoeller

 

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