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Tropfsteine
Erik:
Hallo zusammen,
mich würde interessieren ob und wie sich erkennen läßt ob ein Tropfstein aus Calcit oder Aragonit besteht. Auf den Bildern sind Stücke aus der Toscana bei denen ich aufgrund dieser radialstrahligen Strukturen mehr zu Aragonit tendieren würde, die Kristallflächen die diese strahligen Kristalle zeigen lassen mich aber mehr an Calcit denken.
Ist ohne genauere Untersuchungen überhaupt eine einigermaßen sichere Bestimmung möglich?
Gruß, Erik
Erik:
..
smoeller:
Hallo,
Würde auch eher zu Calcit tendieren. Die xx-Form spricht dafür. Solange aber keine wirklich absolut freistehenden xx erkennbar sind, sondern nur Krusten undeutlicher xx, ist eine einwandfreie Diagnose schwierig.
Möglicherweise hilft eine Untersuchung mit UV-Licht. Langwelle reicht. Calcit tendiert zu roter Fluoreszenz, Aragonit gern zu gelber oder brauner. Kann ein guter Anhaltspunkt sein, ist aber leider auch nicht eindeutig. Die Fluoreszenz ist nämlich vom Einbau von Fremdionen abhängig und keine spezifische Eigenschaft des Minerals.
Sicher ist die Unterscheidung nur mit Röntgenmethoden (Pulverdiffraktogramm) möglich.
Glück Auf!
Smoeller
Erik:
Gute Idee mit dem UV-Licht, daran hatte ich noch gar nicht gedacht!
Wovon hängt es ab ob sich solche Sinterbildungen aus Calcit oder Aragonit bilden, gibt es da irgendwelche Bildungskriterien?
smoeller:
Hallo,
Die drei Hauptvariablen sind: Druck,Temperatur und Zusammensetzung der Lösung.
Unter Normalbedingungen (Umgebungstemperatur (in Höhle vielleicht 8°C)) und Normaldruck von 1013 mbar ist Calcit die stabile Modifikation. Aragonit ist hingegen die bei höheren Drücken stabilere Modifikation.
Der wichtigste Einfluss ist aber wohl die Zusammensetzung der Lösung. Bestimmte Ionen können die sog. chem. Potentiale (daraus berechnen sich die Stabilitätskurven und -bereiche der Minerale) so beeinflussen, dass dann Aragonit bevorzugt wird. Man kennt beispielsweise die Hemmung der Calcitbildung durch Mg2+-Ionen in heißen Küstenebenen (Sebkhas) in Vorderasien.
Glück Auf!
Smoeller
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