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Kupfer oder Gold?

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Hg:
Hi Torben,


--- Zitat ---Im Wäßrigen erwarte ich, daß die Salze nach HSAB-Konzept und Löslichkeitsprodukt ausfallen.
--- Ende Zitat ---

sorry, aber ich verstehe hier in diesem Zusammenhang nicht ganz den Zusammenhang zum HSAB-Prinzip  ???
Was definierst Du hier als hard acid bzw. soft bases? Vielleicht solltest Du in diesem Zusammenhang dieses Prinizip auch für den Laien erklären (ich habe jetzt leider spontan nicht die entsprechende Fachliteratur zur Hand und meine Vorlesungen zu diesem Thema sind leider schon ein bissel her  :-[)
Das Argument mit dem Löslichkeitsprodukt würde ich ja hier noch verstehen.
Gruß
Hg

smoeller:
Hallo,

Wir sprechen hier von wässrigen Lösungen, in der Regel kalt oder nur lauwarm.
Das Problem ist in der Regel die Frage, ob die Lösungen aszendent (aufsteigend) aus der Zone der Primärerze sind, dann wären es reine Verwitteungslösungen, oder ob es sich um deszendente Lösungen (von der Oberfläche herabsickernd) handelt, also Oberflächenwässer.
Bei ersteren würden die Edelmetalle durch Kontakt zu Erz oder unedleren Metallionen sofort als erste ausfallen, bei letzteren würden die an  Edelmetallionen angereicherten Lösungen auf Erz/unedles Metall treffen.

Fest steht aber, dass Gold in wässriger Lösung transportiert werden kann. Man kennt sogar mit Gold überzogene Kupferdrähte aus Bächen, u.a. im Südschwarzwald, was auf gelöstes Gold im Bach hindeutet. Warme saure Lösungen können weit mehr lösen. Wenn nun aber Grundwasser einströmt, so sinkt die Löslichkeit, da der pH-Wert steigt und die Konzentration gelöster Stoffe sinkt.


Glück Auf!
Smoeller

Torben:
Hi!

Ah, jetzt versteh ich. Ok, so gibt das Ganze ein rundes Bild  :)
Aber wenn es im Südschwarzwald Bäche mit gelöstem Gold gibt, ist das nicht schnell ein Hinweis für früheren Bergbau? Mir fällt da das Stichwort Cyanidlaugerei ein. Oder sind die Wässer ganz natürlich an Au angereichert?

Wegen des HSAB-Prinzips: Letztendlich läuft das ja wieder auf das Löslichkeitsprodukt hinaus. Aber um eine Idee über die Löslichkeit eines Salzes zu erlangen, greife ich auch heute noch gerne mal auf HSAB zurück.

Um es mal kurz und gut zu erklären: Das HSAB-Konzept (hard acids-soft bases) geht davon aus, daß es zwei Gruppen Kationen und Anionen gibt. Und zwar die "harten" und die "weichen". Nach dem alten Sprichwort "gleich und gleich gesellt sich gern" finden sich bevorzugt Kationen und Anionen derselben Klasse zusammen. Denn diese zeichnen sich durch eine geringe Löslichkeit aus und neigen in Lösungen zum Ausfallen. Beispiele für "harte" Partner sind: Ba2+ + SO42- --> BaSO4. Oder Al3+ + 3 OH---> Al(OH)3. Für die "weichen" z.B. die Sulfide: Cd2+ + S2---> CdS

Weitere Infos gibts hier:
http://www.uni-bayreuth.de/departments/ddchemie/umat/HSABkonzept1/HSAB1.htm

Bis denn

Torben

smoeller:
Hallo,

@Torben: Danke für deine Ausführungen zum HSAB-Konzept. Jetzt verstehe ich es.

Das mit dem Gold ist so: In der damaligen Zeit wurde kein Cyanid benutzt. Man gewann Gold mit dem Amalgamverfahren, d.h. man nahm Hg.
In den Bächen findet man selbst heute noch größere Mengen Hg in Kügelchen und festes Amalgam mit Ag und Au. Das Besondere hier war, dass anscheinend Au in den Bachwässern gelöst ist, das nicht mit Hg umgesetzt wurde. Dies hat sich dann elektrolytisch auf dem Cu abgeschieden.
In den Bächen werde ich garantiert nicht Goldwaschen gehen, wenn da nachher ein Fläschchen Hg rauskommt.

Glück Auf!
Smoeller

Hg:
Das mit dem Goldwaschen mittels Quecksilber war/ist wirklich ein großes Umweltproblem.
Noch heute wird das meiste Gold, vorzugsweise von den kleinen Schürfern in den Flüssen Brasiliens, durch Quecksilber zum Amalgam gebunden und anschließend durch Erhitzen das Quecksilber einfach wieder entfernt. Der Rest des hochtoxischen Schwermetalls bleibt in den Flüssen zurück.
Gruß
Hg (der nix mit dem Goldwaschen und Quecksilber zu tun hat  ::))

edit:
siehe auch Artikel hier:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Gold

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