Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Kupfer oder Gold?
Tauerngold:
Könnte auch Kupfer mit geringem Goldanteil sein.
Sieht für mich leider nicht so aus,
ist auf einem Foto auch schwer zu erkennen.
Grüße TauernGold
giantcrystal:
könnte auch Kupfer mit gerngen Zinkgehalten also eine Art natürlichen Messings sein
Glück Auf
Thomas
Torben:
naja, Zinkmineralien sind in der Paragenese da gar nicht enthalten. Ist ausschließlich Cuprit/Chalkotrichit mit etwas Kupfer. Wenn Zn drin wär, müßte man doch auch Zn-Oxidationsmineralien finden!?
Gruß
Torben
smoeller:
Hallo,
In dieser Paragenese wäre Zink auch überhaupt nicht zu erwarten.
Man kann sich die sekundären Bildungen in einem Bergwerk anhand eines Redoxgleichgewichtes (elektrochem. Spannungsreihe) erklären. Es gibt dann edle Metalle (Cu,Ag,Au,Pt,Hg), welche die Tendenz haben, in gediegener Form oder in reichen Erzen aufzutreten, da ihre Ionen durch unedlere Metalle reduziert werden. Die unedleren Metalle (z.B. Pb,Zn,Fe) hingegen werden von edleren Metallen oxidiert.
Eine typische Reaktion, wie sie in Erzbergwerken auftritt (Zementkupfer auf Eisenschienen):
Fe(Metall) + Cu2+ = Cu(Metall) + Fe2+.
Nehmen wir jetzt ein Erz aus Galenit,Sphalerit und Chalkopyrit, so wird daraus eine Lösung von SO42--, Cu2+-, Fe2+- Fe3+-, Pb2+-, und Zn2+- Ionen entstehen. Während Fe, Pb und Zn in der Regel aus den Lösungen in der Oxidationszone sofort in Form der üblichen Sekundärminerale ausfallen, bleiben edle Metalle eher in der Lösung.
In der Nähe des Grundwasserspiegels (sog. Zementationszone) reichern sich Ag,Cu,Au an und fallen aus. Es entstehen bei Cu Cuprit, Kupfer und Chalkosin. Das ist genau die Paragenese des vorliegenden Stückes.
Zink wird also in anderen Stockwerken angereichert als Kupfer.
Habe einige Stücke von der Grube Clara, wo das Kupfer auch leicht gelblich angelaufen ist. Ist nicht so selten.
Au wäre möglich, glaube ich aber hier eher nicht.
Glück Auf!
Smoeller
Torben:
Hi!
Wirklich aufschlußreich! :) Aber eins ist mir unklar:
--- Zitat von: smoeller am 13 Jul 06, 17:40 --- Während Fe, Pb und Zn in der Regel aus den Lösungen in der Oxidationszone sofort in Form der üblichen Sekundärminerale ausfallen, bleiben edle Metalle eher in der Lösung.
In der Nähe des Grundwasserspiegels (sog. Zementationszone) reichern sich Ag,Cu,Au an und fallen aus. Es entstehen bei Cu Cuprit, Kupfer und Chalkosin.
--- Ende Zitat ---
Daß die unedlen, nach Spannungsreihe, zuerst oxidiert werden, ist irgendwo klar. Daß die dann auch schnell fallen auch. Soweit so gut!
Aber in welcher "Lösung" verbleiben die edlen? Müßte Au, solange der Schmelzpunkt unterschritten ist, nicht sofort ausfallen?
Bzw. von welcher Lösung reden wir hier? Gesteinsschmelze oder wäßrig? Im Wäßrigen erwarte ich, daß die Salze nach HSAB-Konzept und Löslichkeitsprodukt ausfallen. Aber bei Gesteinsschmelze habe ich keine Ahnung, ob man das auch übertragen kann. Prinzipiell schon, oder?
Viele Grüße
Torben
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