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Autor Thema: Geologisches Lot bei Quarzen  (Gelesen 4548 mal)

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Offline Philip Blümner

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Geologisches Lot bei Quarzen
« am: 20 Jul 06, 11:48 »
Neues Thema:

Im Magma-Heft 3/84, S. 25, wird im Bericht über die Grube Meggen/Sauerland von besonderen Quarzen berichtet.

Zitat
Als Besonderheit ist noch das Wachstum nach dem "Geologischen Lot" zu erwähnen; hierbei wachsen jüngere Quarzkristalle auf Wirtskristallen genau in Richtung Erdmittelpunkt.

Wie ist sowas möglich? Also wie kommt es dazu? Ist so etwas bei anderen Mineralien auch schon beobachtet worden?

Gruß
slugslayer

Offline Collector

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #1 am: 20 Jul 06, 12:12 »
Hallom Philip

google doch mal unter: "Kristallwachstum Erdmittelpunkt".

Da findest Du die Antworten - von Jules Verne bis zum Blastese-Unterricht im Kindergarten.

Thanks a lot

collector

Offline Philip Blümner

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #2 am: 20 Jul 06, 13:01 »
Den Blastese-Unterricht kann ich nicht aufmachen, Jules Vernes finde ich nur beim Film "The Core"...

Ich fand da jetzt nichts zu dem Thema  :-[

Offline Stefan

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #3 am: 20 Jul 06, 13:05 »
Das ist doch ein Scherz - Wie soll sowas aussehen?
Das war bestimmt der Aprilscherz.

Gruß Stefan

Offline Philip Blümner

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #4 am: 20 Jul 06, 13:11 »
Im Heft Mai/Juni?  ???

Offline Collector

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #5 am: 20 Jul 06, 13:41 »
Hallo Philip

vielleicht hängt das mit der Schwerkraft zusammen. Da gehts halt immer nach unten. Und der Erdmittelpunkt  - je nach Bewohner - ist halt immer unten. Egal, ob Du in Norwgen oder Neuseeland bist. Die Neuseländer hängen aber nicht an den Europäern, ist nur ne falsche Betrachtungsweise.

Bekannte Bespiele sind die Tropfsteine, wobei die ..... titen hängen und die ..... miten stehen.

Auch im normalen Leben ist das so. Die Eltern strebten noch aufrecht nach oben, die Kinder lassen sich hängen. Immer dem Erdmittelpunkt entgegen.

Warum sollte das bei den Meggener Quarzkristallen anders sein ? Die ursprünglichen Wirtskristalle haben sich mit aller Kraft aus der Lösung nach oben ausgebreitet. Ging ja meist auch nicht anders, da sie ja auf Gestein aufwachsen, und das können sie nach unten nicht durchdringen, daher steigen sie nach oben.

Die 2. Generation, die Quarzkristallkinder, haben das nicht mehr nötig . Sie entwickeln sich an der Quarz-Mutterbrust und folgen der Schwerkraft -ist ja auch einfacher erklärbar, da Tropfen nun mal nicht steigen sondern fallen. (metabasis eis allo genos)

Zumindest wirds so im Kindergarten erklärt.

Gibt mir im übrigen eine Anregung für zukünftige Mineralbeschreibungen: Bisher schrieb man ja immer: Freistehende Kristalle. Warum dann also nicht: Freihängende Kristalle ?

gruß
collector


Offline smoeller

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #6 am: 20 Jul 06, 13:58 »
Hallo,

Stimme Collector wegen der Schwerkraft zu.

Normalerweise wachsen Kristalle aus einer Lösung auch nach der Sättigung der Lösung bzw. nach der Lösungssättigung. Die Orientierung der xx muss dann nicht zwingend nach der Schwerkraft erfolgen, sonst hätten wir ja auf einer Stufe immer nur Kristalle bestimmter Orientierung und keine Igel oder Büschel.

Hier müssen die xx dann genau nach der Schwerkraft gewachsen sein. Die Schwerkraft ist immer das Lot von der Erdoberfläche zum Erdmittelpunkt. Dieses Lot steht senkrecht auf der Erdoberfläche.
Beim Hochhausbau kann man daher kein Bleilot verwenden. Sonst würden die Wände nach unten zusammenlaufen. Eine Pyramide mit der Spitze im Erdmittelpunkt. Bei normalen Häusern kein Problem. Bei Wolkenkratzern aber macht es ein paar cm aus.

Ich sehe das hier folgendermaßen: Die Wirtsminerale (das könnte beispielsweise ein Quarz-x sein) wachsen in alle Richtungen oder zumindest nicht genau in Richtung der Schwerkraft. Bei der jüngeren Generation aber sind die Längsachsen genau entlang des Lots zum Erdmittelpunkt ausgerichtet. Eine Art 2. Generation also, bei der die aufgewachsenen xx nicht zwingend senkrecht auf den Wirts-xx stehen.
Hatte zuvor noch nichts davon gehört und weiss nicht, ob es weitere Minerale mit diesem Phänomen gibt. Würde es aber im Grunde genommen für gut möglich halten.Problem dürfte aber im Grunde genommen sein, die Orientierung festzustellen, es sei denn man misst direkt in der Druse mit dem Bleilot nach.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Philip Blümner

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #7 am: 20 Jul 06, 15:21 »
Hallo,

Ist das dann weltweit immer der Fall? Gibt es da einen erdgeschichtlich-zeitlichen Punkt, wann die Babyquarze sich so ausrichteten? Wieso mussten sich die ersten Quarze noch oben pressen? Das verstehe ich nicht so ganz  ;)

Offline wolfilain

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #8 am: 20 Jul 06, 16:51 »

Wenn das immer der fall wäre dann hätten wir wohl jeder ein beispiel bei uns im schrank stehen.
Also alle kinder quarze die ich an mutter kristallen daufsitzen habe sind so ziemlich genau um 90° geneigt und nicht der Gravitation entlang ausgerichtet.

Im allgemeinen kann ich mir aber vorstellen das ein höherer prozentsatz der quarze nach unten wächst.
Auch wenn das im allgemeinen chaos nicht auffällt.

gruß
wolfilain

Offline Philip Blümner

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Re: Geologisches Lot bei Quarzen
« Antwort #9 am: 31 Jul 06, 10:34 »
Achso, danke.

 

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