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Autor Thema: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg  (Gelesen 5039 mal)

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Offline McSchuerf

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Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« am: 29 Jul 06, 18:34 »
Hallo ..

.. bevor ich jetzt eine weitere Veröffentlichung (noch mehr Erstnachweise ?), für welche Zeitschrift auch immer schreibe, hätte ich gerne gewusst ob schon jemand außer mir - vor 2006 -  Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg, Erzgebirge Sachsen gefunden und auch röntgenanalysiert hat.
Oder hat jemand mal die aktuelle und komplette Schneeberg-Mineralliste? Lexikon hier und Mindat.org sowie Lapis und meine Bücher von Sachsen, etc. bringen mich da jetzt überhaupt nicht weiter. Ich wäre bereit eine weitere VÖ zu schreiben, sofern ich ganz genau weiß, dass es sich bei meinem erst 2006 röngenanalysierten Fund von 1996 (Schneeberg,... Pucher Schacht-Halde) tatsächlich um Erstnachweise von Schneeberg handelt. ;)

Danke.

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 29 Jul 06, 18:36 von McSchuerf »

Offline Schluchti

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #1 am: 30 Jul 06, 11:22 »
Hallo Peter,

wende Dich doch mal mit der Anfrage an Fritz Schlegel, Steffen Michalski, Andreas Massanek oder auch Uwe Kolitsch. Ich denke die würden Dir sicher weiterhelfen können, was so der aktuelle Stand für das Schneeberger Revier ist.

Offline McSchuerf

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #2 am: 30 Jul 06, 15:00 »
Hallo Thomas,

ja, danke..das sind in der Tat die Schneeberg-Experten.. :)..Uwe Kolitsch ist ja auch Mitglied hier..wird wohl erst mal im wohlverdienten Urlaub sein..also warte ich erst mal mit einer ggf. wiederholten Anfrage per e-mail... 8)

..oder ich schicke Günter Blaß später eine e-mail. ...oder telefoniere mit ihm...von ihm stammen ja die Analysen.. ;)

Gruß Peter

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #3 am: 30 Jul 06, 15:22 »
Hallo Peter,
nur XRD-Analyse oder XRD + EDS? Waren die XX Fe-frei?
Wie genau ist das für den Hidalgoit bestimmte As/S-Verhältnis?

Mir ist nichts bekannt über Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg, aber Fritz Schlegel & Thomas Witzke wissen sicher mehr über eventuelle Neufunde in letzter Zeit.

GA, Uwe Kolitsch

Offline McSchuerf

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #4 am: 30 Jul 06, 15:42 »
Hallo Uwe K.,

hast ja doch keinen Urlaub.. ;D...aber wieder ernst..

ich zitiere mal aus dem Ergebnis:

EDX A hellgelbe xx 16% Al, 16% P, 10,5% S, 32% Fe, 10% As, 16% Pb, <1% Ti
EDX B, dunkelgelbe xx: 14% Al, 13% P, 13% S, 33,4% Fe, 10,5% As, 16,4% Pb
EDX C, weißliche xx: 17% Al, 16% P, 11% S, 30% Fe, 8% As, 16% Pb, 2% Si, <1% Cl
XRD passt gut auf Philipsbornit, dazu ist Goethit und Corkit/Hidalgoit zu erkennen.
Für eine zweifelsfreie Aussage müsste man deutlich mehr Material zur Verfügung haben, insbesondere weil schon visuell unterschiedliche Phasen auf dem Stück an der Farbe zu erkennen sind.

Zitat Ende.

Das Diagramm mit den versch. Peaks könnte ich aber noch einscannen...

Ja, ich sehe gerade..da lasse ich lieber die Finger doch von einer VÖ weg, da nicht zweifelsfrei. ;)

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 21 Oct 06, 13:35 von slugslayer »

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #5 am: 30 Jul 06, 16:25 »
Die EDS-Analysen zeigen alle P- und Fe-Dominanz, daher kommen Philipsbornit und Hidalgoit nicht in Frage (XRD-Pulverdiagramme sind bei der Crandallit/Beudantitgruppe kaum aussagekräftig).

Offline smoeller

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #6 am: 30 Jul 06, 16:42 »
Hallo,

Schließe mich Dr. Kolitsch an. Nach den Analysen dürfte es sich bei den gefärbten Kristallen um Kintoreit, Corkit oder Beudantit handeln (es sind immer Mischkristalle mit mehreren Komponenten), bei dem hellen auch um was ähnliches.
Das mit den Röntgendiffraktogrammen kenne ich aus eigener (leidlicher) Erfahrung. Habe meine Crandallitminerale von der Clara auch nie richtig bestimmen können.

Hinsdalit ist von Schneeberg bereits beschrieben. Könnte durchaus in die Richtung gehen. Der wird oft mit Hidalgoit verwechselt.

Glück Auf!
Smoeller
« Letzte Änderung: 31 Jul 06, 09:43 von smoeller »

Offline McSchuerf

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #7 am: 31 Jul 06, 09:29 »
Hallo Smoeller

.. danke...ich denke Du meintest sicher Kintoreit (Kinoreit kenne ich nicht.. :))....
.... nun ja...also ich zitierte ja aus der Analyse und da stand, dass zu wenig Material für Eindeutigkeit vorliegt.
Trotzdem bin ich jetzt eher verwirrt....am besten schmeiße ich die Stufe weg..da ich nun fast 6 Mineralien oder Phasen zur Auswahl habe.. ::)..... ;)

Ursprünglich glaubte ich ja sowieso an Corkit/Hinsdalit, weil auch von dort vorkommend aber unter dem Mikroskop war das für mich nicht eindeutig genug..daher sandte ich die Stufe zur Analyse ein. Ich selbst kann ja keine durchführen..nur chemisch, etc.. die xx sind auch sehr klein und zu klein um Fotos zu machen ..außer vielleicht REM-Fotos..

Danke trotzdem und auch  @Uwe K.

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 31 Jul 06, 09:35 von McSchuerf »

Offline smoeller

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #8 am: 31 Jul 06, 09:48 »
Hallo,

War ein Schreibfehler. Kintoreit meinte ich.

Die Stufe nicht wegwerfen. Könnte dennoch was neues für Schneeberg und möglicherweise für ganz Sachsen sein. Kenne sonst mit ähnlicher Zusammensetzung nur noch Plumbogummit und Hidalgoit aus Sachsen. Beide von Ehrenfriedersdorf (MICHALSKI 1995 in der MINERALIEN-WELT). Und natürlich Hinsdalit/Corkit von Schneeberg. Müsste man die Formel mal aus den Analysen berechnen. Werde mal schauen, was ich da machen kann.

Glück Auf!
Smoeller

Offline McSchuerf

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #9 am: 31 Jul 06, 09:58 »
Hallo ..

..wäre toll..danke schon mal... ;)

Gruß Peter

Offline Krizu

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #10 am: 31 Jul 06, 10:25 »
Müsste man die Formel mal aus den Analysen berechnen. Werde mal schauen, was ich da machen kann.

Hallo,

Aber Vorsicht! Sind die Konzentrationen Gewichts- oder Atomprozent? Oder gar als Oxide gerechnet?

Da Schwefel und Blei überlagern, sind die beiden Elemente mit etwas Vorsicht zu interpretieren.
Ebenso überlagern AS und Pb. Falls es Atomprozent sind, fällt die Häufigkeit der 16 (1/7 wäre 14%) auf.
Falls die Probe mit Gold beschichtet wurde, ist eine Überlagerung mit dem P zu erwarten.

Nur mal so in den Raum gestellt:
Fe2Pb1Al1S1(P,As)2 Ox Hy

MfG

Frank

Offline smoeller

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #11 am: 31 Jul 06, 10:44 »
Hallo,

Das mit dem Schwefel fiel mir auch nachher wieder ein. Ist so leider nicht zu berechnen. Man bräuchte eine wellenlängendispersive Analyse mit der Mikrosonde, wo Pb, S und As getrennt6 gemessen wurden. Da bekommt man dann auch gleich eine Angabe, wieviel Pb, S, As, ... pro Formeleinheit (bezogen auf die Anzahl der zugrundegelegten Sauerstoffe) drin sind.
Ist leider sehr aufwändig und teuer. Hätte gerne mal einige meiner Proben bei uns an der Uni Kiel untersucht, komme aber so nicht an das Gerät.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Krizu

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #12 am: 31 Jul 06, 11:45 »
Naja,

auch bei der WDX ist Sauerstoff so ein Problem  ;)

MfG

Frank

Offline smoeller

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #13 am: 31 Jul 06, 12:07 »
Hallo,

Bei solchen Mineralen ist alles immer nicht einfach. Auch der OH-Gehalt der Minerale wird bei der WDX sicher Probleme bereiten. Habe schon Chlorit untersucht, da waren am Ende die Summen der Prozente bei 89 %. Der Rest ist OH, das wegen der durch die Energie des Elektronenstrahls erzeugten Wärme einfach weggedampft ist.

Nach der im Lexikon beschriebenen Nomenklatur der Crandallitgruppe könnte man das Mineral wohl als Al-reichen Kintoreit bezeichnen. Zumindest die gelben xx. Hidalgoit ist es jedenfalls nicht, der ist Al-reicher. Würde die Bezeichnung Kintoreit auf das Etikett schreiben, von einer Veröffentlichung aber bis nach einer Mikrosondenanalyse absehen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Günter Blaß

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Re: Philipsbornit und Hidalgoit von Schneeberg
« Antwort #14 am: 31 Jul 06, 12:55 »
An alle Interessenten:

Die XRD-Analyse der fraglichen Probe ergab drei deutlich voneinander getrennten, nebeneinander vorliegenden Phasen.
Goethit und zwei Phasen aus der Beudantit-Gruppe. Da die halbquantitative EDX-Analyse an verschiedenen Kristallen und Messpunkten fast identische Werte lieferte, gehe ich von einer Verwachsung der beiden Phasen aus. Vermutlich handelt es sich um MK Corkit/Beudantit/Kintoreit und Hinsdalit/Hidalgoit.  Phillipsbornit und Hidalgoit zeigten jedoch die beste Übereinstimmung mit den Peaklagen der XRD. Durch Mischkristallbildung können jedoch auch die Peaklagen so verschoben sein, dass sie denen dieser Spezies entsprechen.
Das Ergebnis der Untersuchungen ist also nicht zweifelsfrei.
Die Schwierigkeiten der quantitativen Trennung von Pb/S sowie die relativ hohe Fehlerquote bei der semiquantitaven EDX-Analyse  insgesamt sind bekannt. Obschoin bei einem Vergleich der Analysenwerte von Proben mit verschiedenen Pb/S-Verhältnissen , die mit  WDS bzw. EDX gemessen wurden, die Abweichungen der EDX-Messwerten von den WDS-Werten nicht höher war als allgemein bei EDX-Analysen üblich. As-Bestimmung neben Pb ist relativ unproblematisch.

Im übrigen sind meine Analysenergebnisse nur nach Absprache für eine VÖ zu verwenden um Fehlinterpretationen, wie im vorliegenden Fall zu vermeiden.

Hoffe etwas Klarheit in die Diskussion genracht zu haben.

Glück Auf

Günter Blaß

 

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