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Autor Thema: Zalesiit?  (Gelesen 7806 mal)

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Offline Torben

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Zalesiit?
« am: 22 Aug 06, 13:47 »
Ich habe hier eine Stufe, die mir als Zalesiit + Arthurit überlassen wurde. Passt das?
Wenn nein, was könnte es stattdessen sein?
In der Matrix befinden sich sonst nur noch Fluorit und Quarz und etwas Calcit.
Die Länge des "Zalesiits" beträgt ca. 1mm.

Viele Grüße

Torben

Offline KOstMineral

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Re: Zalesiit?
« Antwort #1 am: 22 Aug 06, 14:01 »
Hallo

Ist der Zalesiit analysiert worden? Wenn nicht, ist es fraglich, denn Zalesiit lässt sich mit dem bloßem Auge nicht vom Agardit-(Ce) unterscheiden.
Ich hatte auch mal eine Stufe gefunden, wo mir ein bekannter Clara-Experte Agardit-(Ce) bescheinigte. Nach einer Analyse stellte es sich aber heraus, dass es sich um reinen Mixit handelt.

Wo soll den der Arthurit sein?

Gruss
Klaus

Offline smoeller

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Re: Zalesiit?
« Antwort #2 am: 22 Aug 06, 14:04 »
Hallo,

Arthurit konnte ich auf deinen Fotos bisher nicht entdecken, soll aber nicht heißen, dass nicht doch welcher drauf ist. Die letzten beiden Fotos sind dazu nicht aussagefähig genug. Ist extrem selten in der Clara und bildet meines wissens neongrüngelbe (wie Neon-Textmarker) Krusten, wird aber leicht mit derbem Gartrellit, Segnitit oder auch Cuprotungstit (passt hier wegen der Paragenese nicht) verwechselt. Auch Chenevixit wäre möglich, glaube ich sogar, könnte hier möglicherweise der Fall sein.

Zum Zalesíit: Das grasgrüne nadelige Mineral hier gehört eindeutig in die Mixitgruppe und darin wohl zu 95 % in die Agardit-Reihe. Ob es aber Zalesíit ("Agardit-(Ca)" ) oder der in der Clara häufige Agardit-(Ce) ist, ist ohne EDX nicht zu sagen. Man ist gut beraten, fragliche Agardite mit der Bezeichnung Agardit ohne Anhängen des dominanten Elementes zu bezeichnen, auch wenn das dann kein IMA-Name mehr ist. Es deutet an, dass die Bestimmung nicht sicher ist. So machen das im Schwarzwald die meisten Sammler, den  jede Woche 20 Agardite und andere REE-Minerale (Rhabdophan, Bastnäsit) zur Analyse schicken, macht kein Geldbeutel mit.

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Smoeller

Offline Torben

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Re: Zalesiit?
« Antwort #3 am: 22 Aug 06, 14:13 »
Eben: Wo der Arthurit sein soll, hab ich mich nämlich auch gefragt. Und warum ausgerechnet Agardit-Ca?
Auf eine Analyse weist auf der Dose nichts weiter hin. Deswegen wurde ich stutzig.

Die graublauen Würfel habe ich geknipst, weil ich gar keine Idee habe, was das sein könnte. Bessere Bilder kann ich leider wirklich nicht davon machen, weil das Bild schon durch 80-fache Vergrößerung gemacht wurde. Mit bloßem auge sind die überhaupt nicht sichtbar :-[

Offline smoeller

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Re: Zalesiit?
« Antwort #4 am: 22 Aug 06, 15:22 »
Hallo,

Das graublaue dürfte einfach Fluorit einer sehr jungen Generation sein oder aher möglicherweise Ba-Pharmakosiderit.

Da wird manchmal aus Unkenntnis einfach was geschrieben, weswegen man bei sehr seltenen Mineralien immer gut beraten ist, auf bekannte Spezialisten unter den Anbietern auf der Börse zurückzugreifen. Sonst wird einem schon mal sekundärer Baryt als Bararit angeboten. Hatte ich damals dann glücklicherweise doch nicht gekauft.

Das mit den Mineralen der Agardit-Reihe ist so verworren im Schwarzwald. Da gibt es oft bis zu 5 Glieder pro Grube.  Dann behauptet jeder Sammler halt was anderes, um die Minerale unterscheiden zu können oder gar,  Zalesíit sei in der Clara äufiger als Agardit-(Ce). Die anderen gehen über die Farbe oder so. Das geht aber alles nicht. Man braucht eine Mikrosondenanalyse für alles.

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Smoeller

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Zalesiit?
« Antwort #5 am: 22 Aug 06, 16:08 »
Zálesíit kann speziell in der Grube Clara von den anderen Gliedern der Agarditgruppe (fast) nur durch QUANTITATIVE chemische Analysen unterschieden (d.h. Elektronmikrosondenanalysen); die üblichen halbquantitativen REM-EDS-Analysen sind sehr oft nicht aussagekräftig genug, da die Kristalle praktisch immer SEE-Gehalte aufweisen.

Offline Krizu

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Re: Zalesiit?
« Antwort #6 am: 22 Aug 06, 16:23 »
Hallo Uwe,

ich widerspreche Dir nciht:
Aber da  der Begriff Elektronenmikrosonde meist für WDX benutzt wird, aber auch für EDX (auf deutsch EDS) oft verwendet wird: Du meinst die WXD mit der hohen Auflösung und der längeren Meßzeit  ;) oder?

In dem Diagramm
http://microanalyst.mikroanalytik.de/poster.phtml
wird deutlich, warum die Analytik der SEE mittels EDX so bescheiden ist. Die Peaks sind mindestes 0,13keV breit (Detektorauflösung der EDX) und es liegen mehrere Peaks dicht beieinander.

In der WDX werden zwar die gleichen Linien gemessen, allerdings ist die Auflösung deutlich besser.

Somit sind die Elemente besser zu trennen. Voraussetzung in meinen Augen: gute Proben und geeignete Standarts...

MfG

Frank


Offline Torben

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Re: Zalesiit?
« Antwort #7 am: 22 Aug 06, 20:43 »
Also beschrifte ich die Probe mit "Agardit".
Hat denn jemand noch eine Idee, was die Würfel sein können? Ba-Pharmakosiderit ist doch sonst immer braun gefärbt, aber nicht blau, oder?

Mal sehen, wenn ich mal irgendwann genügend Geld übrig habe, schicke ich den und meine anderen Agardite (-Nd, -La und -Ce, versch. FO) mal zusammen zur Analyse... Bin mal gespannt, ob ich die Reihe überhaupt mal irgendwann beisammen bekomme.

Vielen Dank schonmal für die Hilfe bis hierhin!

Torben

Offline smoeller

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Re: Zalesiit?
« Antwort #8 am: 22 Aug 06, 20:51 »
Hallo,

zum Ba-Pharmakosiderit: Der kann in nahezu allen Farben vorkommen. Schau sonst mal auf die entsprechende Lexikonseite, da habe ich die Farben alle zusammengestellt. Es gab mehrere Artikel im Erzgräber (schau mal in der Uni-Bibliothek, da müssten die den haben), in einem waren auch Fotos von himmelblauen xx von Ba-Pharmakosiderit.

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Smoeller

Offline TKMineral

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Re: Zalesiit?
« Antwort #9 am: 22 Aug 06, 21:17 »
Hallo!

Zum Arthurit kann ich nur beitragen , das dieser in den Lokalitäten im Siegerland (Grube Käusersteimel und Grube Sophie) in hübschen fast neongelben xx-Büscheln vorgekommen ist.
Wie das Mineral an der Grube Clara ausschaut , weiß ich leider nicht , aber soweit mir bekannt ist , ist das Mineral auch hellgrün gefärbt.

Gruß

TK

Offline Torben

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Re: Zalesiit?
« Antwort #10 am: 22 Aug 06, 22:37 »
Na, himmelblaue xx von Ba-Pharmakosiderit wären ja schonmal ein netter Trost   ;D
Ok, wenn ich das nächste Mal in der UniBib bin, geh ich mal nach Erzgräbern stöbern!

Den Arthurit schlag ich mir mal aus dem Kopf. Bei Mindat sind das auch alles gelbe bis grüne, rasenartige xx

Gruß

Torben

Offline smoeller

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Re: Zalesiit?
« Antwort #11 am: 22 Aug 06, 22:43 »
Hallo,

Dürfte aber wohl hier Fluorit sein. Sorry, wenn ich dir die Illusion rauben muss. Ist vermutlich mit Agardit durchwachsen. Habe zuhause grünlichblauen Baryt von der Clara, der ist durch und durch voll Agardit. Schau dir die xx noch mal bei größter Vergrößerung an. Wenn da nädelchen drin sind, oder deutliche Spaltrisse ists Fluorit, sonst hast du Glück mit den himmelblaugrünen Ba-Pha's (Abkürzung für Ba-Pharmakosiderit).

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Smoeller

Offline Torben

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Re: Zalesiit?
« Antwort #12 am: 22 Aug 06, 23:11 »
Jep, ich hab heute bestimmt schon eine halbe Stunde vor der Stufe gelegen  ;D
Wie gesagt, näher als 80-fach komme ich nicht an die xx ran. Einschlüsse oder Risse kann ich allerdings nicht entdecken. Wenn ich mir den gelben Rasen auf dem Limonit unter den graublauen xx anschaue, kommt mir allerdings die Frage auf, ob dies der Arthurit vom Etikett sein könnte... Ich hab nochmal versucht, den zu fokussieren. Schaut mal!

Die Fluorite der Matrix drumherum leuchten unter UV schön blauviolett auf, die Quarze nicht. Die blaugrauen xx leuchten kein bisschen auf. Sie schlucken das Licht sogar eher....

Torben

Offline smoeller

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Re: Zalesiit?
« Antwort #13 am: 23 Aug 06, 08:57 »
Hallo,

Dann ist es Ba-Pha. Die Fluorite von der Clara leuchten unter UV. Habe auch grünlichblaue xx zuhause, war mal ein Eigenfund. Im September gehts ja wieder hin.

Was den Arthurit anbelangt: Laut WALENTA grasgrüne Pusteln winziger xx. Könnte von der Farbe und Paragenese schon sein, dürfte aber von der  Seltenheit her eher weniger der Fall sein. Auch Chenevixit und irgendwelche nur teilweise kristallisierten Arsenate (Pitticitähnliches Material, kein Pitticit im eigentlichen Sinne aber) bilden so grüngelbe Krusten. Erkennung des Arthurits wohl nur per Analyse oder wenn da wirklich gute xx sind.

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Smoeller

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Zalesiit?
« Antwort #14 am: 23 Aug 06, 13:20 »
"Elektronenmikrosonde(nanalysen)" wird unter Mineralogen/Geowissenschaftlern nur für EPMA (engl. für electron probe microanalysis; EMPA wird auch benutzt) verwendet und impliziert quant. Analysen von polierten Anschliffen (ansonsten spricht man explizit von "qualitativen Elektronenmikrosondenanalysen").
Bei Sammlern wird "Elektronenmikrosonde" fälschlich auch für REM-EDS-Analytik verwendet.

 

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