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Autor Thema: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.  (Gelesen 8032 mal)

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Offline Schluchti

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Ich habe wieder mal ein paar Funde von der 371 aus dem Juli hervorgekramt. Dabei fielen mir auf dunkler, schieferartiger Matrix neben hellgrünlichen, leicht glänzenden Belägen auch diese hellbläulichenKugeln auf. Was könnte das sein?

Ich gehe stark davon aus, daß hier Kupfer im Spiel ist. Nur welches Mineral?

Ich habe erstmal an Devillin und Lavendulan gedacht. Geminit evtl. auch.

Was meint ihr dazu?

Bildbreite ca. 0,5 cm. 

Offline smoeller

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #1 am: 24 Aug 06, 23:53 »
Hallo,

Denke am ehesten an Lavendulan oder Chrysokoll. Devillin aus Schlema kenn ich, der war meist eher blättrig.

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Offline uwe

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #2 am: 25 Aug 06, 07:00 »
Ich denke eher an Langit. Lavendualn wäre wohl zu schön um wahr zu sein.

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Uwe

Offline smoeller

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #3 am: 25 Aug 06, 09:13 »
Hallo,

Dann eher Chrysokoll. Langit habe ich noch nie in Form nierig-traubiger Krusten gesehen, sondern auch als kalte Bildung in Halden und Stollen immer in Form blättriger xx. Kann natürlich nicht ausschließen, dass es mal so etwas gibt, insbesondere, da ich Langit mehr aus dem Schwarzwald kenne, dort aber mittlerweile zigmal fand. Mein erster Gedanke zu dem Stück war Chrysokoll.

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Offline Schluchti

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #4 am: 25 Aug 06, 10:56 »
Danke schon mal für Eure Ideen!  :)

Chrysokoll habe ich noch nirgendwo für das Revier beschrieben gefunden. Was mich in Richtung Lavendulan-Reihe denken läßt, ist dieses Bild hier von der 371:
http://www.mindat.org/photo-8087.html
 

Offline smoeller

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #5 am: 25 Aug 06, 12:07 »
Hallo,

Chrysokoll ist nicht von Schlema beschrieben? Wusster ich nicht. Ist ja trotzdem möglich, Kupfer ist ja da, Chalkopyritstaub z.B.. Al und Si aus dem Schiefer und Wasser sollte genug da sein. Vielleicht ist es ja wirklich ein Neufund.

Da wird man wohl ohne Analyse nicht weiterkommen. Erst einmal in jedem Falle XRD (Röntgendiffraktometrie). Damit kann man amorphe Minerale (Chrysokoll, Cu-haltiges Gel) ausschließen und dann wenigstens bei den kristallisierten Mineralen eine Gruppenzuordnung treffen.

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Offline smoeller

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #6 am: 25 Aug 06, 18:37 »
Hallo,

Habe mir nochmal eine sehr ähnliche Stufe angeschaut, die ich 2000 auf der Halde des Schachtes 186 bei Alberoda fand.

Darauf befindet sich Devillin, Brochantit und Langit in z.T. recht guter Ausbildung. Sieht alles drei völlig anders aus als dein Stück hier.

Dann ist da noch ein blaues nieriges Mineral gewesen, das deinem Stück hier ähnlich sieht und das eines hat: Schrumpfungsrisse!!

Das ist nur der Fall, wenn es sich um ein Gel handelte, das später ausgetrocknet ist. So etwas wie Chrysokoll (oder Allophan). Bin mir bei der frappierenden Ähnlichkeit sicher, das deins auch so etwas ist.

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Offline Schluchti

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #7 am: 26 Aug 06, 20:52 »
Ja, da wird an einer Analyse nichts vorbeiführen. Ist nun schon das zweite Unbekannte vond er 371, da lohnt es sich langsam.  :)

Offline uwe

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #8 am: 27 Aug 06, 17:57 »
Hallo schluchti,

ja, Dein Analysenergebnis würde mich auch interessieren. Ich habe mein diesbezügliches Stüfchen mal rausgesucht. Langit von Schlema sieht anders aus - Smoeller hat recht. Kügelchen sind auch auf dem Stüfchen, die ich damals als Malachit angesprochen habe. Ich bin mir nun aber absolut nicht mehr sicher bzw, es wäre schön wenn ich damals nicht rec ht gehabt hätte. 

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Uwe

Offline smoeller

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #9 am: 27 Aug 06, 18:31 »
Hallo,

@Uwe: Könntest du vielleicht mal ein Foto von deinen Kügelchen machen? Würde mich mal interessieren.

Meine von der 186 haben Schrumpungsrisse, sind also amorph und in keinster Weise Lavendulan, Langit oder Malachit. Chrysokoll halte ich immer noch für am wahrscheinlichsten, Allophan ist viel seltener.

Das Stück von der 186 würde ich übrigens gern abgeben. Bei Interesse PN.

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Offline uwe

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #10 am: 29 Aug 06, 21:05 »
@smoeller,

Natürlich, gern. Es ist eine Kleinstufe mit blättrigen Devillin und blauen Langitkristallen. Daneben die grünblauen Kügelchen. Sind in Wirklichkeit eine Idee grüner. Bin aber zu faul, mit der Bildbearbeitung herumzuhandieren. Gefunden bei der Rekultivierung der sogenannten Hammerberghalde in Schlema.

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Uwe

Offline Schluchti

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #11 am: 29 Aug 06, 21:51 »
So grüne Kugeln würden evtl. doch eher für Malachit sprechen, oder?  Schöne Stufe!

Offline smoeller

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #12 am: 29 Aug 06, 23:07 »
Hallo,

Uwes Kugeln sind in der Tat viel grüner als Schluchtis und meine. Zumindest meine sind eindeutig hellblau. Aber sehr schönes Stück.

Das Problem dürfte in der Tat die Bestimmung sein. Habe im Frühjahr 30 kg solcher blauen Krusten aus dem Schwarzwald einfach weggetan, weil ich einfach keine Gelegenheit hatte, diese eindeutig schlecht kristallinen bis amorphen Sachen zu untersuchen und sich vieles als nur schlecht gefärbt herausstellte.

Hier würde ich allerdings zumindest eine XRD, dann vielleicht eine EDX anraten. Dürfte was neues für Schlema sein.

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Offline Bergmeister

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #13 am: 01 Sep 06, 21:10 »
Bei Schluchtis Stück würde ich als erstes auf Chrysokoll tippen. Der zweite Tip währe eine kupferhaltige Haldenneubildung, im Sammlerdeutsch auch Haldenkeim genannt  ;D (entschuldige meine Offenheit) wie beispielsweise die röt- und grünlichen Ausblühungen bei Co-Ni-Arseniden. Lavendulan und Ähnliches währe da schon eine echte Sensation.

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Offline stollentroll

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Re: Bläuliche Kugeln von Schacht 371, Hartenstein.
« Antwort #14 am: 08 Sep 06, 13:30 »
Chrysokoll ist es wohl nicht. Es kann durchaus ein Kupfer-Arsenat sein. Etwas aus der Lavendulan-Ecke ist durchaus möglich. Ich habe etliche sehr ähnlich aussehende Stücke aus dem Erzgebirge geröntgt und auch unter dem EDX gehabt, u.a. von Wolkenstein, Marienberg, Schneeberg, Hartenstein, aber nie war bisher eine Identifizierung möglich. Auch das Material aus der Geminit-Paragenese konnte ja nur als "Lavendulan-ähnlich" bezeichnet werden. Hier ist Potential für neue Minerale, aber die Daten gaben es bisher nicht her. Die Röntgendaten liefern meist nur ein bis zwei Reflexe, das reicht bei weitem nicht für eine Elementarzelle, auch scheint es verschiedene Hydratstufen zu geben.
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