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Autor Thema: Verschiedene Sekundärminerale auf Arsen, Schacht 371, Hartenstein.  (Gelesen 3833 mal)

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Offline Schluchti

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Ich habe nun weitere Stücken mal genauer angeschaut, und wollte mal Eure Meinung zu drei Mineralien hören, die allesamt sekundär auf gediegen Arsen von Schacht 371 sitzen.

Mein erster Gedanke bei allen drei Mineralien war Arsenolith. Aber inwzischen fällt mir zu jedem mindestens eine mögliche Alternative ein.

1. Hier handelt es sich um wasserklare, teils gedrungene, teils längliche blockige Kristalle mit feiner Längsstreifung. Bildbreite ca. 0,7 cm.

Meine Vermutung war zunächst Arsenolith, allerdings kann durchaus auch Rößlerit und Pharmakolit in etwa so aussehen.


2. Hier handelt es sich um weißliche, leicht gelbliche Krusten. Bildbreite 0,7 cm.

Hier denke ich an Arsenolith, aber möglicherweise auch an Pharmakolith. Die typischen kugeligen Aggregate sind aber eher nicht festzustellen.


   
« Letzte Änderung: 27 Aug 06, 21:01 von Schluchti »

Offline Schluchti

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Hier das dritte Bild:

3. Wasserklare längliche, teils radialstrahlig angeordnete spitz zulaufende Kristalle, Bildbreite 0,7 cm.

Mein erster Gedanke wiederum Arsenolith, allerdings käme auch hier Rößlerit oder gar Pharmakolith in Betracht.

Offline smoeller

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Hallo,

Keines der drei Stücke ist Arsenolith. Arsenolith (kubisch) bildet immer oktaedrische xx, die selten über winzige Abmessungen hinausgehen und oft nur über den diamantartigen Glanz der farblosen xx zu erkennen sind. Nur von Freiberg (Halde Saxonia) kenne ich xx bis mehrere mm Kantenlänge.

Das dritte scheint ziemlich sicher Pharmakolith zu sein. Das erste dürfte auch in die Richtung gehen. Das zweite ist vermutlich Richtung Pikropharmakolith (nadelig) oder Guerinit (tafelig mit Perlmuttglanz).

Man kann jedoch sekundäre Ca-Mg-Arsenate nicht einfach optisch bestimmen, dazu gibt es zuviele Minerale.

Hier mal eine Auflistung einer ganzen Anzahl solcher Minerale: Haidingerit, Weilit, Pikropharmakolith, Pharmakolith, Rößlerit, Sainfeldit, Ferrarisit, Guerinit, Rhauenthalit, Phaunoxit, Camgasit, Rapidcreekit, Talmessit usw. Und alle genannten Minerale kommen in der Bi-Co-Ni-Formation in Deutschland (Sachsen, Schwarzwald) oder im böhmischen Erzgebirge (Jachymov) vor.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Schluchti

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Danke! Ich hatte einen solchen Reichtum an Möglichkeiten schon befürchtet.  ;)

Bei meinem Gedanken Arsenolith bin ich davon ausgegangen, daß er wie in der Literatur beschrieben, sehr häufig als pulvrig-mehliger Überzug als Verwitterunsgprodukt auf Arsen vorkommt. So recht würde das allerdings nur zu zweiten Stufe passen. 

Pikropharmakolith möchte ich auschließen, da der idR immer feinnadelig, buschig kam, aber dies bei allen drei Kanditaten eher nicht der Fall ist.

Damit belieben aber noch genug Alternativen offen, ohen das eine bestimmte Zuordnung leider nicht mehr möglich sein wird. Denn diese Bilder sind das letzte Andenken an die Stufen, da diese, wie in einem anderen Thread schon ausführlich behandelt, sehr extrem begonnen haben, eine klare klebrige Flüssigkeit abzusondern, die sich stellenweise in kugeligen, milchigen Massen begann auszukristallisieren. Da hier ggf. flüchtige Arsenverbindungen im Spiel sind, hörte da der Spaß für mich auf, und ich habe die Dinger wieder verbuddelt auf der Halde. Das Zeitungspapier, mit dem die Stufen eingewickelt waren, war braun verfärbt und stellenweise zerfressen. 

Ich konnte gerade noch ein paar Belege Realgar auf Arsen retten.  :'(    
   
« Letzte Änderung: 28 Aug 06, 21:15 von Schluchti »

Offline UlrichW

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Hallo,

auch hier möchte ich meinen Senf dazu geben, ungefargterweisehalber!


Hallo,

Keines der drei Stücke ist Arsenolith. Arsenolith (kubisch) bildet immer oktaedrische xx, die selten über winzige Abmessungen hinausgehen und oft nur über den diamantartigen Glanz der farblosen xx zu erkennen sind. Nur von Freiberg (Halde Saxonia) kenne ich xx bis mehrere mm Kantenlänge.

Richtig! Aber vom 371er, 186er, 207er,  von Pöhla und Ehrenfriedersdorf gibt es schon xx bis um 1mm in klaren wunderbaren xx.



Zitat

Das dritte scheint ziemlich sicher Pharmakolith zu sein. Das erste dürfte auch in die Richtung gehen. Das zweite ist vermutlich Richtung Pikropharmakolith (nadelig) oder Guerinit (tafelig mit Perlmuttglanz).

Beim Dritten stimme ich zu, eindeutig Pharmakolith, Das zweite ist für mich ein Hörnesit, da Pikropharmakolith, so mies er auch immer sein mag, deutlich unterschiedliche Kristalllängen zeigt. Nie sind bei Pikropharmakolithn alle Kristalle einer Kugel, eines igels oder einer Rosette gleich lang. Aber rein analytisch könnte es sich natürlich doch um einen Pikropharmakolith handeln...aber dann um einen untypischen.

Das erste Mineral ist schwierig. Lediglich Haidingerit passt zu dem Bild. Alle anderen Mineralien der CaMg-Arsenatgruppe zeigen völlig ander Kristallfformen. Entwässert der Bursche nach einen Jahr, wird also trüb (Umwandlung in u.A. Rösslerit), dann war es Haidingerit. Ich könnte mri aber auch Pharmakolith als Bestimmung vorstellen, da das Mineral über einen unglaublichen Formenreichtum verfügt. Trotzdem, ich bleibe beim Haidingerit.


Zitat
Man kann jedoch sekundäre Ca-Mg-Arsenate nicht einfach optisch bestimmen, dazu gibt es zuviele Minerale.

Hier mal eine Auflistung einer ganzen Anzahl solcher Minerale: Haidingerit, Weilit, Pikropharmakolith, Pharmakolith, Rößlerit, Sainfeldit, Ferrarisit, Guerinit, Rhauenthalit, Phaunoxit, Camgasit, Rapidcreekit, Talmessit usw. Und alle genannten Minerale kommen in der Bi-Co-Ni-Formation in Deutschland (Sachsen, Schwarzwald) oder im böhmischen Erzgebirge (Jachymov) vor.

Stimmt, die Biester auseinander zu halten ist höllenschwer bis z.T. unmöglich. Aber viele der Bildungen sind relativ einfach zu erkennen. Schwierig wird es nur mit Phaunouxit (wenn untypisch ausgebildet), Ferrarisit, Guerinit in der nadligen Variante und Pikropharmakolith.
In aller Regel sind diese Mineralien aber fundorttypisch immer noch unterscheidbar, wenn auch mit einem gewissen Fehler.

So befinden sich auf den Arsenbrocken vom 371 u.A. auch Rhauenthalit, Sainfeldit und Guerinit sowie ein Haufen von Pseudomorphosen, die die Sache dann ganz kompliziert machen. Das nur als Hinweis.


Glück Auf!
Smoeller
[/quote]

Offline uwe

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Der Hinweis auf das zerfressene Zeitungspapier läßt mich an die Zersetzung eines instabilen Sulfides denken, welches durchaus gemeinsam mit Arsenverbindungen auftreten kann. In diesem Fall könnten die Kristalle auch Gips sein, die weißen Krusten Aragonit.

Glück Auf
Uwe

Offline Schluchti

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Sulfide wäre auch noch ein Ansatzpunkt, wobei ich aber nach dem Thread hier http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6249.0.html eher die arsenige Säure im Verdacht habe. Konnte leider keinen ph-Test machen.

Hier noch zwei Bilder der klebrigen, teils klaren, teils milchigen Flüssigkeit, die sich stellwenweise in halbkugeligen Aggregaten begann auszukristallisieren.  Auf dem ersten Bild ist alles komplett damit überzogen.
« Letzte Änderung: 30 Aug 06, 08:03 von Schluchti »

 

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