Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Xyrx am 03 Jan 09, 18:35
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Hallo,
Sandrosen haben bergungsbedingt Schlagstellen. Diese sind deutlich als hellere Stellen am Mineral sichtbar. Empfohlen wird das Einlegen in Cola um diese Stellen zu kaschieren, was auch prächtig funktioniert (ca 14 Tage Einlegzeit). Doch was wirkt da eigentlich? Die Phosphorsäure in der Cola, der Farbstoff, der Zucker? Ich tippe auf die Phosphorsäure. Wenn ich nun die Säure direkt einwirken lasse (vielleich 5%ig), kann ich die Einwirkzeit verringern? Ich kanns probieren, aber ich habe weder Phosphorsäure grade parat, noch Sandrosen übrig. Und daher frage ich hier nach euren Erfahrungen. Klar werde ich demnächst Versuche anstellen. Und hier berichten. Doch wenns schon jemand probiert hat....
Viele Grüße
Xyrx
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Ich denke dass es hauptsächlich die Lösung durch das Wasser, kombiniert mit dem Farbstoff ist.....
Phosphorsäure greift Calciumsulfat nicht wirklich merklich an, oder?
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Hallo,
würde ich auch so sagen... aber gehört habe ich davon noch nicht. Wird dann nicht die gesamte Oberflächenstruktur auf den Kristallen verändert? Also mir wäre so eine Veränderung aus Schönheitsgründen zuviel. Dann lieber mit kleineren Schäden.
Gruß Daniel
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Oder zur Not wie bei einem normalen Salat: Essig und Öl ;D
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Nun ja, prinzipiell gebe ich euch recht.
Doch Otto-Normalesoteriker will eben perfekte Sandrosen, nicht mit erkennbaren Schlagstellen. Ob am Stein dann "behandelt" steht, ist egal. Klar deklariere ich die Behandlung. Doch wenn schon, dann richtig behandelt.
Viele Grüße
Xyrx
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Hallo Xyrx,
der in der Cola enthaltende Farbstoff Zuckercouleur scheint die Stellen zu kaschieren.
Der Farbstof wird häufig bei Lebensmitteln verwendet.
Näheres hier:http://de.wikipedia.org/wiki/Zuckercouleur (http://de.wikipedia.org/wiki/Zuckercouleur)
Gruß
Zippy
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Doch Otto-Normalesoteriker will eben perfekte Sandrosen, nicht mit erkennbaren Schlagstellen.
dazu fällt mir nur eines ein, auch wenn's manchen nicht gefallen wird:
der Otto-Normalesoteriker ist auch dämlich genug zu glauben eine makellose stufe hat besondere energien. selbst die optisch perfekterste stufe hat fehler bis zum abwinken, nur nicht ohne tricks sichtbar. und wie eine behandlung sich nicht auf die "energetische wirkung" auswirken soll ist auch eigenartig.
was ich bei dem einlegen vermute ist, daß die cola in die haarrisse wandert, die säure etwas die oberfläche anrauht und das farbliche endergebnis der naturfarbe ähnelt.
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Hallo,
da sind wir uns mal vollkommen einig :)
Jetzt habe ich einen "Superstein" zum Bestimmen in die Hand bekommen: weißen Thulit! Ich lach mich krank. Als ob stinknormaler Zoisit immer als Thulit bezeichnet wird, auch wenn kein Atom Mangan in Stein ist. Natürlich gibt es auch den roten, gelben, grünen und farblosen Thulit. Gern auch als Trommelstein. Ideen muß man eben haben für den Absatz der Steine, mir sträuben sich die Haare! Aber das nur am Rande, gehört eigentlich nicht in dieses seriöse Forum.
Viele Grüße
Xyrx
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Hallo, zusammen,
die Schlagstellen von Sandrosen werden so "beseitigt". Einfachste, effektivste und billigste Methode.
Einlegen der kompletten Sandrose in Sonnenblumenöl ca. 30 min.
Danach einlegen in Prilwasser. Dies löst das Öl wieder ab.
Anschließend hben die Sandrose und die Schlagstellen eine einheitliche Farbe Dabeigesagt sei aber, das die Gesamtfarbe geringfügig dunkler wird.
Ich denke, eine große Sandrose in der Privatsammlung darf ohne weiteres so geschönt werden, da meistens nur Dekoobjekt.
Aufpassen sollte man allerdings beim Kauf und Verkauf, wobei man Stücke , die man verkauft, garnicht erst so behandeln sollte.
Beim Kauf kann man ein Schönung erkennen, das Sandrose und Bruchkanten die gleiche Farbe haben. Abgebrochene Kanten sind im Urzustand immer heller.
Couchmolch
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Hallo,
da ich auch einige mhr oder minder angeschlagene Sandrosen habe, lese ich das Thema hier immer mal wieder.
Nur eine Frage zum Öl: auch, wenn das Pril es wieder ablöst: irgend eine Restmenge muss ja bleiben, sonst keine Farbänderung.
Wird das nicht ranzig?!?
Grüße.
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Hallo,
nee, das wird nicht ranzig. Äußerlich geht alles ab. Wahrscheinlich sind die Sandrosen äußerst feinporig.
Habe im Wohnzimmer so ein 30kg-Teil seit mehreren Jahren liegen. Die Rose ist auch so behandelt.
Wäre ohne halb so schön.
couchmolch
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äußert feinporit ist witzig.
sandrosen sind an sich durch gips und calcit verkittete sandkörner. poren noch und nöcher
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Hallo,
also, wenn ich mir meine Sandrosen, ob behandelt oder unbehandelt anschaue,
kann ich bei den meisten Bruchflächen keine Poren erkennen. Mit dem Mikroskop vielleicht.
Also, wenn ich mit dem Auge keine Poren erkennen kann oder mir den Fingern erfühlen, kann ich mit natürlich von äußerst feinporig reden.
Äußerlich machen diese Sandrosen alle einen grobkörnigen Eindruck. Im Innern sieht es bei den meisten schon ganz anders aus.
Sicherlich gibt es auch Sandrosen aus Spanien (grau) und evtl. anderen Fundstellen. Diese sind aber in der Minderheit. 99,9 % der Sandrosen
dürfen aus Tunesien und dem angrenzenden nördlichen Afrika stammen.
caliastos: Ich sammle schon seit über 30 Jahren Mineralien, bin nicht dumm und hab keinen Sehfehler.
couchmolch
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Bevor ihr euch wieder fetzt :-\:
ich werde es mal probieren mit dem Öl.
Habe noch eine kleine Sandrose aus Tunesien, Habe sie zu Beginn meiner Sammelzeit geschenkt bekommen. Sie ist fast vollständig rund und - wenn ich´s mir so überlege, sind wohl alle Blättchen abgeschlagen.
Kann das sein oder gibt es solche Variationen?
Habe die schon mehrfach gesehen aber andereseits kenne ich auch sehr viele mit sehr langen Blättern... ???
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porosität muss man nicht sehen können, damit sie da ist. ;D
andernfalls würde es mit dem öl auch nicht gehen.
aber: könnte man mal das interpretieren von aussagen lassen, die nicht direkt ansprechen? da wird man noch irre bei. >:(
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@couchmolch & caliastos:
Sandrosen entstehen durch Gipskristallisation in Lockersedimenten. Der Kristallisationsdruck beim Wachstum verdrängt dabei das Sediment, die Kristalle sind also weitgehend "rein" mit nur sehr wenigen sedimentären Verunreinigungen. Farbgebend ist eher der Staub, der im Gegensatz zu den Sandkörnern in der Tat in die Kristalle integriert wird. Oberflächlich haften Körner in schwacher Bindung an, die für die sandige Optik des Äußeren sorgen, bei weiterem Kristallwachstum aber ebenfalls nach außen verdrängt werden würden.
Couchmolch hat also recht, Sandrosen weisen keine makroskopische Porosität auf. Auch wenn - was nicht der Fall ist - eine Sandrose eine nennenswerte Beimengung von Sandkörnern besäße, wäre deren intergranulare Porenräume durch den Gips zuzementiert und damit wirkungslos.
Gips - genau wie Calcit - besitzt aber eine gewisse intrakristalline Porosität, die, wenn auch gering, bei geeignetem Moleküldurchmesser eines Färbemittels wirksam zur Färbung ausgenutzt werden kann. Dies ist hier also der effektive Faktor. Maßgebend ist hier auch die Dauer, die man dem Prozess zur Diffusion des Farbstoffs gewährt. Eine oberflächliche Färbung mit Eindringtiefen von wenigen Millimeterbruchteilen ist so sicherlich gegeben.
Gruß,
Triassammler
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also bei den sandrosen, die ich hier habe brauche ich nicht mal eine lupe um den feinsand und den schluff zu erkennen, der eingewachsen ist.
von, wie gesagt, sichtbarer porosität spricht ja auch niemand. sandrosen nimmt die esotherikecke nicht umsonst gerne für düftölspeicher her. schon mal versucht so ein teil wieder zu säubern? alles was nicht hochkristallin ist wie ein ganz dichter granit hat poren bis zum abwinken selbst ein dichter kalkstein.
man könnte sagen, daß z.b. ein achat keine porosität aufweist. klarer fall von denkste. die stücke von rio grande werden gerne gefärbt. ohne porosität ginge das nicht. nur einkristalle sind relativ porenarm. bei sandrosen kann man das vergessen. ins wasser stellen und zusehen wie der wasserrand wandert.
zu sagen ein stoff ist nicht porös wäre nicht ganz korrekt. hatte letztens mal einen einkristall von halit, der eigentlich intakt aussah. von wegen, löchriger als ein schweizer käse.
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Hi alle
ich nehm für so angepickte Ecken Paraloid, gelöst in Aceton, das ich so auch fürs Konservieren von porösen Knochen und Zähnen benutze. Das dunkelt nicht so extrem nach wie Öl und macht das Stüfchen auch nicht fettig oder ranzig
...aber wer's ohnehin in Duftöl badet, dem wirds so und so wurscht sein...
Glück Auf!
non-esoteric GEOMAXX
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Jetzt weiß ich immer noch nicht, ob die mit den ganz schmalen Blättern, die nahezu rund sind, normal oder einfach nur abgeschlagen sind?!?
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Bevor ihr euch wieder fetzt :-\:
ich werde es mal probieren mit dem Öl.
Habe noch eine kleine Sandrose aus Tunesien, Habe sie zu Beginn meiner Sammelzeit geschenkt bekommen. Sie ist fast vollständig rund und - wenn ich´s mir so überlege, sind wohl alle Blättchen abgeschlagen.
Kann das sein oder gibt es solche Variationen?
Habe die schon mehrfach gesehen aber andereseits kenne ich auch sehr viele mit sehr langen Blättern... ???
Eine "Variation" wird das wohl mit Sicherheit nicht sein, eher die Folge unvorsichtiger Behandlung. Sand- bzw. Gipsrosen sind nicht wirklich bekannt für hohe Härte.