Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Lapislazuli am 10 Jan 09, 20:44

Titel: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 10 Jan 09, 20:44
Hallo, ich hab vom Steinbruch am Grünten noch Pyrit oder Markasit mitgebracht. Fragt sich nur, was von Beiden es ist. Ihr könnt mir das ja bestimmt sagen! : ;D
Gibt es eine Möglichkeit, diese Verfärbungen (Rostspuren?) zu entfernen?
Danke schon mal im Voraus.
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 10 Jan 09, 20:45
.
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Haldenschreck am 10 Jan 09, 20:49
hallo,

a) pyrit (typisch erkennbar: das pentagondodekaeder)
b) ja, kann man entfernen, muss/sollte man aber nicht  ;)

haldenschreck
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 10 Jan 09, 21:28
Also doch Pyrit. Ich würde aber gerne zumindest vom Kalkstein die Rostspuren weg kriegen wollen, weil ich das Stück in meine Vitrine legen will. Wer weiß wie?

Nochmal zum Pyrit: Ich hab das so verstanden, das der Unterschied nur darin besteht, das Markasit nicht so stabil vom Aufbau wie Pyrit ist und Markasit mehr anläuft. Ich habe auch einige Stücke an einer feuchten Felswand gesehen, die regelrecht zerbröckelt sind, sobald man sie angefasst hat. Wäre das dann aber nicht Markasit?

PS: Laut einem kürzlichen Bericht unserer Zeitung soll der Betreiber des Steinbruchs (ein Bitumen-Mischwerk) insolvent sein, und da der Abbau schon seit 10 Jahren ruht, wird es wohl immer schwieriger werden, an gutes Material heranzukommen. Denke nicht, das da jemals noch was abgebaut wird.

Glück auf

Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Tobi am 10 Jan 09, 23:18
Hi,

ich würde bei dem oberen Stück auch Chalkopyrit (Kupferkies) für möglich halten, das untere ist in der Tat absolut sicher Pyrit.

Gruß
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 13 Jan 09, 20:17
Halloooo, hat denn hier gar keiner eine Idee, wie ich die Rostspuren von dem Kalkstein runter kriege?  ??? Falls doch, bitte melde Dich! ;)

Glück auf

Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Helicat135 am 13 Jan 09, 20:24
Versuche es mal mit Zahnbürste und Paste. Die reibt das -mit etwas Glück - runter.
Eine andere Idee habe ich nicht.
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 13 Jan 09, 20:41
Lustige Idee, Helicat! :) Na, ich werde es mal versuchen, viel Hoffnung hab ich nicht, aber die stirbt ja bekanntlich zuletzt! ;D

Glück auf

Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 13 Jan 09, 20:53
Booo, jetzt bin ich platt! :o Der Rost ist tatsächlich vom Kalkstein runter! Manchmal denkt man einfach zu kompliziert (dachte schon an irgendwelche Säuren). Danke für deinen geistreichen Einfall und natürlich auch allen anderen Schreibern! :)

Glück auf

Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Geomaxx am 13 Jan 09, 20:56
Hi alle
freut mich, daß es ja mechanisch geklappt hat, zur weiteren Info, das hatten wir schon mal, guckst Du, insbesondere die umfassende Antwort von Peter

www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,382.0.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,382.0.html)

Glück Auf!
GEOMAXX
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Jürgen am 13 Jan 09, 21:02
Hallo Edgar,

siehe:

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,9622.msg95639.html#msg95639

Es sind einige tolle Beiträge mit Bildern dabei.


Gruß

Jürgen
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 13 Jan 09, 22:01
Hallo Geomaxx und hallo Jürgen, danke für die tollen Links. Sind wirklich sehr interessant. Ich wusste gar nicht, dass der jetzige Steinbruchzustand die Renaturierung zeigt. Dachte, der währe zehn Jahre lang verwildert. Ich habe im letzten Oktober ein paar aktuelle Bilder vom Steinbruch gemacht, die stell ich unten rein. Von den prächtigen Calciten und den schönen Pyriten konnte ich nicht so viel sehen (Pyrit war schon da, aber eben das meiste am zerbröseln). Ein paar schöne Stücke habe ich dann ja doch noch gefunden. Vielleicht wäre mehr möglich gewesen, aber es war a.....kalt, der Wind pfiff und ich hatte nur T-Shirt und Jeansjacke an (ja, eine Hose auch noch ;D). Will aber im Frühjahr nochmal hin und sehen, ob der Frost etwas freigelegt hat. Oben auf den Klippen hab ich auch noch so ein hartes Stück Sandstein mitgenommen, da schaut was schwarzes raus, was vielleicht ein fossiler Zahn sein könnte. Muss das Ding aber erst bearbeiten, weiß aber noch nicht so recht wie. Hatte keinen Helm dabei, darum hab ich mich unter den Klippen nur kurz aufgehalten. Aber bei den Brocken, die da oben rumgehangen sind, wäre der eh umsonst gewesen.
Das mit den Bildern geht leider doch nicht, hab sie im falschen Modus aufgenommen, jetzt ist eins 2,5 MB groß. War wohl nix.

Glück auf

Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: triassammler am 14 Jan 09, 01:23
Hallo Edgar!

Zitat
Oben auf den Klippen hab ich auch noch so ein hartes Stück Sandstein mitgenommen, da schaut was schwarzes raus, was vielleicht ein fossiler Zahn sein könnte

Wenn Dich so etwas auch interessiert, dann schau mal in den Steinbruch der Grüntensteinwerke am Kammeregger Weg rein. Er erschließt Sandsteine der Oberen Meeresmolasse, die nestartig kleine Muscheln, Schnecken und teilweise pyritisierte Holzreste führen, vieles davon interessant durch Strömung auf der Schichtfläche eingeregelt. Mit etwas Glück und gutem Auge lassen sich auch Knochen und eben Zähne von Krokodilen und Schildkröten entdecken.

Gruß,
Triassammler
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 14 Jan 09, 19:17
Hallo triassammler, den Steinbruch, den du erwähnst, kannte ich noch gar nicht. Hab ihn mir in Google Earth mal angesehen, sieht sehr interessant aus. Will auf jeden Fall mal dort im Frühjahr reinschauen. Weist du näheres über den Steinbruch? Wird dort noch abgebaut oder ruht der Betrieb? Auf einem Foto in Google Earth ist im Vordergrund so ein komischer Tonkopf bzw Büste und im Hintergrund der Steinbruch zu sehen. Weiß nicht, was ich von dem Bild halten soll, vielleicht arbeiten da ja jetzt Bildhauer oder so. Vielleicht weißt du auch noch, wo man eine Genehmigung für das Betreten einholen kann, falls notwendig.

Glück auf

Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 14 Jan 09, 21:19
Nochmal ein Versuch mit den Steinbruchbildern vom Oktober 2008:
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 14 Jan 09, 21:20
...
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 14 Jan 09, 21:21
...
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 14 Jan 09, 21:22
...
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: triassammler am 16 Jan 09, 00:23
Hallo Edgar!

Die Kontaktdaten des Betreibers (Grüntensteinwerk Pelz & Halblaub GmbH & Co.) findest Du hier:

http://www.bfr.de/bfrsearch.php?cmd=anzeige&bfr=Ojo6Ojo6Ojo6Ojo6Ojo6Ojo6YWxsZTo6OjpNYXJtb3I6OmFsbGU6OjA%3D&auswahl=alle&ap=0&eid=756590 (http://www.bfr.de/bfrsearch.php?cmd=anzeige&bfr=Ojo6Ojo6Ojo6Ojo6Ojo6Ojo6YWxsZTo6OjpNYXJtb3I6OmFsbGU6OjA%3D&auswahl=alle&ap=0&eid=756590)

Ich war dort mal im Rahmen einer Exkursion vor allerdings schon 6 Jahren, zu dieser Zeit wurde dort noch fleissig abgebaut. Aus den dickeren Sandsteinbänken wurden Natursteine und geschnittenes Material gewonnen. Es war nicht weiter schwer, in relativ kurzer Zeit Fossilien zu finden. Da die Mollusken meist in weisser Schalenerhaltung vorliegen, sind sie auch leicht zu erkennen. Wie gesagt kommen sie relativ häufig zusammen mit eingeregelten Holzresten vor. Selbst wenn der Abbau inzwischen eingestellt wurde, besteht vielleicht immer noch die Möglichkeit, auf Halden interessante Funde zu machen.
Ich habe damals in der Eile nur ein Stück eingesteckt, eine größere Platte übersät mit eingeregelten, kleinen, allerdings flachgepressten Turmschnecken in Schalenerhaltung.

Gruß,
Triassammler
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 16 Jan 09, 23:22
Hallo Triassammler,
Danke für den Link. Es scheint mir schon, dass dort schon noch abgebaut wird. War aus Neugierde heute mal da, sieht aus der Ferne ja vielversprechend aus. Auf Höhe vom Kammeregglift geht scheinbar die Abzweigung zum Steinbruch ab. Da ist eine geschlossene Schranke dran und zwei Schilder: Betreten verboten / Gelände wird Videoüberwacht
Des weiteren sind an der Abzweigung mehrere neue Gabionenkörbe aufgeschichtet mit einem großen Schild vom Bauunternehmen Geiger daran. Geiger ist bei uns ein großes Bauunternehmen. Bin mir deshalb nicht sicher, ob die Betreibergesellschaft von deinem Internetlink noch stimmt.  Werde versuchen, das demnächst mal telefonisch abzuklären. Wenn man die Straße weiter gefahren währe, währe man wohl von hinten an den Steinbruch gekommen. Ab dem Abzweig war aber nicht mehr richtig geräumt und ich bin mit meinem Auto da nicht mehr weiter auf den Berg raufgekommen.

Glück auf

Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: gladhammar am 17 Jan 09, 12:36
Hallo, ich hab vom Steinbruch am Grünten noch Pyrit oder Markasit mitgebracht. Fragt sich nur, was von Beiden es ist. Ihr könnt mir das ja bestimmt sagen! : ;D ........


Hallo Lapislazuli,

Markasit riecht meistens nach Schwefel.

Gruß
Detlef
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 21 Jan 09, 22:59
Hallo, noch einmal zum eigentlichen Thema zurück:

@ gladhamer: Habe mich beim Riechen zwar sehr angestrengt, konnte aber keinen Schwefelgeruch feststellen. Daraus folgere ich, das es sich bei Bild 1 doch nicht um Markasit handeln wird. Bild zwei ist ja als Pyrit identifiziert worden.

@Tobi: Deine Vermutung, das es sich bei Bild 1 um  Chalkopyrit handelt, finde ich im nachhinein doch sehr interessant.

Ist es möglich, das Pyrit und Chalkopyrit an einem Platz gleichzeitig vorkommen können?
Ich war inzwischen wieder im Steinbruch und habe mich noch einmal genauer umgesehen. Dabei ist mir an einer Felswand eine Stelle aufgefallen, an der Pyrit (?) dran ist. Genau genommen waren es zwei Stellen, die etwa 40 - 50 cm von einander weg waren. Das Interessante daran ist, das die Pyritader (?) an der einen Stelle messingfarben war, jedoch an der anderen Stelle komplett kupferfarben. Handelt es sich dann bei beiden Adern vermutlich um Chalkopyrit? Dann könnte es ja auch auf Bild eins zutreffen. Außerdem möchte ich noch bemerken, dass sich an den meisten meiner Stücke, wenn, dann eher kupferfarbene Verfärbungen zeigen. Ich habe bloß ein Stück, an dem bläulich-grünliche Verfärbungen vorkommen (nur auf dem Stück, auf dem auch der Glaukonit darauf vorkommt). (bezieht sich auf etwa 15 Proben)

Hier nun die Bilder vom Steinbruch mit dem vermeintlichen Chalkopyrit:
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 21 Jan 09, 23:04
....

Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 21 Jan 09, 23:05
....


Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: limestone am 21 Jan 09, 23:10
Hallo,
Markasit riecht nicht immer nach Schwefel, also noch alles offen.
Glück Auf
Ralf
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: smoeller am 22 Jan 09, 10:10
Hallo,

Das dürfte Pyrit sein. Pyrit und Chalkopyrit zusammen ist nicht unmöglich, auch nicht in sulfidführenden Sedimenten.

Aber Pyrit ist halt das häufigste Sulfid in Sedimenten, vor allem in der Kreide kommt auch Markasit häufiger vor. Chalkopyrit ist eher typisch für permische Sedimente (vor allem den Kupferschiefer) Jedoch sind viele der "Markasitknollen" zum Teil auch Pyrit, sicher kann man sich rein optisch nur bei kristallisiertem Material sein.

Es stimmt schon, dass Markasit unbeständiger ist und meist ausblüht, aber auch Pyrit kann dieses Verhalten zeigen.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: minuwe am 22 Jan 09, 15:02
Hallo Lapislazuli,

einfach mal die Härte prüfen, dann bist du sicher.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 22 Jan 09, 16:22
Härteprüfung währe an sich ja ganz einfach wenn man so einen Härteprüfungskasten hat. Habe so etwas leider noch nicht. Mit einer Kupfermünze war es nicht ritzbar, daher also kein Chalkopyrit. Ich vertraue nun Smoeller und werde es als Pyrit führen.

Kann man mit einer Kupfermünze eigentlich überhaupt richtig etwas auf seine Härte prüfen? In den heutigen Kupfermünzen ist ein Metallkern drin. Ist das berücksichtigt in der Härteskala oder dürfte die Münze nur komplett aus Kupfer sein? Auf einem unebenen Stück ist die Prüfung sowieso schwer, weil man nur ganz wenig Auflagefläche hat.

Ich will mir jetzt ein Härtebestimmungskasten oder so was Ähnliches anschaffen. Vielleicht kann mir jemand von Euch ein Produkt empfehlen.

Glück auf
Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: minuwe am 22 Jan 09, 18:19
Hallo Edgar,

Prüfbesteck habe ich auch nicht, verwende fast nur Messer oder Glas. Werde mir irgendwann ein Prüfset mit Nadeln aus geeichten Metalllegierungen zulegen.
In deinem Fall ist ein Glasscherben das Richtige. Pyrit ritzt das Glas (Kratzer ggf. mit Lupe oder Bino betrachten). Ritzt die Ecke des Glases das Mineral, ist es Chalkopyrit.

Das mit der Kupfermünze muss wohl noch vom Acricola stammen (Spaß). Du hast Recht, die modernen Legierungen haben nicht Härte 3.
Habe für Härte 3 einen angespitzten Kupferdraht. Für's Erste kannst du nehmen: Fingernagel= 1,5, Kupferdraht= 3, Messingdraht=4, Fensterglas= 5,5 (älteres- modernes ist manchmal etwas härter oder gar gehärtet), Cuttermesser ca. 6, Quarzspitze 7, alles immer gut angespitzt. Genauso kann man noch entsprechend ein Kupfer-, Messingblech, eine kleine Glasplatte nehmen, um mit dem Mineral darauf zu kratzen. Man sollte das Ergebnis möglichst unter dem Bino ansehen, da man da den Kratzer gut sieht. Manchmal verwechselt man den Abrieb des Gegenstücks (Glas z. B.) mit dem Kratzer. Prüfbesteck mit Mineralspitze macht sicher ab Härte 7 Sinn, darunter würde ich Stifte aus entsprechenden Legierungen verwenden, da man die nachschleifen kann.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 22 Jan 09, 19:22
Hallo Uwe, Prüfbesteck wird bestimmt recht teuer sein und daher für Amateure wohl nicht das Richtige. Was hälst du von Kästen, in denen für jede Härte (1-10) ein Mineral enthalten ist? Die sind bestimmt auch preiswerter. Mit den Alltagsgegenständen habe ich so meine Probleme.
Beispiel:

Buch eins:  mit Fingernagel schabbar = Härte 1
                    mit Fingernagel ritzbar = Härte 2
Buch zwei:  Fingernagel = Härte 2,5                                   
Deine Beschreibung: Fingernagel = Härte 1,5

Buch eins: mit Kupfermünze ritzbar = Härte 3
Buch zwei: Kupfermünze = Härte 4
Deine Beschreibung: Kupferdraht = Härte 3

Buch eins: mit Messer leicht ritzbar = Härte 4
                   mit Messer noch ritzbar = Härte 5
Buch zwei: Klinge eines Taschenmessers = Härte 5,5
Deine Beschreibung: Cuttermesser = Härte 6

Buch eins: mit Stahlfeile ritzbar = Härte 6
Buch zwei: Stahlfeile = Härte 6,5

Wer hat jetzt recht? Wie soll man nun objektiv mit solchen Angaben eine Härte bestimmen können? Gläser können genauso wie Messern verschiedene Härten haben (je nach Werkstoff halt). Ich benutze auch statt Fensterglas einen Objektträger vom Mikroskopieren (wer hat schon eine eingeworfene Fensterscheibe daheim), bin mir aber nicht sicher, ob das Richtig ist. Darum denke ich mir, das so ein Kasten mit den verschiedenen Mineralien zum Ermitteln der Härte besser geeignet ist. Kann mir jemand mitteilen, wie sich so etwas in der Praxis bewährt hat? Würdet ihr ihn wieder kaufen?

Glück auf
Edgar
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: minuwe am 22 Jan 09, 19:51
Gut, man muss aufpassen: Cuttermesser ritzt nicht Härte 6, sonder hat Härte 6. Abweichungen um 0,5 möglich. Die Angaben in Büchern: "Mit Messer ritzbar" beziehen sich allgemein auf Messer, daran sieht man, dass es weit streuen kann (wie die Härte der Messer) und natürlich nicht geeignet ist für Minerale, die etwa in diesem Bereich liegen.
Der Objektträger ist gut, ist recht weiches Glas und liegt 5 bis 5,5. Der Pyrit sollte den ritzen. Die (Marken-?) Cuttermesser müssen ja zuverlässig, also nicht beim Schneiden aber wenn man es will schon, brechen und lange scharf bleiben, deshalb haben die eine enge Härtetoleranz. Die sind mit der Feile vergleichbar, da sie sich kaum feilen lassen. Taschenmesser ist wieder ungenauer. Solche Angaben, soweit sie in neueren Büchern auftauchen, sind aus alten Quellen einfach übernommen. Fingernagel 2,5- Hmmm (?). Kupferdraht kannst du mit Calcit überprüfen, sollte dann nicht geritzt werden und auch kein Kupferabrieb sichtbar sein.

Die Prüfkästen machen schon Sinn, denn schließlich enthalten sie ja die typischen Prüfminerale, mit denen kann man seine eigenen Sachen auch vergleichen. Bin nur bei Prüfstiften mit Mineralspitze skeptisch, denn: ritzt du aus Versehen mit einem zu weichen Stift ist die Spitze erst mal flöten. Deshalb die zum Nachschleifen.

Man muss noch wissen, dass die Härteskala nicht linear ist und zwischen den Werten unterschiedliche Abstände liegen. Man darf von der Mohsprüfung kein sehr genaues Ergebnis erwarten, denn erstens sind die Prüfkräfte bei jedem anders, zweitens sind die Ritzwerkzeuge nicht geeicht und die Mineraleprüfflächen sind oft keine Kristallflächen, sondern Aggregate.

Aber um zwei härtemäßig weiter auseinanderliegende, ansonsten verwechselbare Minerale zu unterscheiden, wie Kufperkies und Schwefelkies, sehr brauchbar.

Viele Sammler haben so viel Erfahrung bzw. Gefühl dafür, die nehmen immer ihr Taschenmesser (natürlich nur für die weicheren).

Mein Ziel ist übrigens die Vickershärteprüfung. Hier kannst du schon mal auf einem 0,5 mm Kristall mit einer Prüfkraft von 10 g eine -zigmal genauere Prüfung als bei Mohs machen, nur eine Kostenfrage.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Pyrit oder Markasit
Beitrag von: Lapislazuli am 22 Jan 09, 21:20
Bis auf weiteres werde ich wohl mit der herkömmlichen Methode weiter die Härte testen (habe ja nun noch ein paar gute "Ritzmaterialien" mehr zur Auswahl) . Will mir aber trotzdem demnächst so einen Kasten mit den verschiedenen Mineralien anschaffen. Aber da heißt es erst mal finden und Preise vergleichen.
Mein Dank an alle Schreiber und Mitwirkende :).

Glück auf
Edgar