Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: doberstar am 03 Feb 09, 11:29
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Hallo alle miteinander,
den folgenden Fund habe ich voriges Jahr im Steinbruch Neuland in den Königshainer Bergen bei Görlitz gemacht. Der dunkelbraune Strich, der leicht metallische Glanz und die Härte deuten auf Ilmenit. Doch kommt der an der Fundstelle oder auch sonst überhaupt in dieser derben Form vor? Oder liege ich mit meiner Vermutung gar komplett daneben?
Gruß, Jörg
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Hallo,
Ilmenit ist leicht magnetisch, schon getestet?
MfG
Frnak
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Im Königshainer Granit kommt u.a. Wolframit vor. Das gefundene Mineral entspricht von äußeren her am ehesten diesem Mineral. Ilmenit kommt lt. Mineralienliste nur auf den Halden bei Sohland und im Basitbruch Ebersbach vor.
Uwe
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Hallo Uwe, der Steinbruch Neuland ist hier im Atlas unter Arnsdorf-Hilbersdorf angelegt.
Dort wie auch im Buch "Minerale der Oberlausitz" wird Ilmenit diesem Fundpunkt zugewiesen. Natürlich wäre auch Wolframit in Betracht zu ziehen, ist mir bislang noch gar nicht in den Sinn gekommen.
Gruß, Jörg
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Mir steht folgende Mineralienliste des besagten Steinbruches zur Verfügung. Natürlich ist es durchaus möglich, daß diese Listen nicht immer wieder erweitert werden müssen.
Uwe
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Hallo,
Probe zerkleinern und in HCl auflösen, wenn löslich und es fällt gelber Niederschlag aus --> Wolframit. Kommt aber noch einiges mehr in Betracht, wie ist die Härte?
Gruß
Uwe
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Hallo, die Härte liegt bei 5-6. Werde morgen mal den Säuretest machen.
Gruß, Jörg
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So, habe mich mal über das Stück hergemacht. Der Test ist negativ ausgefallen, habe keinerlei Reaktion beobachten können. Magnetismus ist übrigens auch keiner feststellbar...also sind Ilmenit und Wolframit wohl aus dem Rennen? hmmm. :-\
Was nun?
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Hallo,
also nichts zu bemerken, wenn du mit dem Magneten am Stück dicht vorbeigehst?
MfG
Frank
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Wie ich aus der Literatur entnommen habe ist die Ausfällung von gelben Wolframoxyd nicht ganz so einfach.
So schreibt Jörg Otto in seinem 1989 in der noch DDR erschienenen Buch "Mineralbestimmung": "Obwohl für Wolframit gelegentlich die Abscheidung von gelbem WO3 beim Kochen mit konz. Salzsäure angegeben wird, wurde die Reaktion nicht als Vorprobe für Wolframate aufgenommen, sondern nur bei Scheelit und Szolzit beschrieben. Grund ist der unklare Ablauf der WO3-Fällung, wie an mehrern Proben aus dem Vogtland und Erzgebirge beobachtet wurde. ..." Erschreibt an anderer Stelle: "... vorheriger Aufschluß ... Wolframit erst nach längerem Kochen mit Salzsäure."
Ich nehme nicht an, daß Du mit konzentrierter HCl gekocht hast. Also ist der Negativnachweis kein entgültiges aus für Wolframit.
Herr Otto schreibt als Nachweis: "... Auch geringfügig in Salzsäure gelöste Wolframitmengen ergeben mit frisch erzeugtem Wasserstoff eine Blaufärbung aus teilweise reduzierten Wolfamverbindungen ... Eine Probe wird mit 2 ml. konz. Salzsäure ... einige Minuten vorsichtig erwärmt. Man verdünnt dann mit 6 ml Wasser und setzt ein 3 x 3mm großes Zinkblech zu. Unter deutlicher Wasserstoffentwicklung färbt sich die Lösung nach kurzer Zeit blau ... ."
Glühe doch mal ein wenig der Substanz. Vor der Lötlampe soll Wolframit schmelzen, Ilmenit nicht. Ilmenit soll erst nach dem Glühen magnetisch sein.
Uwe
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Ilmenit soll erst nach dem Glühen magnetisch sein.
Nein, garantiert nicht erst dann. Meinen dicken Knubbel aus Norwegen hat keiner geglüht und er Magnet bleibt hängen und aus den Schwerseifen können Ilmenit und Magnetit per Magnettrennung abgeschieden werden.
MfG
Frank
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Zitat von: uwe am Heute um 11:18:26
Ilmenit soll erst nach dem Glühen magnetisch sein.
Nein, garantiert nicht erst dann.
Es gibt Mischkristalle mit Magnetit, z. B. Magnetoilmenit. Wenn es reiner Ilmenit ist, ist der tatsächlich erst nach dem Glühen magnetisch. Ist dein Ilmenit als reiner solcher analysiert?
@doberstar:
Uwe hat insoweit Recht, man kann den Umkehrschluss natürlich nicht ziehen. Habe erstmal spekuliert, wenn tatsächlich WO3 ausgefallen wäre, hättest du die Antwort schon. Habe damals Wolframit von Altenberg zerkleinert, stand aber paar Tage im Glas mit 30% HCl, hatte sich dann gelb abgesetzt. Wenn aber nichts passiert, muss man die Konz. erhöhen, ggf. erhitzen und länger warten. Tut sich dann noch nichts, sollte man erst mal auf andere Stoffe testen.
An Ilmenit glaube ich wegen der Strichfarbe nicht so recht, die ist schwarz. Nur der Strich fein verrieben ist braun. Auch Ilmenit löst sich in HCl, genau wie Magnetit oder Mischglieder. Auch Kryptomelan würde ausscheiden, wenn in HCl unlöslich. Wenn sich das Mat. gar nicht erst auflöst, würde ich mal auf Ferrocolumbit oder Manganocolumbit tippen. Die sind von dort beschrieben und lösen sich in H2SO4. Dies kannst du wiederum testen, immer konz. Säure verwenden, wir haben es hier nicht mit Calcit zu tun :D
Gruß
Uwe
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Nein,
ist ein Ferro-Ilmenit mit Hämatit-Lamellen.
Aber ich habe hier auch noch die rutilreiche Variante, ich werde es mal testen.
Beide natürlich REM/EDX analysiert ;-)
MfG
Frank
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Puh, kochende Salzsäure....konzentrierte Schwefelsäure...Glühen, jetzt wird`s heftig. Leider sind meine Einsatzmöglichkeiten diesbezüglich deutlich begrenzt. Habe doch schon Wochen gebraucht, um meiner Frau schonend die Notwendigkeit der Lagerung und Anwendung von 25%-er HCL im Keller beizubringen. :-[
Gruß, Jörg
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Es ist ganz sicher kein Ferrocolumbit oder Manganocolumbit, die sehen von dort ganz anders aus.
Ilmenit halte ich auch für sehr unwahrscheinlich, auch der sieht anders aus in der Königshainer Region (winzige tafelige xx, manchmal auch etwas größer).
Wolframit ist nicht möglich, aber so visuell nach dem Foto nicht zu bestimmen. Es ist einen Versuch wert, mal mit der UV-Lampe drüber zu gehen, da neben Wolframit öfter mal etwas Scheelit vorkommt (aber längst nicht immer).
Auch irgendein Manganoxid kommt in Frage.
Glück Auf
der Stollentroll
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Hallo,
von der äußeren Gesalt hier zu urteilen ist aussichtslos. Evtl. findet sich an dem Stück noch etwas Scheelit.
Wenn du einige Chemikalien und ein Lötrohr hast, dann könntest du ja einmal eine Probe auf Wolfram und Mangan machen ;).
Das ist aber allgemein nicht ganz einfach (Anleitung könnte ich dir bei Bedarf geben).
Gruß
Daniel
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Die Manganoxide im allgemeinen (außer Pyrolusit) hätten sich sicherlich in der HCl gelöst, 30 % ist besser, noch besser warm, kochen muss sie aber nicht gleich. Am besten alles im Freien machen, mit H2SO4 äusserste Vorsicht, und natürlich: Nie das Wasser in die Säure (beim Verdünnen), sonst wird's gefärhlich, nur der Vollständigkeit halber, falls es einige Leute hier machen wollen. Schutzbrille!!!
Du kannst die Probe auch einfach zerkleinern (pulverisieren), in die konz. HCl geben und mal eine Woche stehen lassen. Aber die Säurelöslichkeit sollte hier die Sache schon eingrenzen.
Gruß
Uwe
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Hallo,
ich habe hier gerade einen Ilmenit, dem der Hämatit mit Säure entzogen wurde.
Am Rührfisch in der Suspension bleibt etwas hängen, aber schwach.
Ein Hauptteil des Magnetismus liegt somit wirklich an den Lamellen, aber Ilmenit sollte somit schwach magnetisch sein.
MfG
Frank