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Autor Thema: Fund aus den Königshainer Bergen  (Gelesen 7435 mal)

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Offline doberstar

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Fund aus den Königshainer Bergen
« am: 03 Feb 09, 11:29 »
Hallo alle miteinander,
den folgenden Fund habe ich voriges Jahr im Steinbruch Neuland in den Königshainer Bergen bei Görlitz gemacht. Der dunkelbraune Strich, der leicht metallische Glanz und die Härte deuten auf Ilmenit. Doch kommt der an der Fundstelle oder auch sonst überhaupt in dieser derben Form vor? Oder liege ich mit meiner Vermutung gar komplett daneben?
Gruß, Jörg

Offline Krizu

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #1 am: 03 Feb 09, 12:06 »
Hallo,

Ilmenit ist leicht magnetisch, schon getestet?

MfG

Frnak

Offline uwe

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #2 am: 03 Feb 09, 17:15 »
Im Königshainer Granit kommt u.a. Wolframit vor. Das gefundene Mineral entspricht von äußeren her am ehesten diesem Mineral. Ilmenit kommt lt. Mineralienliste nur auf den Halden bei Sohland und im Basitbruch Ebersbach vor.

Uwe

Offline doberstar

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #3 am: 03 Feb 09, 18:22 »
Hallo Uwe, der Steinbruch Neuland ist hier im Atlas unter Arnsdorf-Hilbersdorf angelegt.
Dort wie auch im Buch "Minerale der Oberlausitz" wird Ilmenit diesem Fundpunkt zugewiesen. Natürlich wäre auch Wolframit in Betracht zu ziehen, ist mir bislang noch gar nicht in den Sinn gekommen.
Gruß, Jörg

Offline uwe

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #4 am: 03 Feb 09, 19:16 »
Mir steht folgende Mineralienliste des besagten Steinbruches zur Verfügung. Natürlich ist es durchaus möglich, daß diese Listen nicht immer wieder erweitert werden müssen.

Uwe

Offline minuwe

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #5 am: 03 Feb 09, 19:36 »
Hallo,

Probe zerkleinern und in HCl auflösen, wenn löslich und es fällt gelber Niederschlag aus --> Wolframit. Kommt aber noch einiges mehr in Betracht, wie ist die Härte?

Gruß
Uwe

Offline doberstar

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #6 am: 03 Feb 09, 20:07 »
Hallo, die Härte liegt bei 5-6. Werde morgen mal den Säuretest machen.
Gruß, Jörg

Offline doberstar

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #7 am: 05 Feb 09, 10:05 »
So, habe mich mal über das Stück hergemacht. Der Test ist negativ ausgefallen, habe keinerlei Reaktion beobachten können.  Magnetismus ist übrigens auch keiner feststellbar...also sind Ilmenit und Wolframit wohl aus dem Rennen? hmmm. :-\
Was nun?

Offline Krizu

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #8 am: 05 Feb 09, 11:01 »
Hallo,

also nichts zu bemerken, wenn du mit dem Magneten am Stück dicht vorbeigehst?

MfG

Frank

Offline uwe

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #9 am: 05 Feb 09, 11:18 »
Wie ich aus der Literatur entnommen habe ist die Ausfällung von gelben Wolframoxyd nicht ganz so einfach.

So schreibt Jörg Otto in seinem 1989 in der noch DDR erschienenen Buch "Mineralbestimmung": "Obwohl für Wolframit gelegentlich die Abscheidung von gelbem WO3 beim Kochen mit konz. Salzsäure angegeben wird, wurde die Reaktion nicht als Vorprobe für Wolframate aufgenommen, sondern nur bei Scheelit und Szolzit beschrieben. Grund ist der unklare Ablauf der WO3-Fällung, wie an mehrern Proben aus dem Vogtland und Erzgebirge beobachtet wurde. ..." Erschreibt an anderer Stelle: "... vorheriger Aufschluß ... Wolframit erst nach längerem Kochen mit Salzsäure."

Ich nehme nicht an, daß Du mit konzentrierter HCl gekocht hast. Also ist der Negativnachweis kein entgültiges aus für Wolframit.

Herr Otto schreibt als Nachweis: "... Auch geringfügig in Salzsäure gelöste Wolframitmengen ergeben mit frisch erzeugtem Wasserstoff eine Blaufärbung aus teilweise reduzierten Wolfamverbindungen ... Eine Probe wird mit 2 ml. konz. Salzsäure ... einige Minuten vorsichtig erwärmt. Man verdünnt dann mit 6 ml Wasser und setzt ein 3 x 3mm großes Zinkblech zu. Unter deutlicher Wasserstoffentwicklung färbt sich die Lösung nach kurzer Zeit blau ... ."

Glühe doch mal ein wenig der Substanz. Vor der Lötlampe soll Wolframit schmelzen, Ilmenit nicht. Ilmenit soll erst nach dem Glühen magnetisch sein.

Uwe  

Offline Krizu

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #10 am: 05 Feb 09, 13:42 »
Ilmenit soll erst nach dem Glühen magnetisch sein.

Nein, garantiert nicht erst dann. Meinen dicken Knubbel aus Norwegen hat keiner geglüht und er Magnet bleibt hängen und aus den Schwerseifen können Ilmenit und Magnetit per Magnettrennung abgeschieden werden.

MfG

Frank




Offline minuwe

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #11 am: 05 Feb 09, 16:05 »
Zitat
Zitat von: uwe am Heute um 11:18:26
Ilmenit soll erst nach dem Glühen magnetisch sein.

Nein, garantiert nicht erst dann.
Es gibt Mischkristalle mit Magnetit, z. B. Magnetoilmenit. Wenn es reiner Ilmenit ist, ist der tatsächlich erst nach dem Glühen magnetisch. Ist dein Ilmenit als reiner solcher analysiert?

@doberstar:
Uwe hat insoweit Recht, man kann den Umkehrschluss natürlich nicht ziehen. Habe erstmal spekuliert, wenn tatsächlich WO3 ausgefallen wäre, hättest du die Antwort schon. Habe damals Wolframit von Altenberg zerkleinert, stand aber paar Tage im Glas mit 30% HCl, hatte sich dann gelb abgesetzt. Wenn aber nichts passiert, muss man die Konz. erhöhen, ggf. erhitzen und länger warten. Tut sich dann noch nichts, sollte man erst mal auf andere Stoffe testen.

An Ilmenit glaube ich wegen der Strichfarbe nicht so recht, die ist schwarz. Nur der Strich fein verrieben ist braun. Auch Ilmenit löst sich in HCl, genau wie Magnetit oder Mischglieder. Auch Kryptomelan würde ausscheiden, wenn in HCl unlöslich. Wenn sich das Mat. gar nicht erst auflöst, würde ich mal auf Ferrocolumbit oder Manganocolumbit tippen. Die sind von dort beschrieben und lösen sich in H2SO4. Dies kannst du wiederum testen, immer konz. Säure verwenden, wir haben es hier nicht mit Calcit zu tun  :D

Gruß
Uwe


Offline Krizu

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #12 am: 05 Feb 09, 17:42 »
Nein,

ist ein Ferro-Ilmenit mit Hämatit-Lamellen.
Aber ich habe hier auch noch die rutilreiche Variante, ich werde es mal testen.

Beide natürlich REM/EDX analysiert ;-)

MfG

Frank

Offline doberstar

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #13 am: 06 Feb 09, 09:18 »
Puh, kochende Salzsäure....konzentrierte Schwefelsäure...Glühen, jetzt wird`s heftig. Leider sind meine Einsatzmöglichkeiten diesbezüglich deutlich begrenzt. Habe doch schon Wochen gebraucht, um meiner Frau schonend die Notwendigkeit der Lagerung und Anwendung von 25%-er HCL im Keller beizubringen.  :-[
Gruß, Jörg

Offline stollentroll

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Re: Fund aus den Königshainer Bergen
« Antwort #14 am: 06 Feb 09, 09:31 »
Es ist ganz sicher kein Ferrocolumbit oder Manganocolumbit, die sehen von dort ganz anders aus.
Ilmenit halte ich auch für sehr unwahrscheinlich, auch der sieht anders aus in der Königshainer Region (winzige tafelige xx, manchmal auch etwas größer).

Wolframit ist nicht möglich, aber so visuell nach dem Foto nicht zu bestimmen. Es ist einen Versuch wert, mal mit der UV-Lampe drüber zu gehen, da neben Wolframit öfter mal etwas Scheelit vorkommt (aber längst nicht immer).

Auch irgendein Manganoxid kommt in Frage.

Glück Auf
der Stollentroll

 

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