Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: futzi am 27 Sep 11, 06:36

Titel: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 27 Sep 11, 06:36
Hallo an Alle,
noch mal eine Frage zu Preisen. Könnte ich auch hier Stufen einstellen und Ihr gebt mit hinweise zum Preis?
Oder wäre das über private Nachrichten besser?

Viele Grüße
Futzi
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Krizu am 27 Sep 11, 07:46
Hallo,

ui - ich wittere ein Minenfeld.
Mehr als einmal kamen sehr unterschiedliche Meinungen zu den Preisen von Stufen raus.
Mehr als die Größenordnung würde ich nicht erwarten wollen, aber du kannst es versuchen.

Mfg + meine Meinung/Erfahrung

Frank
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 27 Sep 11, 09:52
Hi,
ja stimmt. habe ich nicht bedacht. Mir geht es aber nur um einen Anhalt.

Aber wie kann ich das Mienenfeld umgehen???

Futzi
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: uwe am 27 Sep 11, 10:36
Bei solchen Preiseinschätzungen, die u.U. möglich sind, ist die Art der Sammlung bzw. das Sammelverhalten des jeweiligen Sammlers zu berücksichtigen. Ich erinnere an eine Diskussion in diesem Forum in der eine , in meinen Augen wundevolle, historische Rhodochrositstufe aus dem Siegeland (ein Klassiker) vorgestellt wurde. Die Meinungen gingen von: "Sehr wertvoll" bis "Hundekötel für die ich keinen Cent ausgeben würde".

Statt einer fragliche Preisbeurteilung in diesem Forum enpfehle ich, die örtlichen Börsen zu besuchen und sich dort vergleichbare Stufen anzusehen. Börsenpreis minus einem Rabatt dürfte der richtige Preis in der entsprechenden Gegend sein.  So ist zum Beispiel hier im Erzgebirge eine über und über mit Erythrinkristallen besetzte Stufe aus Marokko wird auf den hiesigen Börse sehr schwer verkaufbar, während beispielsweise eine Kleinstufe mit wenigen Kristalle von der Halde Daniel in Schneeberg sicherlich sofort einen Käufer findet.

Gruß
Uwe
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 27 Sep 11, 11:14
Na ja,
mir geht es um kleine Stufen mit Wulfenit aus BLEIBERG / Östereich und einem Kolbeckit aus der STEIERMARK
Gruß Futzi


Hier mal ein Bild
5x3 cm

edit:
Bild wegen Copyrightverletzung entfernt; mit dem teuer erkauften Stück erwirbt man nicht automatisch auch das copyright
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Walpurgin am 27 Sep 11, 12:18
ich würd kein Cent dafür ausgeben..aber es giebt Sammler die würden dafür 5 Eus ausgeben wollen.
Bei dem Kolbeckit kommt es auf die Größe an...aber ich denke mal, auch ohne Bild ,das es sich unter 10 Euro bewegen wird.
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Walpurgin am 27 Sep 11, 12:58
gibt...nicht giebt.... ::)
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: uwe am 27 Sep 11, 14:37
Die vorangegangene Diskussion zeigt das Dilemma. Kolbeckit ist ja nicht gerade ein häufiges Mineral. Ich kenne den Fundort in der Steiermark nicht, aber möglicherweise kommt Kolbeckit dort auch sehr selten vor. Ein Lokalsammler würde dann sicher das Mehrfache von 10,- Euro dafür geben. Für Systematiksammler, welche grundsätzlich keinen allzugroßen Wert auf den Fundort legen, hat eine solche Stufe eben wesentlich weniger Wert.

Ich z.B. würde für einen kleinen Kristall Kohlbeckit aus Schmiedeberg/Osterzgebirge auf der Stelle 100,- Euro zahlen.

Uwe
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: cmd.powell am 27 Sep 11, 15:06
Tja, Preise und kein Ende. Recht bequem ist in solchen Fällen doch die ebay-Variante: Stell es für einen Euro rein und Du wirst schon sehen, was Du dafür bekommts. Wenn Dir das zu unsicher ist (leider ist ebay ein kleines Lotteriespiel), schau einfach mal unter "Beendete Artikel" nach vergleichbaren Material und was die Leute dafür ausgegeben haben. Ok, ist nicht für die Raritäten praktikabel (gehen z.T. zu selten, als das man beendete Artikel findet), aber ich denke mal für den Wulfenit wirst Du eine gute Preisvorstellung bekommen.
Und wenn Du Panik hast, das das Stück ggf. zu billig weggeht: Freund, Freundin etc. einspannen, das die schonmal ein Gebot mit der Mindestsumme abgeben. Ist zwar nicht ganz im Sinne des Erfinders, macht aber sowieso fast jeder bei ebay...
Oder Du stellst es hier im Forum rein und schreibst den Preis ran, den Du haben willst. Wenn Du niemanden findest, war der zu hoch und Du kannst immernoch runtergehen.
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: jkstar am 27 Sep 11, 16:30
Bei dem Wulfenit würde ich sagen, bei ebay ca. 15,- €, schön fotografiert..

Gruß
Julian
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: loismin am 27 Sep 11, 16:58
Hallo.

Nun beim Kolbeckit von der Steiermark , der war mal gar nicht so selten an der Fundstelle.
Da kommts halt auch drauf an, wie groß das Stück, wieviele Kugerln, was für Farbe.
Ein Mikro davon mit etliche Kugerl so ca 5 - 10 Eur würde ich sagen !

Loismin
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Durchsichtig am 27 Sep 11, 16:59
Hallo,

nur mal nebenbei: da sich die abgebildete Stufe ja 1:1 bei ebay unter beendete Angebote findet, stellt sich mir ja die Frage ob das überhaupt dein Foto ist. (kann ja bei möglichen Urheberrechtsverletzungen recht teuer werden. Also aufpassen).
Aber preislich siehst du da ja wo sich derartige Stufen einordnen lassen.

Grüße
Lukas

Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 27 Sep 11, 19:37
OhOh ich glaube ich werde nie wieder eine Frage nach einem Preis stellen  ;D
Na ja , die Geister die man ruft...

Aber ich danke allen die sich beteiligt haben.

Grüße Futzi
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Krizu am 27 Sep 11, 19:52
Hi,

ich hab dich gewarnt :-)

  8)

lg

Frank
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: harzforelle am 27 Sep 11, 20:07
Hallo,
Marktwirtschaft,Mineralien und Preise werden wohl nie harmonieren. Im Endeffekt gehört doch alles Mutter Erde...  ;D

GA Jochen
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: mineralien-weiderer am 27 Sep 11, 20:26
Mit den Preisen ist das immer so eine Sache.
Man braucht etwas Erfahrung dabei.
Beobachte einfach mal eine lange Zeit verkaufte Artikel, irgendwann sagt das Bauchgefühl dir den Preis für das Stück.
Vorallem beachte den Service, Rückgabe und Bewertungen von Verkäufern.
Nicht zu vergessen die Preise von Fundstelle zu Fundstelle sind auch verschieden.
Zuletzt richtet sich der Preis noch nach Angebot und Nachfrage.

Glück Auf

Markus
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 02 Oct 11, 07:57
Ok,
ich frage nicht mehr nach Preisen, aber gibt es für Mineralien so etwas wie Gutachter, oder sehr erfahrene Sammler die helfen
können zu bestimmen ob die Mineralien die man hat (z.B. alte Sammlung) "Schrott" sind na ja nicht so aussagekräftig oder ob sie klasse sind
für den Fundort. Es ist mir schon klar das der Schrott trotzdem persönlich Wertvoll sein kann. Mir geht es aber
um grundsätzliche Aussagen, sozusagen emotionsloses Begutachten (wenn das bei Mineralien möglich ist).

Viele Grüße
Futzi
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: jkstar am 02 Oct 11, 12:28
Hallo Futzi!

1.) Googeln, da kannst Du Dir den Markt anschauen und siehst auch wie hoch die Preisunterschiede sein können.
2.) Je perfekter und makelloser die Stufe ist und ob sie "ein Gesicht " hat, macht extrem viel aus.
3.) Alte Stücke sind generell mit dem dazu gehörenden alten Zettel "wertvoller"
4.) Das Beste ist, so mache ich es z.B. mit meinen Tsumeb - Stücken, suche Dir jemand der Erfahrung mit dem Verkauf auf Börsen hat, die Leute können das i.d.R. am besten einschätzen, aber auch da gibt es eine große Bandbreite..
5.) Im Geschäft (Mineralienladen) nachzufragen kannst Du meistens vergessen!

Gruß
Julian
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 02 Oct 11, 12:55
Ok, ebay ist na ja nicht so aussagefähig, das kenne ich von meinen Meteoriten.
Aber so was wie Sachverständige gibt es wohl nicht?
Oder opfert sich hier jemand????

Gruß Futzi
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: jkstar am 02 Oct 11, 14:16
Hallo Futzi, was ist denn überhaupt das Problem, hast Du einen Sammlung gekauft oder willst Du eine kaufen ? Was für einen Umfang hat das ganze, aus welcher Ecke der Welt sind die Stücke und im Schnitt wie groß ? Wenn die Stücke im Regal stehen, stell doch mal ein Foto ein, dass sich die Leute mal ein Bild machen können. Vielleicht findest Du dann jemand aus der Nähe von Berlin.

"Sachverständige" gibt es wohl, aber die müsstest Du dann sicher auch fürstlich  bezahlen, ich denke so jemand kann man ins Haus holen, bei Sammlungen die einen Wert im sechsstelligen Bereich haben und es aus irgendwelchen Gründen nötig ist.

Gruß
Julian
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 02 Oct 11, 14:38
Hallo,
ok sechsstellig wird wohl eher nicht, ich stelle mal zusammen was mich so bewegt und dann werden wir sehen.
Ja, es geht um eine alte Sammlung die ich übernommen habe.

Vielen Dank an alle, ich denke ich weiß nun wie ich zu meinen Daten komme.

Viele grüße bis zur nächsten Frage

Futzi
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: endeavour-minerals am 02 Oct 11, 15:16
Hallo,
"seriöse Gutachter" für Mineralien wird es nicht geben! Damit möchte ich aber nicht Ausdrücken das die Händler, die Mineralien Sammlungen einschätzen und Ankaufen unseriös sind! Aber Mineralien werden in der Regel nicht an den renommierten Auktionshäusern wie Christis usw. versteigert, das muss ja einen Grund haben. Mal abgesehen von der Freilich Sammlung. Im Grunde sind Mineralien wertlos, ihnen liegt keine Wertschöpfung zu Grunde! Das ist bei Antiquitäten, alte Bücher, Kunst anders, diese Sachen sind auch meist nur im begrenzten Rahmen vorhanden. Warum gibt es keinen Katalog für Mineralien wie z.B. bei Briefmarken? Weil jedes Stück ein "Unikat" ist und sich somit schlecht in einen Rahmen passt. Mineralien sind irgendwie natürliche Kunst, zumindest kann man sie so ansehen, deshalb werden die Preise immer weit auseinander gehen. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn über Preise zu philosophieren. Jeder muss für sich selber Einschätzen, ob ihn das jeweilige Mineral, oder die jeweilige Sammlung dies wert ist. Als "Endverbraucher" sollte man aber immer davon ausgehen, dass das Geld was man dafür ausgegeben hat, einfach weg ist. Denn als Kapitalanlage funktionieren Mineralien auch nicht wirklich. Ich hoffe dass ich das Dilemma in welchen Mineralien Sammler stecken, etwas verständlich erklärt haben.

Gruß Ingo
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: uwe am 03 Oct 11, 11:43
Hallo Ingo,

im Prinzip hast Du voll recht. Allerdings häufen sich in der letzten Zeit Indizien, daß Mineralstufen durchaus als Anlage betrachtet werden. Auf den lokalen Börsen habe ich schon Gespräche mit Händlern geführt, welche Silbermineralstufen aus dem Erzgebirge für Kunden suchen, bei denen der Preis angeblich keine Rolle spielen würde. Man sollte auch die eklatante Preissteigerung beispielsweise der Ehrenfriedersdorfer Stufen betrachten. Natürlich eignen sich (noch?) nicht Chinesische Stufen als Anlage. Aber bei guten Stufen aus Erzgebirgischen Bergbaurevieren ist durchaus eine Wertsteigerung zu erwarten.

Gruß
Uwe
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: cmd.powell am 03 Oct 11, 14:18
Im Grunde sind Mineralien wertlos, ihnen liegt keine Wertschöpfung zu Grunde!

Also die Minerale, welche Edelmetalle enthalten, haben difinitiv einen Wert ! Vielleicht nicht den, welchen ein Mineralienhändler dafür verlangt, aber mindestens den Rohstoffwert des Edelmetalls. Bei gediegen Gold, Platin etc. bekommt man vielleicht sogar den Metallwert. Letztlich haben alle Erzstufen mindestens den Rohstoffwert, der ist aber bei den 08/15-Metallen oft vernachlässigbar.
Letztendlich ist eher Kunst etc. völlig wertlos, da diese Werte nur aufgrund von Sammlerleidenschaft verursacht werden. Für Rohstoffe gibt es immerhin noch eine gewisse wirtschaftliche Nachfrage, für alte Leinwand, Holz etc. eher nicht. Ok, Altmetall geht noch, wer also Oldtimer sammelt... Bei allen Dingen, die gesammelt werden und nur in Sammlungen landen ist der Wert fiktiv und spekulativ. "Realen" Wert haben nur Dinge, die wir zum Überleben benötigen, also Nahrung und vielleicht noch Kleidung und Heizmaterial, der Rest ist Firlefanz.

Warum gibt es keinen Katalog für Mineralien wie z.B. bei Briefmarken? Weil jedes Stück ein "Unikat" ist und sich somit schlecht in einen Rahmen passt. Mineralien sind irgendwie natürliche Kunst, zumindest kann man sie so ansehen, deshalb werden die Preise immer weit auseinander gehen. Aus diesem Grund macht es keinen Sinn über Preise zu philosophieren. Jeder muss für sich selber Einschätzen, ob ihn das jeweilige Mineral, oder die jeweilige Sammlung dies wert ist. Als "Endverbraucher" sollte man aber immer davon ausgehen, dass das Geld was man dafür ausgegeben hat, einfach weg ist. Denn als Kapitalanlage funktionieren Mineralien auch nicht wirklich.

Im Kernpunkt durchaus richtig, wie Uwe schon sagte, aber ein Gang über eine X-beliebige Mineralienbörse sollte Dich da eines besseren belehren. Grade der "Unikatstatus" wird immer mehr ausgeschlachtet und die Preisentwicklung zeigt immer mehr die Züge von börsianischem Spekulantentum. Wenn es nicht eine gewisse Menge von (finanzkräftigen) Mineralienkäufern gäbe, hätten wir die heutigen Preise sicherlich nicht. Ob das als Altersvorsorge oder Zukunftsinvestition taugt können wir jetzt wahrscheinlich gar nicht absehen. Bei jeder Spekulation ist die Zeit der entscheidenen Faktor. Wenn ich heute Aktien kaufe und morgen verkaufe mache ich vielleicht mit viel Glück gewinn, sehr wahrscheinlich aber nicht. Wenn ich aber heute meine Porscheaktien von vor 30 Jahren verkaufe mache ich Gewinn. Und wenn Du heute eine Pyrargyritstufe aus dem Erzgebirge oder dem Harz verkaufts, die Du vor 30 Jahren gekauft hast, machst Du auch Gewinn !

P.S.: Das mit den Porscheaktien war nur eine Beispiel, ich habe leider keine...
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: woelsendorfer am 03 Oct 11, 14:30
Hallo alle zusammen,
seit Tage lese ich hier mit und finde die angestoßene Diskussion insgesamt sehr interessant.

Ich möchte als langjähriger Sammler hier mal meine Erfahrungen einbringen ohne einen Sammler dabei auf die Füße zu treten.

Mineralien haben nicht nur einen gewissen Wert der ausgelotet werden kann, sondern Mineralien sind definitiv auch eine Wertanlage. Eine Wertanlage in dem Sinne, dass man auch von einer Wertentwicklung sprechen kann. Meine erste große Sammlung mit dem Thema Mineralien aus dem Ruhrkarbon und meine jetzige Sammlung mit dem Thema Wölsendorf sind versichert. Versichern kann ich nur einen Gegenstand wenn er einen Wert hat. Warum große Auktionshäuser sich dieses Themas nicht annnehmen ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, aber wie oben schon erwähnt kann man Preise ausloten.

Zum Sammelgebiet:
Uwe hat mit seinem Beispiel Recht, dass z.B. chinesische Ware nicht die Entwicklung hat wenn überhaupt. Im allgemeinen kann man sagen, sobald von einem Fundort Massenware vorhanden ist reicht es nicht für eine Wertentwicklung. Ein typisches Beispiel ist Trepca. Früher habe ich mehrer Sammlungen aufgekauft, war Trepca dazwischen bin ich erst gar nicht hingefahren.
Die Tendenz geht also ganz klar in einer bestimmten Richtung und da gebe ich Uwe wieder Recht. Eine Wertentwicklung ist meist, nicht immer, bei klassischen Fundorten zu verzeichnen. Freiberg, Erzgebirge, Harz, Schwarzwald oder aus klassichen Fundorten Fluorit, Bleiglanz. Interesant ist das zu Betriebszeiten vieler Gruben die Preise für Stufen relativ hoch sind, schließen diese, bricht der Preis in vielen Fällen über Jahre Jahrzente ein. Ein typisches Beispiel sind Honigspatstufen aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier. Von den Bergleuten wurden und werden noch immer relativ hohe Preise verlangt, die kaum noch einer bereit ist zu zahlen.

Die Wertentwicklung:
Eine Wertentwicklung kann ich nur dann erzielen wenn ich mir einen bestimmten Fundort vornehme, in meinem Fall das Wölsendorfer Flußspatrevier und mich in dieses Sammelgebiet systematisch einarbeite. Einarbeiten bedeutet das ich als Sammler in Erfahrung bringen muss was aus dem Fundort selten ist oder nicht. Skalenoederstufen oder rosa Fluoritstufen sind z.B. sehr bis extrem selten. Es gibt auch Honigspatausbildungen die extrem selten sind. Alles was in dieses System nicht reinpaßt, ob es selten ist, muss weiter auf Ausbildung geprüft werden, sprich Qualitätsstufe/Schaustufe ja oder nein. Der Rest und das gilt für alle klassischen Fundorte ist Müll. Ich sage das so krass weil wir hier über eine WERTentwicklung sprechen. Ich gehe z.B. davon aus, dass lediglich 1 - 2 Prozent der Wölsendorfer Stufenware nur eine Wertentwicklung hat mitmachen wird. Es gibt Fundorte da sieht das Verhältnis besser aus, Schwarzwald fällt mir da ein.

Der Markt:
Zu einem Markt zählen nicht die Leute denen sowieso alles immer zu teuer ist. Diese Tendenz ist im allgemeinen bei uns in Deutschland sehr weit vertreten. Eine Rhodochrositstufe von Grube Wolf aus dem Siegerland, ein klassischer Fundort, mit einer entsprechenden Ausbildung hat ihren Preis. Wenn ich diesen Preis nicht in Deutschland oder besser gesagt nicht in Europa erzielen kann, dann geht die Ware ins Ausland. Rhodochrositstufen mit einer entsprechenden Ausbildung sind mittlerweile extrem selten, genauso wie ein Ferrari von 1950. Bedeutet das ich mich als Verkäufer von den Mißmachern nicht verrückt machen lassen soll, denn wenn ich mich über "mein" Sammelgebiet informiert habe lass ich diese Leute locker im "Regen" stehen. Das Problem dabei ist, dass immer mehr deutsche Kulturgüter ins Ausland abwandern, diese Tendenz ist nicht nur bei Mineralien zu beobachten.



Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: woelsendorfer am 03 Oct 11, 14:40
Zitat von cmd.powell
"Wenn es nicht eine gewisse Menge von (finanzkräftigen) Mineralienkäufern gäbe, hätten wir die heutigen Preise sicherlich nicht."

Das ist Martwirtschaft.

Gruß Micha
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: triassammler am 03 Oct 11, 16:38
Hallo!

Versichern kann ich nur einen Gegenstand wenn er einen Wert hat.

Versichern kannst Du alles, wenn Du das passende Versicherungsunternehmen findest und bereit bist, die dafür festgesetzte Prämie zu bezahlen.

Zum Rest der Diskussion: Stichwort "Tulpenmanie" - http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Tulpenmanie

Gruß,
Rainer
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 03 Oct 11, 19:28
Na dann mal noch ein Beispiel, ich könnte eine kleine Stufe mit Viitaniemiit XX von Ehrenfriedersdorf bekommen. Was zahlt man da ???

5€, 10€ oder nur einen ?????

Findet mal einen Preis dazu in Internet.

Ich glaub ich geb´s auf, aber klasse Diskusion.

Futzi
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: helgesteen am 03 Oct 11, 20:05
Na dann mal noch ein Beispiel, ich könnte eine kleine Stufe mit Viitaniemiit XX von Ehrenfriedersdorf bekommen. Was zahlt man da ???

Hallo Arco,

ich gehe davon aus, dass bei "Deiner" Stufe kein Preis vorgegeben ist, sondern Du einen vorschlagen sollst. Also, tu es einfach und wähle einen Preis, den das Stück Dir wert ist. Also einen, bei dem Du das Gefühl hast, dass Du etwas Schönes zu einem Preis gekauft hast, der Dir angemessen erscheint. Wie die anderen schon geschrieben haben: Mineralienpreise sind keine Listenpreise, sondern Stufen sind genau das Wert, was jemand bereit ist, dafür zu zahlen.  Sofern Du die Steine nicht als Geldanlage verstehst, ist es ziemlich egal, ob Du zu viel oder zu wenig zahlst (und bei einem Preisniveau bis 10 Euro kann man ehrlich gesagt nicht viel falsch machen).   
Wie bei der Teilnahme an Auktionen sollte man sich nur VOR der möglicherweise anstehenden "Verkaufsverhandlung" einen absoluten Maximalpreis überlegen, über den man keinesfalls geht. Sonst hat man nachher möglicherweise ein "schlechtes" Gefühl, weil man mehr ausgegeben hat, als man eigentlich wollte. Und dann hat man keinen Spass an der Stufe.

Viele Grüsse,
Helge

Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Mineralroli am 03 Oct 11, 20:07
Hallo
Ich würde Trepca oder Rumänien nicht abwerten. Klar kam da massenhaft an Mineralien aber ausgesprochen gute Stufen muß man heute schon suchen.
Die Zeit wird es zeigen und die Minen sind zu. Es kommt der Tag da stehen sie wieder hoch im Kurs (die Guten natürlich, nicht der Ramsch).
Beste Grüße
Roland
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 03 Oct 11, 20:27
Na ja wenn ich das Stück für 10€ kaufe und sehe es dann ähnlich für einen dann könnte es möglich sein
das ich mir vor Wut in den Allerwertesten beiße  >:D >:D >:D

Futzi
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Mineralroli am 03 Oct 11, 21:25
Hallo
Zitat
Na ja wenn ich das Stück für 10€ kaufe und sehe es dann ähnlich für einen dann könnte es möglich sein
das ich mir vor Wut in den Allerwertesten beiße
Das wird am Anfang sehr oft passieren.
Man sollte sich auch überlegen ob man auf 1€ -Stücke aus ist. Will man Abfall oder qualitativ Gutes und gute Stücke haben ihren Preis.
Mir ist der Preis relativ egal. Als Erstes steht die Faszination Natur und wenn es mir gefällt dann darf es auch etwas mehr sein.
Dazu ist auch eine gewisse Reife zum Hobby notwendig. Ich denke zu Diesen Thema ist auch alles gesagt worden.
Beste Grüße
Roland
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: woelsendorfer am 03 Oct 11, 21:26
Hallo Roland,

ich will oder wollte nichts abwerten. Es ist/war ein Erfahrungsbericht wie ich es bisher erlebt habe und hatte zuanfangs Vermerkt das ich keinen auf die Füße treten möchte. Trepca war nur ein Beispiel, ich hätte auch andere Orte nennen können  :)

Hallo Rainer,
weiss nicht genau ob du was im falschen Hals bekommen hast, ich habe einen Erfahrungsbericht niedergeschrieben, der nicht allgemein gültig ist. Jeder macht da so seine eigenen Erfahrungen. Aber eine Meinung zu haben und diese niederzuschreiben sollte auch hier im Mineralienatlas nicht auf diese Weise von einem Moderator beantwortet werden und in diesem Sinne möchte ich dich höflich darauf hinweisen, wobei ich davon ausgehe das du das nicht wußtest und daher für mich erledigt ist, dass "Manie" eine Krankheit ist oder anders ausgedrückt, dass es sich hier um einen psychische kranken Menschen handelt.

Netten Gruß  :)
Micha


Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Mineralroli am 03 Oct 11, 22:14
Hallo Micha
Zitat
das ich keinen auf die Füße treten möchte
hast Du auch nicht, zumindest mich nicht.
Es ist ja auch allgm. bekannt das die Stufen aus dem Balkanraum etwas belächelt werden, aber ich glaube das es auch wieder andere Zeiten geben wird.
Wo gab es denn sonst noch so schöne Stufe in Europa? Vergleichbar nur noch mit Peru.
Beste Grüße
Roland
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: triassammler am 04 Oct 11, 00:01
Off-topic, aber muss schon mal sein:

Hallo Michael,

lies bitte den ersten Satz in dem von mir verlinkten Wikipediaartikel, und Du wirst erkennen, dass Deine Interpretation meiner Aussage jeglicher Grundlage entbehrt. Der Artikel unterstellt den Niederländern ebenfalls keine psychische Krankheit. Du kannst getrost davon ausgehen, dass mir der Begriff "Manie" und seine vielfältigen Konnotationen im klinischen, psychischen, sozialen, historischen, linguistischen und sprachlich-informellen Bereich hinreichend geläufig sind. Bedauerlicherweise scheint die Empörung über die political correctness eines von Historikern geprägten und allgemein anerkannten Begriffs jegliches Interesse an dem eigentlichen Sachverhalt zu überlagern. Dabei wird dort ein Phänomen beschrieben, das ohne weiteres Ankläge an das moderne Sammeln von Mineralien-Topstufen hat und das durch die Abgeschlossenheit der damaligen Ereignisse interessante Betrachtungen der heutigen Vorgänge erlaubt.

Gruß,
Rainer
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: endeavour-minerals am 04 Oct 11, 05:39
Ruhig Leute es geht nur um Steine, nichts von Bedeutung.......

@Uwe, die Wertsteigerung nach Sächsischen Mineralien die du spürst und die auch real ist, ist ein "Trend", der Trend zum Regionalen sammeln. Damit verbunden ist eine stärkere nachfrage nach entsprechendem Material,eigendlich logo. Ist aber nur eine temporäre Phase, die mit zunehmender Ausdünnung der Sammler irgendwann Naturbedingt endet. Dieser Trend gild auch für andere Regionen in Deutschland! Hat aber mit Wertanlage nicht all zuviel zu tuhen.

@cmd.powell, ja ok wenn du vom reinen Rohstoffpreis ausgehst, hat ja auch Fluorit einen Wert. Das meinte ich aber nicht.

@alle, ihr müsst versuchen mal über den Tellerrand rauszuschauen.

Ingo
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: jkstar am 04 Oct 11, 07:44
Guten Morgen!

Ich will nur mal ein - zwei Sätze dazu schreiben...wenn ich heute auf einer Börse oder im Internet, z.B. ein Tsumeb Stück, zu dem verlangten Preis kaufe (also i.d.R. richtig teuer), dann ist fraglich ob das Stück auch eine für mich positive Wertentwicklung haben kann, ich denke das ist wie mit einer Aktie, die ich auf einem sehr hohen Stand kaufe, das kann auch in die Hose gehen. Dennoch, wenn ich das vor 30 Jahren gemacht habe, stehe ich heute richtig gut da, aber die Zeiten haben sich geändert, vergleichbar mit dem Aktienmarkt.

Wenn ich bei einer Sammlungsauflösung die guten Stücke für mich behalte und mir den grössten Teil meines investierten Geldes durch mühsamme Arbeit zurückhole (z.B. ebay), so das ich für ne Top-Stufe dann "nur ein paar Euro" gezahlt habe, dann wird auf jeden Fall eine für mich positive "Wertentwicklung" drin sein.

Ist dann aber halt immer mit Arbeit verbunden...so sehe ich das.

Viele Grüße
..und auch so Spaß mit den schönen Stücken..

Julian
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: endeavour-minerals am 04 Oct 11, 18:43
Hallo,


Nun habe ich nach der Arbeit etwas Zeit gefunden, auf einige Beiträge genauer einzugehen.
@ cmd.powell
Für eine Stufe gediegenen Goldes bezahle ich immer mehr als der eigentliche Materialwert ist. Dasselbe gilt auch für alle anderen Mineralien die irgendwo z.B. in der Industrie Anwendung finden, das ist so. Somit habe ich eine Form von Kapitalvernichtung betrieben.
Du betrachtest Kunst als Wertlos, gerade in Zeiten Existenzieller Not, ok, da hast du recht. Aber was nutzt dir die schönste Stufe wenn du im Winter frierst oder wenn du Hunger hast. Zum eintauschen, Stufe gegen Brot, naja, es gab zwar mal die Zigaretten Währung aber ob Mineralien dafür geeignet sind mag ich doch zu bezweifeln. Letztendlich wirst du aber für eine Mona Lisa er ein Brot bekommen als für irgendein ein Mineral.
Nun ich gehe hin und wieder auf  Börsen, aber auf der letzten war ich doch erstaunt. Ich habe so manches Mal den Eindruck das sich einige auf Börsen stellen, aber nicht um zu verkaufen, sondern einfach mal raus zu kommen, weg von Mutti. Da werden Tarife angeschlagen, da ist selbst der teuerste Internet Händler ein weisen Knabe dagegen, so nach dem Motto ich will es zwar nicht verkaufen, aber wenn mir einer den Preis dafür zahlt ist der „Schmerz nur halb so groß. Dies hat aber rein gar nichts mit Wertsteigerung oder Kapitalanlage zu tun. Dieses Gebaren ist am Ende alles andere als Nachhaltig, im Gegenteil es hält Anfänger, also jüngere Generationen davon ab je mit den Sammeln anzufangen. Ein Computerspiel ist billiger.
Vor 30 Jahren da war die Welt vielleicht noch in Ordnung. Aber vor 30 Jahren hast du auch eine andere Kaufkraft mit dem Geld gehabt. Etliche Inflationsraten und den Währungsschnitt (Euroumstellung) weiter sieht die Welt nun mal anders aus. Und was Spekulationen angeht, sei doch etwas Vorsicht geboten, so manche Hype stellte sich als Blase heraus, mit allen negativen Folgen. In Zeiten unsicherer Währung, ist die Anlage in einem vermeintlich sicheren Hafen, nur menschlich, aber auch der Irrtum ist menschlich.

@woelsendorfer
Versicherungen sind sicher ein Thema für sich. Versicherungen sind Unternehmen, selbige haben eine klare Gewinn Erzielungs Absicht. Und wenn es der Sache dient wird auch notfalls die 90 jährige Oma gegen den Tot versichert. Aber das hat ja der Rainer schon ähnlich zu ausdruck gebracht. Eine versicherte Sammlung sagt rein gar nichts aus. Es ist aber ein für uns Deutsche typisches Verhalten, uns gegen alles Mögliche Abzusichern oder zu versichern.
Zu deinen anderen angeführten Punkten, siehe Antwort an Uwe. Alle anderen Punkte sind und nehme mir es nicht übel, Haarspalterei.

Gruß Ingo
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Stänlsucher am 04 Oct 11, 19:13
Glück Auf,
Preise-Anlage?Ich sammle aus Spaß an der Freude,mir ist es egal was Andere für Vorstellungen haben vom Wert des Gefundenen!Der Moment des Findens kann mir keiner bezahlen,dieses Erlebnis,diese Erinnerungen sind unbezahlbar und kann mir keiner nehmen!Wir sollten uns wieder auf das Wesentliche besinnen  ;)!Was ich zu viel habe gebe ich gerne ab an Sammler(zu Preisen,die Beide glücklich machen),gehe kaum mehr zu Börsen,weil mir da das Ko... kommt.Einer ist dem Anderem sein Teufel und jeder ist nur noch auf seinen Vorteil bedacht!
Es gab mal Tauschbörsen,da waren die Sammler noch Sammler.LEIDER geht es nur noch ums Geld  >:(!

Glück Auf
Lutz
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: nwsachse am 04 Oct 11, 21:21
Genau ! "Auf das Wesentliche Besinnen !", alles andere ist Streit um des Kaisers Bart.
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Jochen1Knochen am 04 Oct 11, 21:49
Auch meine Meinung!
Glück Auf!
Jens
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: futzi am 07 Oct 11, 08:33
So,
als Verursacher dieser Diskusion möchte ich doch noch einige Gedanken hinzu fügen. Ich denke es ist wichtig zu überlegen ob wir von Preis oder Wert sprechen.

Wert hat dreierlei Bedeutung: Wie oben schon geschrieben der reine Materialwert einer Stufe, der Wert der sich aus dem Fundpunkt der Größe der Stufe der Anzahl und Qualität der Kristalle. Aber es gibt auch einen imaginären Wert, meine "Norweger" sind nicht schön aber ich habe sie selber gefunden.
Wie bestimme ich nun die einzelnen Werte? Welche ist der "reale" der objektive Wert, den auch eine Versicherung anerkennen würde? Ein Stück gediegenes Gold aus Alaska mit einem Gewicht von 500g sollte nicht das Problem sein aber wie bewerte ich ich zum Beispiel ein Stück Krokoit aus Tasmanien z.B. 30cm x 20cmx 15cm mit über und über mit großen nichtbeschädigten Kristallen (habe ich für 3000€ und auch für 350€ gesehen) oder eine Stufe Calzit XX aus Ronneburg 20cm x 15cm x 5cm.
Wir haben also für jedes Stück einen imaginären Wert der durch das Individuum, das die Stufe betrachtet oder haben will, entsteht. Jeder kreiert daraus seinen persönlich Preis den er bekommen möchte wenn er das Stück verkaufen oder kaufen möchte.

Am Ende stehe ich auf einer Börse mit einem bröckligen Klumpen Pyrit den ich selber in Norwegen aus dem Dreck gebuddelt habe und verlange 400€ dafür.
Jeder der das sieht wird einen Lachkrampf bekommen nur ich werde sauer sein, weil niemand den Wert und den sich daraus resultierenden Preis der sich aus meinem individuellen Wert ergibt verstehen kann.

Hab ich es jetzt begriffen ??? Neeeee!   :'( :'( :'(

Futzi



Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: triassammler am 07 Oct 11, 09:57
Hallo,

bei Deinem "bröckeligen Klumpen Pyrit" hast Du ja noch ganz reale Gestehungskosten, die bei der Preisbildung berücksichtigt werden müssen: Fahrtkosten und Zeitaufwand.

Der Job eines guten Verkäufers ist es, dem Kunden zu verdeutlichen, warum eine Stufe eben den aufgerufenen Preis kosten muss. Allerdings hängt es vom Background des Kunden ab, welche Argumente für ihn überzeugend sind. Darauf muss der Verkäufer eingehen. Ein Systematiksammler wird nicht verstehen, warum er für einen Pyrit eine horrende Summe bezahlen soll. Ein auf die konkrete Fundstelle spezialisierter Sammler wird den Preis gegen den Aufwand, den er hätte, um die Fundstelle zu erreichen (und dann muss er da auch erst mal etwas finden...) abwägen. Und eine dritte Sorte von Kunden will generell nicht mehr als 5 Euro pro Stufe ausgeben.

Und das ist es, was es so schwierig macht, einen von allen akzeptierten Preis für eine Stufe festzulegen. Auf Vertrieblerdeutsch gesagt: Es muss zuerst die Zielgruppe für das Angebot definiert und deren Investitionsbudget evaluiert werden. Der Preis muss dann diesem Budget entsprechend definiert werden. Selbstverständlich gibt es immer Personen außerhalb dieser Zielgruppe, die den Preis im positiven wie im negativen Sinne als nicht angemessen ansehen werden. Aber die sind ja eben nicht die Zielgruppe und können daher ignoriert werden. Allen kann man es nie recht machen.

Gruß,
Rainer
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: uwe am 07 Oct 11, 12:14
Hallo Rainer,

ich will Dir ja nicht zu nahe treten, aber was Du da über den Preis schreibst ist Quatsch. Ein Preis wird ausschließlich vom Markt bestimmt und nicht von den Herstellungskosten (bzw. Fahrtkosten und Zeitaufwand beim Mineraliensammlen). Ich war über 40 Jahre Verkaufsingenieur in einem Maschinenbaubetrieb. Ich weis wovon ich rede. Das wäre sehr schön gewesen, wenn wir einen Kunden hätten überzeugen können, unsere Kosten bei dem Preis zu berücksichtigen. Es gibt da eine einfache Regel: Wenn ich ein Produkt nicht zu den Kosten herstellen kann, welche durch den Preis auf dem Markt realiserbar sind, dann sollte ich die Produktion des Erzeugnisses einstellen oder ich mache Verluste welche irgendwann zum Konkurs führen.

Im übertragenen Sinne gilt das auch für Minerale. Fahrkosten oder Zeitaufwand in den Börsenpreis zu rechnen ist zumindest bei Hobbysammlern nicht gerechtfertigt. Diese Kosten wurde für die Betreibung eines Hobbys ausgegeben und dadurch bereits realisiert. Doubletten sind somit kostenfrei.  Was interessieren mich auf der Börse die Kosten des Verkäufers, die dieser für sein privates Hobby aufbringt?

Wenn Doubletten im Keller liegen nützt mir das gar nichts. Also lieber bilig unter die Sammler bringen

Gruß
Uwe
Titel: Re: noch mal Preis
Beitrag von: Mineralroli am 07 Oct 11, 17:43
Hallo
Preise hoch, Preise runter, Angebot oder Nachfrage, Schnäppchen oder teure Stufe, Aufwandskosten oder Zielgruppe..... das alles ist mir auf einer Börse relativ Wurscht.
Ich mache einen für mich akzeptablen Preis und entweder ich verkaufe das Stück oder nicht und handeln kann man ja auch noch. Meist kommt aber immer Einer der sagt: Preis ok und kauft und wenn nicht auf dieser Börse dann eben auf einer anderen Börse.
Ich bin seit 20 Jahren auf Messen aber ich mußte noch nie ein Mineral wegschmeißen. Verkauft wird immer.
Beste Grüße
Roland