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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Rudolf Hasler am 20 Apr 12, 00:46
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Liege ich richtig mit meiner Annahme, dass die grüne Farbe meiner Rutilquarze durch Moos verursacht wurde, das in die Haarrisse der Kristalle eingedrungen sein dürfte(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1333408895.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1333408895.jpg)
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Hallo Rudi.
Das kann man so vom Bild her nicht beurteilen !
Allerdings ist es schon sehr gelbgrün, was eher gegen Chlorit oder sowas spricht !
Loismin
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Guten Morgen,
wie sieht es denn unter dem Mikroskop aus, da sollte man erkennen können, ob es pflanzliche Einschlüsse sind.
Mich würde wiederum das starke Grün wundern, da pflanzliche Einschlüsse auch mal braun werden dürften??!
Gruß
Julian
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Guten Morgen,
Vielen Dank für die Tips. Habe noch einmal mit dem Mikroskop nachgeschaut. Ist wohl sicher eine Alge, denn die grünen runden Farbflecken sind eindeutig in den feinen Haarrissen zu finden.
Betrachtet man das Bild im Vollbildmodus in meiner Homepage, sieht man es fast so gut wie unter dem Mikroskop.
Grüße aus Bad Bleiberg
Rudolf
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Ich würde die tufe mal etwa ein halbes Jahr in absoluter Dunkelheit liegen lassen. Dann sollte auch bei Algen ein Farbwechsel sichtbar sein.
Uwe
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Wie lange hast du die Stufe denn schon? Denn wie einige Kollegen schon andeutete, bleiben Pflanzen ja nicht ewig frisch und grün. Solltest du die Stufe also schon lange haben und sie sieht schon immer so aus, dann ist das eher nichts Organisches ...
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Hallo,
Ich habe die Stufe nun ein halbes Jahr und sie hat sich nicht verändert. Sie liegt in Dunkelheit, außer wenn ich die Lampen des Schrankes einschalte.
Rudolf
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Dann hast du Uwes Tipp ja schon mehr oder weniger befolgt ;) Ich bin kein Biologe, aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass es Moose gibt, die in Bergkristalle wachsen und dort trotz keiner Nährstoffe, keines Wassers und wenig Licht so grell und frisch grün bleiben ... ???
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Vielen Dank für die Anregungen! Ich bin neugierig, wie lange das grüne Etwas noch grün bleiben wird. Mir wäre es sehr recht, wenn es sich dabei um ein seltenes, ich wage gar nicht zu denken, neues Mineral handeln würde.
Glück Auf
Rudolf
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Hallo!
Da das Zeug auch auf dem Albit ist würde ich sagen,daß es sich hier um Cyanobakterien handelt.Diese brauchen nur Minimallicht.
Gruß Jens
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Hallo Jens,
Ich glaube du hast recht. Habe sofort nachgegoogelt und musste feststellen, dass die Farbe auch genau passt. Hoffentlich breiten sich die Dinger nicht in meiner Sammlung aus und alles wird plötzlich grün.
Grüße
Rudolf
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Das ist aber auf alle fälle ne interessante Sache , sieht man net alle Tage . . .
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>:D
Hi Folks,
ist nicht möglich. Kein Licht, keine Feuchtigkeit, keine verfügbaren Nährstoffe.
Ich bin Botaniker. Unter diesen Klimatisch ungünstigen Bedingungen in der trockenen uind warmen Zimmerluft sind Algen, Moose nicht zum wachstum fähig. Es sei den: die Stufen liegen im feuchten kühlen Keller mit etwas Lichteinfall.(ähnliche Bedingungen wie in manchen Höhlen). Sonst ist Assimilation nicht möglich in den Chloroplasten.
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Und wenn nun die Organismen (welche auch immer ) nun abgestorben wären und der Farbstoff wäre zurückgeblieben ?
Weiß nicht was Chlorophyll ohne Pflanze macht , evtl. bleibts ja erhalten .Ist aber nur ne Vermutung. . .
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Wenn die Lichtbedingungen in Lumen gegen nulll gehen, dann ist das Chlorophyll in wenigen Wochen abgebaut und die grüne Farbe der Pflanze tendiert zu grau oder braun.
Da sehe ich keine Chance.
Nach dem Foto zu urteilen: Ich würde sagen, sieht nach pflanzlichem Grün zwar aus, jedoch gibt es im Reich der Mineralien ausreichend grüntöne die pflanzlich ausschauen. Zu alledem weiß ich nicht welche Grüntöne die Kamera kann.
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Dann wär evtl. noch die Möglichkeit das der Kristall vielleicht einer Cu-haltigen Lösung ausgesetzt gewesen wäre die in die Risse eingedrungen ist . . .
Oder den hat einer in grüner Farbe gekocht , so wie manche Achate .
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>:D
Hi Folks,
ist nicht möglich. Kein Licht, keine Feuchtigkeit, keine verfügbaren Nährstoffe.
Ich bin Botaniker. Unter diesen Klimatisch ungünstigen Bedingungen in der trockenen uind warmen Zimmerluft sind Algen, Moose nicht zum wachstum fähig. Es sei den: die Stufen liegen im feuchten kühlen Keller mit etwas Lichteinfall.(ähnliche Bedingungen wie in manchen Höhlen). Sonst ist Assimilation nicht möglich in den Chloroplasten.
Hi!
Gehe vollig kondom mit dieser Aussage,außer daß ich nicht von Wachstum der Zellen ausgehe,sondern nur von der Erhaltung der Lebensfähigkeit!
Nach dem Foto zu urteilen: Ich würde sagen, sieht nach pflanzlichem Grün zwar aus, jedoch gibt es im Reich der Mineralien ausreichend grüntöne die pflanzlich ausschauen. Zu alledem weiß ich nicht welche Grüntöne die Kamera kann.
Dieses Grün gibt es bei den Mineralien bestimmt nicht ;D
Rudolf!
Wo hast du das Teil den eigentlich her?Eigenfund?Aus einem Bach?Von einer Alm?
Gruß Jens
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Da die Farbe sich eindeutig in den Rissen der Kristalle zeigt, bin ich nun wohl ziemlich sicher, dass es organischen Ursprungs ist. Jens Ansicht (Cyanobakterien) scheint ins Schwarze getroffen zu haben.
Die Farbe ist übrigens genauso wie auf dem Bild-
Rudolf
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Hallo Jens,
Das Teil wurde vor einem halben Jahr von meinem Freund beim Abseilen im Kleinen Fleißtal bei Heiligenblut (Kärnten) von der Kluftdecke einer ausgefallenen Kluft abgestemmt.
Rudolf
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Hallo,
ich habe schon häufiger grüne "Verfärbungen" bei alpinen Stufen beobachtet. Das vorwiegend in Derbquarz. "Verfärbungen" deshalb, weil es zunächst einmal den Anschein hat, dass das Gestein selbst die Farbe hat (ein schönes "vitales" Grün) - Reinigungsversuche sind da absolut erfolglos. Bei genauerem Hinsehen lässt sich dann feststellen, dass hier offensichtlich etwas in die Haarrisse eingedrungen ist.
Ich bin jedenfalls generell davon ausgegangen, dass es organischen Ursprungs war. Von der Farbe her hätte es noch Titanit sein können, aber dass der "nahtlos" in Derbquarz einwächst, kann ich mir nicht vorstellen.
Und wenn ich mir ansehe, was dort oberhalb der Baumgrenze in dieser recht lebensfeindlichen Umgebung wächst, dann denke ich auch nicht, dass ein paar Monate Dunkelheit irgendein Effekt haben (das hat die Flora dort jedes Jahr). Es wäre auch zu schön, dann bräuchte ich nur ein paar Jahre warten und schon könnte ich die denaturierten Flechten leicht von den Stufen entfernen. Aber wenn ich solche Stufen aus dem Schrank hole, dann sieht das ganze Zug immer noch so aus, wie ich es reingestellt habe. Abgesehen davon denke ich, dass das Mikroklima in Haarrissen insbesondere hinsichtlich Feuchtigkeit ohnehin sehr unabhängig von der Umgebung sein dürfte (Kapillarwirkung).
Keine Beweisführung, aber eine vergleichbare Beobachtung mit ähnlichen Schussfolgerungen.
Viele Grüsse
Andreas
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Hallo Andreas,
Danke für deine ausführliche Beschreibung. Ich bin mir inzwischen ganz sicher, dass das grüne Etwas organischen Ursprungs ist. Wenn man das Bild anklickt und dann unter dem Bild auch noch den Vollbildmodus aktiviert, kann man wie mit einem Mikroskop das Stück betrachten. Die rundliche Ausbreitung der grünen Zonen ist exakt gleich wie bei google unter 'Cyanobakterien' dargestellt-
Grüße
Rudolf
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Hallo,
ja bei Vergrößerung ist es ganz deutlich zu sehen. Da sieht man auch die Rutilnadeln, die ich bisher auch vermisst habe. Ich habe ähnliche Stücke aus Hartenstein mit etwas grünem unter/auf Quarz bzw. Zinnober. Da versuche ich demnächst mit einem Mittel (Rewoquad ), das ich von Thomas Billert erhielt zumindest das grüne (auch Dreck) wegzubekommen. Das aber nur auf der Oberfläche. Im Kristall wird das sicher nicht klappen. Ist aber ein sehr schönes Stück.
Gruß Conny
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Hallo Conny,
Freut mich, dass dir das Stück gefällt. Es ist aber eigentlich nur schön wegen der grünen Farbe, deswegen will ich die Bakterien, oder was auch immer, nicht wegputzen.
Grüße
Rudolf
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;D
Na dann gießt mal schön!
Vielleicht mit einem spritzer Flüssigdünger.
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Paar Tenside mit rein das gibt algen bis zum abwinken ;D
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Soviel zum Thema "die perfekte Stufe" ;D
Ach nee, war ja ein anderer Thread. Muss aber auch sagen, das gibt der Stufe das gewisse Etwas.
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Soviel zum Thema "die perfekte Stufe" ;D Ach nee, war ja ein anderer Thread. Muss aber auch sagen, das gibt der Stufe das gewisse Etwas.
Das ist zwar ein anderer Thread und diese Äußerung war vielleicht nur scherzhaft gemeint, aber dennoch haben wir hier wirklich ein gutes Beispiel für diese Diskussion: Diese Stufe besitzt ja im Grunde genommen "Fehler", da etwas Fremdes in sie eingedrungen ist und den Quarz verfärbt hat. Aber irgendwie finden wir alle das reizvoll und die Stufe hebt sich dadurch von Millionen anderer ab und wäre ohne das nur eine recht unspektakuläre Quarzstufe für alpine Verhältnisse. Finde ich also wirklich ein prima Beispiel dafür, dass gerade ein paar Abweichungen von der Perfektion eine Stufe so einzigartig machen können!
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Hallo Tobi,
Diese Zusammenfassung gefällt mir sehr.
Vielen Dank!
Rudolf
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Hallo Rudolf,
ist der Quarz immer noch grün, oder ist die Farbe schon verblasst ?
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Das würde mich auch interessieren !
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Inzwischen kann ich berichten, dass die grüne Färbung sich leider in ein Grau gewandelt hat. Die Theorie mit den Cyanobakterien hat sich damit bestätigt Ich werde demnächst ein neues Bild von der Stufe machen, damit man den Vergleich sehen kann.
Beste Grüße,
Rudolf