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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: jkstar am 11 Oct 14, 14:34

Titel: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: jkstar am 11 Oct 14, 14:34
Hallo,

diese Stuffe hat ein Etikett vom Mineralien Kabinett und Arsenkies aus Pöhla/Erzgebirge ist als Fundort angegeben.
Die Nummer auf der Stufe stimmt mit der Nummer auf dem Etikett überein.
Ich frage mich, ist das wirklich Arsenkies? Stutzig macht mich die goldene Farbe und das an einigen wenigen Stellen sich gelbe Beläge ähnlich wie beim Zerfallprozess von Markasit gebildet haben. Die Stufe ist für Ihre Größe sehr schwer.

Viele Grüße
Julian
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: jkstar am 11 Oct 14, 14:35
die Rückseite und der gelbliche Belag
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: Jochen1Knochen am 11 Oct 14, 14:48
Hallo!
Der gelbliche Belag schaut nach einem Begleitmineral aus.Irgendwas verwittertes.
Gruß Jens
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: Sebastian am 11 Oct 14, 14:51
Hallo,
Ja das ist Arsenkies.
Der kann auch golden anlaufen aber die Kristalle sind typisch für Arsenopyrit.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: Nathan am 11 Oct 14, 17:21
Hallo Julian,
das ist sicher Arsenkies. Die Kristalle sind typisch für Arsenkies.
Gruß
Philipp
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: jkstar am 12 Oct 14, 10:57
Hallo !

Danke für Eure Antworten, da bin ich mir da jetzt wenigstens sicher, ist nähmlich ein schönes Stück.
Die gelben Beläge habe ich mit einer Bürste trocken entfernt.

Viele Grüße
Julian
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: raritätenjäger am 12 Oct 14, 14:23
Hallo,

da möchte ich widersprechen. Pöhla stimmt, aber das ist Pyrit, deshalb auch das gelbliche Sulfat als Verwitterungsprodukt. Diese Stufen sieht man nicht mehr allzu oft, denn sie zerfallen leider schnell. Ich habe in der Sammlung auch so ein Stück, das bröselt aber auch schon, obwohl es schon stabilisiert wurde. Aber aufheben, so lange es hält...

Gruß
Andreas
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: jkstar am 12 Oct 14, 14:57
Hallo Andreas,

mein Stück ist zum Glück sehr stabil, die Beläge waren nur an zwei kleinen Stellen. Bisschen verwirrt bin ich jetzt schon, ob`s nun Arsenkies oder Pyrit ist. Für Pyrit sehen die Kristalle nicht so typisch aus, es ist aus einer seriösen Sammlung und wurde dort auch als Arsenkies eingestuft. Die Kristallform sieht schon so aus. Kannst Du mal ein Foto von Deinem Stück machen, wenn es kein großer Akt ist ?   
Können bei Arsenkies in keinem Fall solche Zersetzungsbeläge auftreten ?

Viele Grüße
Julian
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: uwe am 12 Oct 14, 18:24
Vieleicht mal ein Brösel zerstoßen und das Pulver abrösten. Arsenverbindungen sollten unangenehm riechen.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: harzgeist am 12 Oct 14, 19:33
Also ich glaube auf den Fotos recht eindeutig würfelige Kristalle erkannt zu haben. Somit gebe ich Andreas recht, dass es sich (leider nur) um Pyrit handelt. Arsenkies kann verschieden gestaltete Kristalle bilden, wobei aber IMMER Winkel ungleich 90° zu beobachten sind.
Mit "unangenehm riechen" meint Uwe den für Arsen typischen Knoblauchgeruch. Da Arsenkies aber auch Schwefel enthält, tritt beim Rösten zuerst der Geruch nach Schwefeldioxid auf und erst danach der Knoblauchgeruch (und ein weißer Rauch von Arsentrioxid). Beim Pyrit tritt kein Knoblauchgeruch auf, dafür brennt er mit blauer Flamme weiter, wenn er aus der Flamme genommen wird.

Wenn es sich bei der Stufe -wie vermutet- tatsächlich um Pyrit handelt, schätze ich deren Lebensdauer als sehr begrenzt ein. Eine Behandlung mit Pyritkonservierer wird nichts mehr bringen, evtl. zerbröselt die Stufe schon während der Behandlung. Eine verschiedentlich empfohlene Begasung mit trockenem(!!) Ammoniak ist nicht ganz einfach zu bewerkstelligen und bringt auch nur vorübergehenden "Erfolg". Die Schwefelsäure wird zwar neutralisiert, dafür aber Ammoniumsulfat gebildet, das in Verbindung mit unvermeidlicher Feuchtigkeit als Elektrolyt wirkt und den Zersetzungsprozess wieder in Gang setzt.
Die Aufbewahrung unter Paraffinöl sollte das Mittel der Wahl sein, wenn die Stufe längere Zeit überleben soll.

Gruß
Thomas
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: raritätenjäger am 15 Oct 14, 15:08
Hallo,

klar, Foto kann ich machen.

Gruß
Andreas
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: jkstar am 15 Oct 14, 21:24
Hallo Andreas,

ja das wäre toll. Danke schon mal!

Viele Grüße
Julian
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: raritätenjäger am 16 Oct 14, 17:46
So, hier isser :D
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: Roadrunner am 16 Oct 14, 21:33
Vieleicht mal ein Brösel zerstoßen und das Pulver abrösten. Arsenverbindungen sollten unangenehm riechen.

Gruß
Uwe
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Hallo,
genau, dazu braucht man nur kleinste Mengen und wenn es dann auch nur in der kleinsten Ahnung knoblauchartig riecht, ggf. noch weiße Beschläge in der Probennähe abgiebt, kannst Du sicher sein das Arsen anwesend ist und dann ist es mit Sicherheit Arsenkies.
Beide Minerale verwittern sehr leicht und dann riecht die ganze Vitrine komisch muffig schweflig und alles metallische fängt sehr schnell an zu rosten, glaub mir ich hab das bereits durch. Am besten die Stufe einzeln eindosen.
Arsenkies ist zwar als grünlicher als Pyrit beschrieben, kann aber auch goldgelb auftreten, bzw. anlaufen.
Bis dann und Glück auf.
Roadrunner
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: stoanklopfer am 16 Oct 14, 22:45
Arsenkies.
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: cmd.powell am 18 Oct 14, 04:37
Hallo

Wieso eigentlich der Aufwand mit dem Abrösten ? Arsenkies sollte auf einem frischen Bruch silbergrau sein, während Pyrit goldgelb ist. Es ist doch recht unwahrscheinlich, das ein Kristall auch im Inneren angelaufen ist  ;)

Ansonsten: Rein von der Optik her würde ich auch eher auf Pyrit tippen, ich bin aber kein Erzgebirgeexperte.
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: jkstar am 18 Oct 14, 08:31
Hallo,

wie man auf dem vierten Foto von mir erkennen kann schimmert die Rückseite der Stufe teils in goldenen Anlauffarben, teils silbrig.
Ich könnte von der Stufe nur einen intakten Kristall abbrechen um zu testen, aber das ist mir zu schade.
Was bei meinem Stück auch gegen Pyrit spricht, wenn dieser so schnell zerfallen soll, meine Stufe ist total stabil und mit Sicherheit schon sehr alt.
Schon interessant wie ein Stück rein von der Optik her mal so und mal so beurteilt wird. Das hatte ich bei einem so "einfachen" Mineral noch nicht.

Viele Grüße
Julian
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: harzgeist am 18 Oct 14, 20:38
Hallo,

auch wenn ich mich wiederhole und Du dir vielleicht eine andere Antwort erhofft hättest: Ich kann auf den Fotos nur typische Pyritwürfel erkennen. Arsenopyrit sollte Winkel aufweisen, die deutlich von 90° abweichen und keilartige Ausbildung zeigen. Natürlich kann die Perspektive auf einem Foto täuschen, was wohl auch zu den kontroversen Meinungen führt. Wie die Stufe dreidimensional aussieht, kannst nur Du selbst beurteilen.
Was die Farbe von Pyrit angeht, so kann die durchaus (warum auch immer) etwas variabel und auch sehr hell sein, aber immer gelb(lich). Nach meiner Erfahrung neigen gerade die helleren Varietäten besonders schnell zur Zersetzung.
Deine Stufe ist eben nicht "total stabil", wie das gelbe Eisensulfat ganz eindeutig beweist. Leider! Arsenopyrit würde übrigens eher dazu neigen, weiße oder graue Beläge zu bilden - wenn überhaupt unter den Bedingungen in der Sammlung. Die Stufe stammt höchstwahrscheinlich aus der Wismut-Zeit und ist somit etwa 60 (+/- 20) Jahre alt. Die Lebensdauer von Pyriten kann sehr unterschiedlich sein. So sind die von Elba im allgemeinen sehr stabil, während andere praktisch sofort mit dem Zerfall beginnen, wenn sie mit Sauerstoff Kontakt bekommen (das gilt besonders für Pseudomorphosen). Ich persönlich habe Pyrite aus Gernrode in meiner Sammlung, die sich nun schon über 30 Jahre ohne jedes Anzeichen von Zersetzung gehalten haben, aber auch solche vom gleichen Fundort, die sich unter gleichen Bedingungen nur wenige Jahre gehalten haben!
Wenn Du Gewissheit haben willst, wirst Du eine kleine Probe entnehmen müssen, was der Stufe keinen wesentlichen Schaden zufügen würde, wenn das am Rand (z.B. 1.Foto ganz links) und vorsichtig geschieht. Wenn erst von allein was abfällt, ist es zu spät: WAR mit Sicherheit Pyrit.
Also am besten mit der Flachzange einen kleinen Kristall abbrechen und diesen dann mit der Zange zerquetschen (Lappen drum, damit nichts weg fliegt). Erst dann sind wirklich frische Bruchflächen zu sehen! Arsenkies ist weiß und OHNE GELBSTICH. Im Zweifel kannst Du ja einen Krümel immer noch in der Flamme zum glühen bringen und daran riechen.
Gerade in großen Sammlungen werden solche "einfachen" und unspektakulären Mineralien von irgendwo her zur Vervollständigung bezogen und erfahren ansonsten wenig Beachtung oder werden auf die Richtigkeit der Angaben überprüft. Vielleicht ist sie aber gerade deshalb abgegeben worden, weil bemerkt wurde, dass da was nicht stimmt.
Zur luftdichten Aufbewahrung von Pyrit sollten sich außer Paraffinöl auch leichtere Kohlenwasserstoffe eignen, wie z. B. handelsüblicher Grillanzünder. Der ist leicht beschaffbar, farblos und verdunstet -wenn auch langsam- von selbst, wenn man die Stufe doch mal trocken anschauen möchte. Der eigentümliche Geruch ist ohne Belang, da das Gefäß ohnehin fest verschlossen sein sollte.

Thomas
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: raritätenjäger am 20 Oct 14, 08:52
Hallo,

zumindest beim Zerreiben eines kleinen Brösels gibt´s bei mir nur den typischen Vitriolgeruch...

Gruß
Andreas
Titel: Re: Arsenkies Pöhla ?
Beitrag von: cmd.powell am 28 Oct 14, 02:54
wie man auf dem vierten Foto von mir erkennen kann schimmert die Rückseite der Stufe teils in goldenen Anlauffarben, teils silbrig.
Ich könnte von der Stufe nur einen intakten Kristall abbrechen um zu testen, aber das ist mir zu schade.
Was bei meinem Stück auch gegen Pyrit spricht, wenn dieser so schnell zerfallen soll, meine Stufe ist total stabil und mit Sicherheit schon sehr alt.
Schon interessant wie ein Stück rein von der Optik her mal so und mal so beurteilt wird. Das hatte ich bei einem so "einfachen" Mineral noch nicht.

Das "Problem" ist schlicht und ergreifend, das man auf einem zweidimensionalen Foto nur schwer den korrekten Aufbau der Kristalle erkennen kann. Je nach Perspektive kann ein spitzer Winkel wie ein rechter erscheinen etc.. Und mit den Farben ist das natürlich eine ganz ähnliche Geschichte, bei Tageslicht ist die Stufe vielleicht eher silbergrau, bei typischer Raumbeleuchtung goldgelb. Wenn ich die Stufe in die Hand nehmen könnte, wäre die Antwort wahrscheinlich einfach, so kann ich (und alle anderen) auch nur gut raten. Letztlich liegt es an Dir, da Du die Stufe in die Hand nehmen kannst und die entsprechenden Test zur Bestimmung vornehmen kannst. Allerdings würde ich mich dabei weniger auf Anlauffarben o.ä. verlassen sondern einen wirklich frischen Bruch nehmen. Alternativ könntest Du die Stufe auch von hinten anbohren und mit dem Bohrklein entsprechende chemische Versuche (abrösten) durchführen (für diese benötigt man ohnehin pulverförmiges Probenmaterial, daher wäre Bohrstaub ideal).