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Autor Thema: Arsenkies Pöhla ?  (Gelesen 8087 mal)

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Offline cmd.powell

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Re: Arsenkies Pöhla ?
« Antwort #15 am: 18 Oct 14, 04:37 »
Hallo

Wieso eigentlich der Aufwand mit dem Abrösten ? Arsenkies sollte auf einem frischen Bruch silbergrau sein, während Pyrit goldgelb ist. Es ist doch recht unwahrscheinlich, das ein Kristall auch im Inneren angelaufen ist  ;)

Ansonsten: Rein von der Optik her würde ich auch eher auf Pyrit tippen, ich bin aber kein Erzgebirgeexperte.

Offline jkstar

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  • Wulfenit Tsumeb
Re: Arsenkies Pöhla ?
« Antwort #16 am: 18 Oct 14, 08:31 »
Hallo,

wie man auf dem vierten Foto von mir erkennen kann schimmert die Rückseite der Stufe teils in goldenen Anlauffarben, teils silbrig.
Ich könnte von der Stufe nur einen intakten Kristall abbrechen um zu testen, aber das ist mir zu schade.
Was bei meinem Stück auch gegen Pyrit spricht, wenn dieser so schnell zerfallen soll, meine Stufe ist total stabil und mit Sicherheit schon sehr alt.
Schon interessant wie ein Stück rein von der Optik her mal so und mal so beurteilt wird. Das hatte ich bei einem so "einfachen" Mineral noch nicht.

Viele Grüße
Julian
« Letzte Änderung: 18 Oct 14, 08:52 von jkstar »

Offline harzgeist

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Re: Arsenkies Pöhla ?
« Antwort #17 am: 18 Oct 14, 20:38 »
Hallo,

auch wenn ich mich wiederhole und Du dir vielleicht eine andere Antwort erhofft hättest: Ich kann auf den Fotos nur typische Pyritwürfel erkennen. Arsenopyrit sollte Winkel aufweisen, die deutlich von 90° abweichen und keilartige Ausbildung zeigen. Natürlich kann die Perspektive auf einem Foto täuschen, was wohl auch zu den kontroversen Meinungen führt. Wie die Stufe dreidimensional aussieht, kannst nur Du selbst beurteilen.
Was die Farbe von Pyrit angeht, so kann die durchaus (warum auch immer) etwas variabel und auch sehr hell sein, aber immer gelb(lich). Nach meiner Erfahrung neigen gerade die helleren Varietäten besonders schnell zur Zersetzung.
Deine Stufe ist eben nicht "total stabil", wie das gelbe Eisensulfat ganz eindeutig beweist. Leider! Arsenopyrit würde übrigens eher dazu neigen, weiße oder graue Beläge zu bilden - wenn überhaupt unter den Bedingungen in der Sammlung. Die Stufe stammt höchstwahrscheinlich aus der Wismut-Zeit und ist somit etwa 60 (+/- 20) Jahre alt. Die Lebensdauer von Pyriten kann sehr unterschiedlich sein. So sind die von Elba im allgemeinen sehr stabil, während andere praktisch sofort mit dem Zerfall beginnen, wenn sie mit Sauerstoff Kontakt bekommen (das gilt besonders für Pseudomorphosen). Ich persönlich habe Pyrite aus Gernrode in meiner Sammlung, die sich nun schon über 30 Jahre ohne jedes Anzeichen von Zersetzung gehalten haben, aber auch solche vom gleichen Fundort, die sich unter gleichen Bedingungen nur wenige Jahre gehalten haben!
Wenn Du Gewissheit haben willst, wirst Du eine kleine Probe entnehmen müssen, was der Stufe keinen wesentlichen Schaden zufügen würde, wenn das am Rand (z.B. 1.Foto ganz links) und vorsichtig geschieht. Wenn erst von allein was abfällt, ist es zu spät: WAR mit Sicherheit Pyrit.
Also am besten mit der Flachzange einen kleinen Kristall abbrechen und diesen dann mit der Zange zerquetschen (Lappen drum, damit nichts weg fliegt). Erst dann sind wirklich frische Bruchflächen zu sehen! Arsenkies ist weiß und OHNE GELBSTICH. Im Zweifel kannst Du ja einen Krümel immer noch in der Flamme zum glühen bringen und daran riechen.
Gerade in großen Sammlungen werden solche "einfachen" und unspektakulären Mineralien von irgendwo her zur Vervollständigung bezogen und erfahren ansonsten wenig Beachtung oder werden auf die Richtigkeit der Angaben überprüft. Vielleicht ist sie aber gerade deshalb abgegeben worden, weil bemerkt wurde, dass da was nicht stimmt.
Zur luftdichten Aufbewahrung von Pyrit sollten sich außer Paraffinöl auch leichtere Kohlenwasserstoffe eignen, wie z. B. handelsüblicher Grillanzünder. Der ist leicht beschaffbar, farblos und verdunstet -wenn auch langsam- von selbst, wenn man die Stufe doch mal trocken anschauen möchte. Der eigentümliche Geruch ist ohne Belang, da das Gefäß ohnehin fest verschlossen sein sollte.

Thomas

Offline raritätenjäger

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Re: Arsenkies Pöhla ?
« Antwort #18 am: 20 Oct 14, 08:52 »
Hallo,

zumindest beim Zerreiben eines kleinen Brösels gibt´s bei mir nur den typischen Vitriolgeruch...

Gruß
Andreas

Offline cmd.powell

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Re: Arsenkies Pöhla ?
« Antwort #19 am: 28 Oct 14, 02:54 »
wie man auf dem vierten Foto von mir erkennen kann schimmert die Rückseite der Stufe teils in goldenen Anlauffarben, teils silbrig.
Ich könnte von der Stufe nur einen intakten Kristall abbrechen um zu testen, aber das ist mir zu schade.
Was bei meinem Stück auch gegen Pyrit spricht, wenn dieser so schnell zerfallen soll, meine Stufe ist total stabil und mit Sicherheit schon sehr alt.
Schon interessant wie ein Stück rein von der Optik her mal so und mal so beurteilt wird. Das hatte ich bei einem so "einfachen" Mineral noch nicht.

Das "Problem" ist schlicht und ergreifend, das man auf einem zweidimensionalen Foto nur schwer den korrekten Aufbau der Kristalle erkennen kann. Je nach Perspektive kann ein spitzer Winkel wie ein rechter erscheinen etc.. Und mit den Farben ist das natürlich eine ganz ähnliche Geschichte, bei Tageslicht ist die Stufe vielleicht eher silbergrau, bei typischer Raumbeleuchtung goldgelb. Wenn ich die Stufe in die Hand nehmen könnte, wäre die Antwort wahrscheinlich einfach, so kann ich (und alle anderen) auch nur gut raten. Letztlich liegt es an Dir, da Du die Stufe in die Hand nehmen kannst und die entsprechenden Test zur Bestimmung vornehmen kannst. Allerdings würde ich mich dabei weniger auf Anlauffarben o.ä. verlassen sondern einen wirklich frischen Bruch nehmen. Alternativ könntest Du die Stufe auch von hinten anbohren und mit dem Bohrklein entsprechende chemische Versuche (abrösten) durchführen (für diese benötigt man ohnehin pulverförmiges Probenmaterial, daher wäre Bohrstaub ideal).
« Letzte Änderung: 28 Oct 14, 09:02 von oliverOliver »

 

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