Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: UdoS am 18 Apr 15, 19:17
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Glück Auf!
Könnt ihr mir bei einem Schotterhaufenfund helfen? Mir geht es um die Bestimmung dieses Minerals.
Laut Bestimmungsbuch wäre Graphit meine Wahl gewesen, allerdings ist es mir dafür zu schwer.
Vielen Dank Udo
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Hallo Udo,
deiner Aussage entnehme ich, dass die Härte bei 1-2 liegt und das Stück einen grauen Strich besitzt. Ein Mineral, welches dem Graphit recht ähnlich ist, wäre Molybdänit. Dieser hat im Gegensatz zum Graphit, der einen schwarz-grauen Strich besitzt, einen blau/grün-grauen Strich. Die Dichte ist auch ungefähr doppelt so hoch, also 4,7 g/cm3.
Gruß
Philipp
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Glück Auf Philipp
Auf Papier hinterlässt das Stück einen grauen Strich, einem Bleistift nicht unähnlich.
In einem Liter Wasser gelegt, verdrängt es genau 200ml. Gewicht liegt bei einem Kilogramm, entspräche also einer Dichten von 5g/cm³
Grüsse Udo
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Dichte 5 (siehe https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Bestimmung)? Der Bruch spricht nicht gerade für Molybdänit.
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Glück auf
Weil das Thema Härte aufkam. Es ist nicht so weich wie etwa Muskovit oder blättert ab. Mit dem Fingernagel tut man sich schwer sichtbare Spuren zu hinterlassen. Schon eher mit einer Münze (Härte 3)
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Sieht aus wie Galenit.
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Hallo,
Galenit würde vom Aussehen her hinkommen. Auch die Härte und der Strich würden passen. Dafür ist die Dichte allerdings deutlich zu klein.
Gruß
Philipp
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Antimonit?
Die Bilder lassen Spaltbarkeit in einer Vorzugsrichtung erkennen, deshalb m.E. kein Galenit. In den anderen beiden Richtungen ist aber trotzdem noch deutliche Spaltbarkeit vorhanden, deshalb auch kein Mölybdänit.
Struktur, Härte und Strich passen auch zum Antimonit, ebenfalls, dass auf Papier ein Strich hinterlassen wird.
Lassen sich kleine Splitter des Minerals mit dem Feuerzeug (an-)schmelzen?
Aus welchem Gestein besteht die Matrix?
Woher stammt das Material, bzw. könnte es stammen?
Thomas
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Wenn wie beschrieben das ganze Stück zur Dichtebestimmung herangezogen wurde, ist die errechnete Dichte nicht aussagekräftig, da das Stück eindeutig aus einer Matrix und dem aufsitzenden Material besteht. Die Matrix ist leider nicht wirklich gut sichtbar. Am ehesten erinnert mich das Stück an Chlorit. Der kommt oft so großflächig und blättrig vor. Nachdem das Gewicht des Stückes bei einem Kilogramm liegt, glaube ich eher nicht an die Entsorgung eines Minerals sondern an ein heimisches Stück. Frage wäre vor allem, was ist das für ein Schotterhaufen (in oder vor einem Steinbruch, bei einer Baustelle, nur das eine Stück dort,..).
LG Markus
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Die blaustichige Farbe und auch die Struktur der Aggregate weisen schon ziemlich deutlich auf Molybdänit hin. Molybdänit läßt sich sehr leicht spalten - wieso nicht? Im gegenteil, das Mineral blättert sehr leicht auf. Außerdem ist die Bestimmung über das spezifische Gewicht schon sehr, sehr fraglich. Das klappt nur, wenn man ein kompaktes Stück des fraglichen Minerals ohne Beimengungen hat. In diesem Fall spielt offensichtlich die Matrix eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung des Gewichtes.
Mein Tipp: Molybdänit auf Muskovit. Ich habe eine Stufe aus Pechtelsgrün mit gleicher Paragense.
Gruß
Uwe
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Glück Auf!
Muskovit würde ich ausschließen. Da nichts abblättert, auch nicht mit dem Fingernagel.
Auch beim Versuch mit dem Feuerzeug stellten sich keine Veränderungen ein.
Werde heut abend noch ein paar Fotos machen und einstellen.
Grüsse Udo
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Glück Auf
Noch ein paar Bilder die hoffentlich helfen das Material zu bestimmen.
Heute habe ich noch eine kleine Ecke vom Stein abschlagen können. Das glänzende Mineral ist recht spröde und zerbröselt, wenn man es kräftig zwischen den Fingern drückt.
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Bleibe dabei: Für mich so was von eindeutig GALENIT, wer will darf auch Bleiglanz dazu sagen ;-)
Die Dichte ist nicht relevant, da es mit Matrix verwachsen ist....
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Würde auch sagen: Galenit
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Wenn ich mal zusammenfassen darf:
Molybdänit scheidet aus, da das Stück nicht blättert.
Antimonit scheidet aus, da das Stück nicht in einer Flamme (Feuerzeug) schmelzbar ist.
Bleibt noch Galenit. Allerdings
Die Bilder lassen Spaltbarkeit in einer Vorzugsrichtung erkennen, deshalb m.E. kein Galenit.
Was ist eure Einschätzung zur Spaltbarkeit?
Gruß
Philipp
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Also nehmt mir das nicht übel, aber das ist ungefähr so, als wenn mir jemand das Bild einer Tomate zeigt und ich anfange darüber zu philosophieren, ob es sich nicht vielleicht doch um eine Banane oder eine Ananas handelt..... ;-)
Glück Auf!
Carsten
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Hallo Carsten,
auch für mich sieht das gezeigte Stück wie Galenit aus. Allerdings würden mich Gegenargumente bzw. Meinungen zum Zitat von Thomas interessieren.
Gruß
Philipp
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Hallo,
nun, speziell das letzte Bild im ersten Post zeigt für mich eigentlich, dass das 'fragliche' Mineral nicht nur in einer Vorzugsrichtung spaltet. Ja, manche Flächen sind größer als andere; eine homogene 'Spaltflächengrößenverteilung' in allen Spaltrichtungen würde ich aber auch bei Galenit nicht zwangsläufig erwarten. Ich habe schon Galenitstufen in der Hand gehabt, auf denen größere Kristalle über Zentimeter hinweg glatt zerspalten waren. (In der Hoffnung, damit aufgefasst zu haben, was hier mit Vorzugsrichtung gemeint war.)
Gruß,
Jan
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Hallo,
ein kleines bisschen hilft auch die Lokalität (Ort) des Schotterhaufens hier mal mitzuteilen . ;) Galenit wäre zum Bsp. typisch für den Freiberger Raum, aber auch viele andere Orte..... (oder war das hier schon genannt und ich habe es nur überlesen? ??? )
Gruß Conny
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Glück Auf!
Der Schotterhaufen befindet sich in Beiersdorf/Fraureuth, also Westsachsen Großraum Zwickau.
Hoffe das hilft etwas weiter.
Grüße Udo
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Ach, die alte Heimat... Aus der unmittelbaren Umgebung bzw. von Übertage ist der bestimmt nicht. Am plausibelsten wäre, dass da ein Sammler seine Überbestände abgekippt hat. Eventuell noch, dass der Schotter von einer alten Halde (Erzgebirge, Ronneburger Revier) oder gar ne Fuhre direkt von der Wismut (von vor 1990) ist.
Auf jeden Fall ein Galenit-Gangstück mit Nebengestein und wahrscheinlich Quarz, eventuell Calcit(weißes Band-Härtetest mit Nadel machen).