Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Peter-1 am 12 Dec 19, 14:11
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Hallo zusammen,
durch einen Glücksfall habe ich einige Stücke Boltwoodit aus der Region Erongo in Namibia bekommen. Die kleinen sehr feinen gelben Nadeln lassen sich nur schwer fotografieren. Einfacher war es das Gammaspektrum zu erfassen, das sehr schön die Zerfallsreihe des Urans zeigt. Thorium konnte nicht nachgewiesen werden.
Peter
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Super Bilder und auch sehr schönes Spektogramm. Hab immer gedacht das Uran liegt da als Uran (238) vor.
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Hallo Peter,
das könnte so auch gerne wieder ins Lexikon kommen.... Peter, lad doch bitte die Bilder ins Lexikon hoch, beim Beschriften kann ich gern helfen.
Danke Dir!
Grüße, Martin
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Hab immer gedacht das Uran liegt da als Uran (238) vor.
Natururan liegt heute immer in sehr guter Näherung als U235 (Fehler 238! nachträglich eingefügt) mit 99.3% und U235 mit 0.7% vor. U235 hat darin eine spezifische Aktivität von
500Bq/g und U238 von 12 kBq/g.
Die Gamma-Energien liegen bie 0.013MeV, 0.144MeV und hauptsächlich 0,185 MeV. Du siehst die 0.185MeV-Linie. U238 hat meines Wissens nur geringe Gamma-Strahlung bei 0.05MeV und 0.113MeV.
Also durch die fehlende Beschriftung bei dem Hubbel vor dem U234 (Peter korrigier mich bitte falls ich da falsch liege) auf das fehlen von U238 zu schliessen, halte ich für kritisch.
LG
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OK Danke
99,3% U235
Und 0,7% U235.
Schreibfehler?
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Hoi
Wiki und auch hier https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Uran (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Uran)
238U:99,27% Halbwertszeit 4.486*10^9 Jahre
natürliches 235U: 0.72%, 7.038*10^8Jahre
234U: 0.0055% 2.455*10^5 Jahre
Gruß, Martin
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OK Danke
99,3% U235
Und 0,7% U235.
Schreibfehler?
JA! 99,3% U238
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Hallo Fabian,
die Schreibfehler sind verbessert ;D und ich kann nur noch zum U 238 etwas hinzufügen.
Es ist mit meiner kleinen Meßmaschine bei sonst größeren Aktivitäten oberhalb 100 keV nicht möglich unterhalb 80 keV minimale Aktivitäten zu messen. Da der Zerfall von U 238 zu Th234 bei genau 49,5 keV liegt und zudem prozentual sehr gering ist, kann man das bei mir also nie erkennen. Es gibt auch nur diese Linie.
Peter
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Hallo Peter,
es scheint einen kleinen, noch selteneren Weg zu geben. Meine Quelle war:
http://www.lnhb.fr/nuclides/U-238_tables.pdf
Daher stammen die beiden genannten Energien, aber da sollten wir jetzt auch die Kirche im Dorf lassen, egal wie geil Gamma-Spektrsokopie ist!
LG
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Hallo Fabian,
meine Quelle ist hier :
https://www.amazon.com/ICRP-Publication-Radionuclide-Transformations-Intensity/dp/0080307612
Messen kann ich es sowieso nicht ;D
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Hallo Peter,
anhand deiner Fotos würde ich eher von Weeksit, statt Boltwoodit ausgehen.
Ich habe Material mit beiden Mineralien drauf (Goanikontes Claim) die man optisch gut unterscheiden kann.
VG
Elmar
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Hallo Elmar,
zeig doch bitte deine Bilder. Nach dem Mineralienatlas bin ich immer noch der Meinung dass es sich um Boltwoodit handelt. Zudem muß ich auch glauben was auf dem MM steht. Bin auf deine Bilder und die Unterschiede sehr gespannt. Wie kann ich mit einfachen Mitteln den Unterschied herausfinden ?
Gruß Peter
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Schaut euch mal die Bilder in Mindat an.
Habe zwar überhaupt keine Ahnung vom entsprechenden Material und daher weis ich auch nicht, ob man Weeksit und Boldwoodit visuell wirklich unterscheiden kann, aber nach den Bildern in Mindat würde ich Elmar zustimmen.
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Hallo Peter,
ein Beispiel ist ein Foto von mir auf Mindat.org
https://www.mindat.org/photo-75150.html (https://www.mindat.org/photo-75150.html)
Wenn du dir mal die Bilder von Weeksit auf Mindat durchschaust, siehst du die Unterschiede zum Boltwoodit recht deutlich.
Die farbe ist deutlich weniger orange-lastig, und die "Kristall-Igel" sind wesentlich dichter gepackt.
Gerne kommen beide Minerale in Paragenese vor, wobei der Weeksit deutlich seltener ist.
Fehlbezeichnungen gab es im Handel damals häufig.
VG
Elmar
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Hallo,
in welcher Form findet man den ebenfalls dort vorkommende Uranophan vor ?
Grüße
Andreas
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Hallo Elmar.
Sind deine analysiert ?
Weil Farbe ist leider ein schlechtes Bestimmungsmerkmal !
Und für mich schauten diese xx genauso aus wie Uranophan oder ähnliches , bin aber kein kenner für die Fundstelle !
Loismin
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Liebe Sammlerkollegen,
die optische Unterscheidung von Boltwoodit und nicht-Boltwoodit (sei es Weeksit, Uranophan-beta oder auch Sklodowskit und ähnliche Uransilikate (nicht beschr. von der Fundstelle!)) finde ich recht einfach, wenn man ein paar Stücke aus dem Goanikontes Claim in der Hand hatte.
Weeksit, Uranophan-beta oder auch Sklodowskit u.a. optisch auseinander zu halten ist eher unmöglich.
Uranophan-beta (oder ein Stüfchen das so bezeichnet war) habe ich von der Fundstelle noch nicht gesehen.
Sicher kann man sich da nur sein wenn man mal per EDAX von ein paar Stücken die Kationen erfasst.
Vieleicht gibt die Literaturquelle 'Bezing, L. von, Bode, R. & Jahn, S. (2007): Namibia. Minerals and Localities. Edition Schloss Freudenstein, Bode Verlag, Haltern, 338 pp. (in English)' mehr Auskunft. Habe ich leider nicht zur Verfügung.
Wer hat das und kann mal nachschauen ?
VG
Elmar
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Hallo Elmar,
jetzt habe ich nochmal von einer anderen Stelle 2 Aufnahmen gemacht. Vielleicht hilft das etwas weiter. Die genaue Beschriftung lautet:
Boltwoodit gelbe nadelartige xx, teils in Quarzxx, teils in Gips oder Calcit eingewachsen. Goanikontes Claim, Swakopmund District, Erongo, Namibia.
Bildbreite Bild 2 = 1,4mm
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Hallo Peter,
das sieht nach Boltwoodit aus. Der Habitus unterscheidet sich stark zu den zuerst eingestellten Fotos.
Gibt es in Realität (wie zu den zuerst im Thread eingestellten Fotos) auch den deutlichen Farbunterschied ?
Dann hast du wahrscheinlich beide Mineralien auf dem Stüfchen (Sei es nun Weeksit oder Uranophan-beta, da hilt sicher nur Analytik oder nähere Infos aus der Literatur)
VG
Elmar
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Hallo Elmar,
ich habe aus den Rohdaten/Bilder versucht die Farbe zu analysieren. Die letzten Bilder zeigen ein etwa mehr ins Orange gehenden Farbton. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen. Mehr Meßaufwand möchte ich aber auch nicht betreiben. Röntgenfluoreszenzanalyse könnte ich zwar vornehmen, aber leider erst ab 20 keV und das bringt nix.
Peter
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Hallo Elmar.
ich möchte ja nicht nervig erscheinen !
Aber ich entnehme deinen Ausführungen daß du die Sachen von dort auch, wie viele Sammler , und mich eingeschlossen ,optisch bestimmt hast !
Ist das richtig ?
Loismin
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Hallo Elmar,
zeig doch bitte deine Bilder. Nach dem Mineralienatlas bin ich immer noch der Meinung dass es sich um Boltwoodit handelt. Zudem muß ich auch glauben was auf dem MM steht. Bin auf deine Bilder und die Unterschiede sehr gespannt. Wie kann ich mit einfachen Mitteln den Unterschied herausfinden ?
Gruß Peter
Einen Boltwoodit gabs vor kurzem auf Kleinanzeigen.
Edit: externer Link verstößt gegen die Forenregeln, daher entfernt, Urheberrecht wäre auch noch zu klären...
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Hallo Elmar.
ich möchte ja nicht nervig erscheinen !
Aber ich entnehme deinen Ausführungen daß du die Sachen von dort auch, wie viele Sammler , und mich eingeschlossen ,optisch bestimmt hast !
Ist das richtig ?
Loismin
ja klar :) . Ist ja in der Regel immer zu 99% der Fall. Das betrifft Finder, Händler und natürlich uns Sammler. Da man nicht alles analysieren kann muss man sich auf seinen Erfahrungsschatz und sein analytisches Denken verlassen. Trotzdem würde ich anhand der gezeigten Fotos (inkl. den neuen) eindeutig von 2 versch. Mineralien auf dem Stüfchen ausgehen. Boltwoodit ist in meinen Augen gesetzt (auf den neuen Fotos). Für die alten Fotos bleiben die genannten Möglichkeiten, die nur analytisch zu differenzieren wären !
VG
Elmar
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Hallo,
was haben wir? Ein Bild eines gelben Minerals und ein schönes Gamma-Spektrum. Das Mineral ist Boltwoodit oder ein anderes Mineral, wie fast immer. Im Lexikon würde ich es anlegen als Gamma-Spektrum von Boltwoodit(?).
Würde sich das Spektrum ändern, wenn es ein anderes U-Mineral ist? "Vermutlich"=fast sicher nicht.
LG
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Hallo Fabian,
sobald die Uran-Zerfallsreihe gut ausgeprägt ist gleicht sich das Spektrum. Hier Uranophan aus Menzenschwand.
Wenn Thorium noch mitmischt sieht es anders aus. Ich will aber nicht jetzt mit Spektren überfluten.
LG Peter
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In Namibia, Zauberwelt edler Steine und Kristalle (2001) p.134:
Charakteristisch für den Boltwoodit von Goanikontes ist eine rötlichorange Fluoreszenz im langwelligem UV-Licht, während das Mineral unter kurzwelligem UV-Licht nicht fluoresziert.
M.f.G.
Milo
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sobald die Uran-Zerfallsreihe gut ausgeprägt ist gleicht sich das Spektrum. Hier Uranophan aus Menzenschwand.
Hallo,
sobald das Mineral älter als 100.000a bis 1Mio a ist, ist die Zerfallsreihe im Gleichgewicht.
https://www.wise-uranium.org/rccu.html
LG
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Wenn es der Klärung dient, so liefere ich auch noch eine UV-Fluoreszenz. Anregung mit 365nm schmalbandig. Zeiss Filtersatz Nr. 02 am Mikroskop.
Peter