Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Steinpilz am 09 Sep 22, 11:36
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Hallo und Glückauf,
hat jemand eine Idee wie man Kaolinreste von Rauchquarzkristallen, Fundort Querbitzsch, entfernt? Ich hatte es mechanisch versucht, aber das ist sehr mühsam.
Viele Grüße! :)
Ronald
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Reiner Kaolin sollte sich mit Hochdruckpistole evtl. auch Kärcher (Vorsicht wegen der Empfindlichkeit der Stufe) mühelos entfernen lassen. In der Regel sind keine chemische Mittel erforderlich es sei den, der Kaolin hat sich z.B. mit Calcit oder anderen Mineralien verfestigt. Ich glaube hier beides zu sehen, sowohl löslich (mechanisch bearbeitet) als auch verfestigt (gleichmässige Überzüge). Bei letzteren kann man sich auch überlegen, diese als "Fundortbestandteil" zu belassen. Ansonsten könnte ein gefährliches !!! Kochen in Natronlauge helfen.
Grüessli
Christian
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Quarz und Natronlauge,. insbesondere heiss, verträgt sich nicht. Es bildet sich Wasserglas.
Lg
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Hallo.
Na ja, sandstrahlen mit einem geeigneten Sand wäre da die Lösung denke ich !
Loismin
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Dankeschön für eure Antworten. Ich finde, der Kärcher ist eine gute Idee. Beim Sandstrahlen denke ich, dass der Glanz der Kristalle leidet.
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Hallo.
Das glaube ich nicht daß da der Glanz leidet, im Gegenteil, viele Strahler polieren damit ihre Quarze auf Glanz ;D
Du brauchst natürlich einen sehr kleinen Sandstrahler und vor allem, wie ich schon geschrieben habe das passende ( weicher als Quarz )
Strahlgut dazu .
Loismin
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Ich würde die Stufe im gegenwärtigem Zustand belassen. Es ist nun mal die natürliche Paragenese und oft bedeutet Reinigung eine Verschlechterung des Gesamteindruckes.
Gruß
Uwe
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Die Kristalle glänzen unter dem Überzug sehr schön. Ich überlege mir das noch. Danke auf jeden Fall für eure Meinungen.
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Wenn es unten drunter glänzt, lässt es sich leicht entfernen.
Man kann versuchen, die Kruste wie oben geschrieben in Natronlauge anzulösen, um sie leichter ablösen zu können - funktioniert manchmal und manchmal gar nicht.
Kärcher geht schneller...
Ich dachte früher auch, dass Natronlauge den Kristallen was tut, aber Quarz ist sehr hart im Nehmen, wenn er gut kristallisiert und klar ist.
Wenn ich o.g. Prozedur an einer Stufe mit warmer Natronlauge (ca 50-60°) durchführe, lege ich immer ein paar "übriggebliebene Kristalle" dazu, als "Füllmasse", damit ich nicht so viel NaOH verbrauche. Einige Kristalle waren in Summe schon mehrere Wochen in Natronlauge und man sieht ihnen das nicht an.
Das gilt jedoch nicht unbedingt für milchige Kristalle oder solche aus Sedimentgesteinen, die haben oft so viele Baufehler, dass sie in der Natronlauge in ein paar Tagen matt und weiß werden.
Ich habe noch nicht probiert, was in kochender Natronlauge passiert, weil mir das ohne Abzug einfach zu gefährlich ist - aber es wird sehr wahrscheinlich Spuren hinterlassen.
Wenn man (durch eine Schutzbrille und Visier) zusehen will, wie sich Quarz schnell löst und dabei "Wasserglas" bildet, muss man ein paar Splitter oder Scheiben in geschmolzene NaOH legen (ca. 200°C, das ist definitiv kein Küchenexperiment !!). Es braucht nur 1 - 2 Sekunden und die Scheiben sind sichtbar pustelig angeätzt. Nimmt man einen Porzellantiegel dafúr, kann man den danach selbstverständlich wegwerfen.
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Wenn man jetzt, anders als hier, eine filigranere Stufe hätte und mit dem Druckstrahler vermeintlich diese beschädigen würde, dann ist abgesehen von der Chemie nur Mechanisch die Lösung oder?!
Geht ihr dann mit einem Gravillo ran oder mit der Kneifzange zum wegbrechen?
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hab auch schon rumexperimentiert einschließlich "Sandstrahlen".Was gar nicht geht ist: Sandstrahlen mit zu hartem Strahlgut, d.h. z.B. Glasperlen aber auch Kalksand etc sind viel zu abrasiv, obwohl technisch gesehen weicher als Quarz. Was gut funktionieren kann bei solchen Belägen:Sandstrahlen mit Koch/Siedesalz. Je nachdem, wie filigran die zu bearbeitenden Kristalle sind, sollte auch auf die Korngröße (auch beim "weichen" Kochsalz) geachtet werden. Ist zudem leicht verfügbar und günstig. Und im Winter ist mein Vorplatz auch noch eisfrei ;D
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Ich werde es wohl mit dem Kärcher probieren. Vielleicht wirkt es sich auch günstig aus, wenn man die Rauchquarzstufen vorher eine Weile in Wasser legt. :)
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Wenn man jetzt, anders als hier, eine filigranere Stufe hätte und mit dem Druckstrahler vermeintlich diese beschädigen würde, dann ist abgesehen von der Chemie nur Mechanisch die Lösung oder?!
Geht ihr dann mit einem Gravillo ran oder mit der Kneifzange zum wegbrechen?
Wenn ich feine Krusten abhebeln oder abschaben möchte, nehme ich dazu injektionsnadeln. Die sind sehr hart, scharf, spitz und billig.
Man kann sie auch verlängern, indem man sie auf ein Q-Tip steckt, statt Präparationsnadeln.
Das ist aber nur was für Arbeiten unter dem Stereomikroskop und braucht Geduld.
Alfredo nimmt dazu auch Kakteen-Nadeln u.ä., wenn die Nadel weich sein muss.
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@Aca: Geduld braucht das auf jedem Fall. Ich habe 2 Stufen, die ich überhaupt nur mit Fingerspitzen anfasse. In der Vitrine sind sie auch auf einer Schaumstoffunterlage. Hier massiv ranzugehen, würde ich nicht wagen. Die spitzen Kanülen zu nehmen, ist eine gute Idee. Am Ende ist es aber bestimmt eine Sisyphosarbeit (braucht Geduld ;D) !?
Kakteen-Stacheln ist auch eine interessante Idee!
Danke für die Antwort.
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indem man sie auf ein Q-Tip steckt
zu Deutsch, Wattestäbchen. Oder?
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was steht da auf der Packung....
"160 Wattestäbchen, Watteköpfe aus Baumwolle.
Nicht in den Gehörgang einführen!"
;D