Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Marcel111 am 20 Dec 24, 19:17
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Hallo,
ich bin neu hier im Forum.
Ich sammle schon seit meiner Kindheit Mineralien & Fossilien und belasse diese für gewöhnlich im Fundzustand.
Allerdings würde ich gerne bei einem Teil meiner Pyritwürfel eine ausnahme machen um den goldenen Glanz wieder vollkommen herzustellen.
Über die Suchfunktion habe ich leider kein zufriedenstellendes Thema gefunden, daher erstelle ich ein neues.
Als ich dieses Jahr mit dem LKW durch Spanien gefahren bin lief meine Rute nah an Navajun vorbei, also habe ich stetig Ausschau nach den typisches Mergelschichten gehalten & bin an einem frisch reparierten Straßenhang fündig geworden.
Am Hang fand ich viele oxidierte, fast schon zerfressene Pyritwürfel, im Straßengraben waren aber schöne ausgewaschene Stücke, allerdings alle mit einer Violett/schwarzen Oxidschicht.
Ich habe ausprobiert:
Die Würfel ca 18 Std in 10% Salzsäure, dann abgebürstet, danach ca 12 Std in Natriumfithionit Lösung und wieder unter Wasser abgebürstet.
Allerdings hat sich nur ein kleiner Teil der Oxidschicht gelöst.
Habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps für mich, wie ich zumindest die besseren der Würfel frei von Oxid bekomme?
Die meisten lassen sich leider sowieso nicht mehr retten und sind nur noch Belegstücke des natürlichen Zerfalls.
Ich hänge mal ein Paar Fotos der Stücke im Fundzustand und nach dem ersten Reinigungsdurchgang an.
Muss ich die Stücke auch vor weiterem Zerfall & Oxidation schützen?
Viele Grüße und Danke vorab.
Marcel
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Hier Bilder nach der Reinigung.
Leider ist immernoch roter und schwarzer Oxid auf den Flächen.
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Hallo Marcel
Wie du sicher schon festgestellt hast, wird nach dem Entfernen der Korrosionsschichten keine glatt glänzende Fläche entstehen, da ja der Pyrit eben bereits korrodiert ist. Daher wird es meist unterlassen, stark korrodierte Pyrite vom "Rost" zu befreien. Sehr sehr schwach korrodierte Pyrite lassen sich mit etwas Phosphorsäure behandeln. Dann gibt es auch noch Ammoniumthioglycolat, das teuer und stinkend ist. Damit lässt sich fast alles an Korrosion auf den Pyriten entfernen. Jedoch bei deinen Pyriten würde ich das nicht machen, weil das zu erwartende Resultat den Aufwand nicht rechtfertigen wird.
Auch noch, Pyrite NIE in Salzsäure, weil Salzsäure den Korrosionsprozess langfristig unterstützt bzw. anschliessend so lange gewässert werden muss, dass sich die Korrosion dann bereits wieder fortsetzt...
Mein Tipp bei korrodierten Pyriten ist, diese mit einen "Putzstein" mechanisch zu reinigen (z.B. mit Zahnbürste), so kann der bestmögliche Glanz erreicht und der Pyrit soweit konserviert werden, dass diese in einen nomalen Wohnraum nicht weiter korrodieren wird.
Grüessli
Christian
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Hallo,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Dass man bei den stark korrodierten Stücken nichts mehr retten kann war mir schon bewusst. Ich habs trotzdem mal ausprobiert, da ich davon eine ganze Hand voll mitgenommen habe.
Den Stücke mit der schwarz/violetten glänzende Oxidschicht wollte ich wieder zu altem Glanz verhelfen, doch mit Chemie ging da fast nichts. Ich habe gemerkt mit einem Zahnstocher kann man die Schicht teilweise abplatzen lassen, aber das geht nur an den Kanten. Darunter glänzt er richtig schön. Auch nach dem Bad in Natriumfithionit glänzen die Stücke ein paar Tage sehr schön bis sie matt werden.
Ich versuchs nochmal mit Phosphorsäure, bei den Versuchsstücken.
Kann man auch Oxalsäure nehmen? Das nehme ich öfter mal um Werkzeuge und Werkstücke schonend zu entrosten.
Die Salzsäure hab ich nur genommen, da ich im Internet mehrere Anleitungen speziell zum Pyrit gefunden habe.
Viele Grüße
Marcel
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Hallo.
Mit einer feinen Stahlbürste wirst du auch noch einiges runterbringen .
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Hallo, Marcel,
versuche es mal mit Oxalsäure. Das kann aber Tage bis Wochen dauern. Die Ergebnisse überraschen ich bei Pyrit/Markasit immer wieder.
Gruß
Peter
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Alles klar, vielen Dank an euch.
Ich werd es mal ausprobieren und zeige die Ergebnisse dann.
Viele Grüße
Marcel
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Moin
Ich kann mich nur Christian anschließen: Lass die Stücke so wie sie sind bzw. reinige nur mechanisch. Den tollen Glanz wie man ihn von den Topstufen von Navajun kennt werden diese Pyrite nie erhalten. Ganz im Gegenteil, sobald der "Rost" runter ist sind sie matt und unscheinbar. Ich kenne das von den Pyriten aus dem Extertal, die sehen Deinen sehr ähnlich und da hilft leider auch nix mehr.
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Dagegenüber riskieren die Mikroporen durch die Produkten erfüllt zu werden ... und bis kurzer Zeit wird alles als Pulver reduziert...
MFG,
Bruno
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Guten Morgen
Gestern habe ich endlich die Zeit gefunden um die Versuchsstücke, an denen ich mich vorher schon mit Salzsäure versucht hatte und ein paar neue mit Oxalsäure zu reinigen.
Leider war das Ergebnis nicht ganz so erfreulich wie ich es von rostigen Stahlteilen kannte.
Das Oxal hat teilweise die Oberfläche des Pyrit angegriffen und nicht nur matt, sondern rauh gemacht und hat gleichzeitig die rote Oxidschicht überhaupt nicht verändert.
Habe die Stücke danach nochmal in Natriumfithionit, dann konnte man wenigstens ein klein bisschen vom Oxid abputzen.
Bilder erspare ich euch, da es keinen Fortschritt gab.
Die restlichen Stücke die ich habe belasse ich so wie sie sind, und werde ein paar wenige mechanisch reinigen.
Vielen Dank für eure Ratschläge. :)
Grüße
Marcel
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Das Oxal hat teilweise die Oberfläche des Pyrit angegriffen und nicht nur matt, sondern rauh gemacht
Oxalsäure ist zum Lösen von Eisengelumpe. Und Pyrit (Fe) ist auch Eisengelumpe.
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Hallo, Juliane,
Oxalsäure ist zum Lösen von Eisengelumpe. Und Pyrit (Fe) ist auch Eisengelumpe.
Stützt sich das auf eigen Versuche oder woher stammt die Erkenntnis? :o
Bei mir löst sich seit 50 Jahren mit der Oxalsäure nur die Oxydation (Rost) und der Rest (Pyrit, Eisen, Werkzeug) bleibt. Ob die Minerale dadurch ansehnlicher werden, sei mal dahingestellt.
Gruß aus dem Bergischen Land
Peter
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Ich habe mal einen kleinen Pyritbrösel in einem Reagenzglas in ca. 20% Salzsäure gekocht und habe das ganze heiß (80-90°C) einige Stunden stehen lassen.
Ich konnte nicht nur keine Änderung am Brösel ausmachen, es war mir auch nicht möglich, Eisen-Ionen in der neutralisierten Lösung nachzuweisen.
Nach ein paar Wochen bei Raumtemperatur hat sich der Überstand dann gelb gefärbt.
Pyrit löst sich nur sehr langsam, aber selbstverständlich ist ein Säurebad für Pyrit eine doofe Idee.
Will Ich Pyrit oder Markasit reinigen, mache ich das wie Brodi: mit der trockenen Zahnbürste auf Glanz bürsten (dabei Handwchuhe tragen, damit kein Fett und damit eine Mahlzeit für Bakterien zurückbleibt), dann ins Kieselgel-Bad in eine dichte Plastik-Box, da ist es schön trocken.
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Oxalsäure ist zum Lösen von Eisengelumpe. Und Pyrit (Fe) ist auch Eisengelumpe.
Das würde ich so nicht sagen. Oxalsäure wird sehr häufig zum entrosten von Stahlteilen verwendet, besonders wenn man den Lack darauf noch erhalten will.
Da wird das Grundmaterial (Eisenverbindung) auch überhaupt nicht angegriffen.
Dennoch danke für all eure Tipps. Ich dachte ich kann mir etwas Arbeit sparen indem ich die Pyritwürfel chemisch reinige, aber dann muss ich wohl doch bürsten. ;)