Hallo Stefan,
Unter Kristallsystem wird eingetragen, welchem der 7 Systeme (kubisch, tetragonal, hexagonal, trigonal, orthorhombisch, monoklin, triklin) das Mineral kristallisiert (dazu amorphe Mineralien (korrekt Mineraloide, denn Mineral an sich bezieht sich auf kristallisierte Substanzen) und das bei Raumtemperatur flüssige Quecksilber).
Kristallklasse (auch Punktgruppe genannt) bezeichnet die Gesamtheit der am makroskopisch ausgebildeten Kristall erkennbaren Symmetrieelemente (Spiegelung, Drehspiegelung, Drehachse, Inversion). Es gibt 32 Kristallklassen, die den 7 Kristallsystemen angehören).
Raumgruppe: Die Gesamtheit der am dreidimensional periodischen Kristallgitter beobachtbaren Symmetrieelemente. Zu den Punktsymmetrieelementen der Punktgruppe kommen hier noch Translationen hinzu. Diese Raumgruppenelemente sind am makroskopischen Kristall nicht sichtbar (auch nicht unter dem Mikroskop), lassen sich aber mittels Röntgenverfahren nachweisen. Der Großbuchstabe am Anfang des Raumgruppensymbols gibt den Strukturtyp an. P steht z.B. für primitiv, I für Innenzentriert. Es gibt 230 Raumgruppen.
Die Gitterparameter sind die Längen der Achsen der zugrundegelegten Elementarzelle (a,b,c) und die Winkel zwischen den Achsen (Alpha, Beta, Gamma). Bitte Winkel in Grad und Längen in Angström (1 Angström = 0,1 nm = 10-10m) angeben.
Kristallstruktur ist vielleicht gar nicht so nötig, kann aber bei einfachen Strukturen (Halit, CsCl, Rutil) ganz hilfreich sein. Wird aber schnell unüberschaubar, wenn es zu Silikaten geht. Bei seltenen Mineralen, die vor 20 Jahren entdeckt wurden, gibt es oft keine eindeutige Struktur, heute aber gehört eine Strukturlösung zur IMA-Anerkennung.
Habitus und Tracht schließlich beschreiben das äußere Erscheinungsbild eines Kristalls. Habitus meint dabei, ob ein Mineral tafelig, nadelig oder prismatisch ist, Tracht beschreibt die Anordnung und Verhältnisse der Flächen an einem Kristall.
Glück Auf!
Smoeller