Hallo,
Mich würden die Wachstumsbedingungen vom Quarz intressieren, wie lange so ein Kristall braucht, von welchen Faktoren das Wachstum abhängig ist wann wachsen die klar wann milchig warum sind einige dünn und lang andere wirderum kurz un dick?
Da gibt es ein umfängliches Buch:
Rudolf Rykart
Quarz-Monographie - Die Eigenheiten von Bergkristall, Rauchquarz, Amethyst, Chalcedon, Achat, Opal und anderen Varietäten.
Ott Verlag Thun, 2nd. Edition,1995.
ISBN 3-7225-6204-X
Ein Spezialist für die Beziehung zwischen Kristallform und Wachstumsbedingungen in alpinen Mileus ist Josef Mullis.
Mal googlen.
Daraus schlussfolgere ich das sich die Bedingungen die die Wachstumsrichtung vorgeben geändert haben, ist die Schiefe nun ein Maß für die Zeitdauer der Änderung - das würde ja bedeuten das der eine schneller gewachsen ist als der andere....? 
Stellt sich auch die Frage was sich da geänder hat..... 
Eher nichts.
Wenn es an äusseren Bedingungen läge, die auf alle Kristalle einwirken, wären auch alle krumm.
Bananenquarzstufen, sozusagen.

Aber sowas gibt's
vermutlich nicht.
Sehr wahrscheinlich ist, daß die Kristalle aufgrund mechanischer Überbeanspruchung gebrochen und wieder verheilt sind. Meistens sinken die Kristallbruchstücke dann auf den Boden der Kluft und verheilen da wieder und der Kristallrest oben wächst einfach weiter.
Manchmal bleiben die Bruchstücke aber leicht versetzt an Ort und Stelle liegen. Weil Quarz muschelig bricht und diese Bruchstelle keiner regelmässigen Kristallfläche entspricht, ist die Oberflächen thermodynamisch sehr instabil und wächst bei übersättigter Lösung besonders schnell weiter, so daß der Kristall schnell wieder relativ glatt "zuwächst". Das Wachstum ist dann so schnell, dass Flüssigkeit aus der Kluft mit eingeschlossen wird und die Bruchstelle wird trübe. Das kann natürlich x-mal passieren.
Ich kann nicht ganz ausschliessen, daß es gesetzmässige Mechanismen des Kristallwachstums bei Quarzen gibt, die zur Krümmung führen. Allerdings hat das meines Wissens für Quarze noch niemand in der Literatur beschrieben. Bei anderen Mineralien sieht das anders aus, ich denke da z.B. an diese verrückten Malachit-Locken.
Verdreht, verdrillt, gestapelt, gefächert, gefenstert, zerfressen und aufgeplustert gibt es bei Quarz alles, aber "krumm in eine Richtung wachsen und dann noch mal um die Ecke" scheint keine
systematische Wuchsform zu sein.
...aber spielt die Schwerkraft überhaupt eine Rolle???
Ja, sonst wäre der Kristall beim Brechen nicht verrutscht.

Schwerkraft spielt in der Natur beim Kristallwachstum aus einer Lösung eher eine indirekte Rolle, z.B. dadurch, dass die Anzahl der Fehlstrukturen im Kristallgitter auf der Oberseite eines Kristalles höher ist als auf der Unterseite, weil dauernd Kluftmaterial und Kristallkeimlinge darauf rieseln.
Aber da gibt es natürlich die wildestesten Theorien.
Bei der Kristallzucht ist das vielleicht was anderes, da sind die äusseren Bedingungen wahrscheinlich so genau kontrolliert, dass man einen Einfluss der Schwerkraft messen könnte.
Da gibt es aber Spezialisten hier (Krizu z.B.), die das eher beantworten können.
( Grosse Klammer auf, ich steig mal kurz auf die Kiste ----
Was mir dazu gerade einfällt, von wegen wilde Theorien und was es so schwer macht, Ordnung in die vielen Phänomene rein zu bringen.
Ist halt so: man sieht was Schrilles und Unerklärliches, an der "die Wissenschaft versagt" und gleich muss eine neue Theorie her, weil die alten zur Erklärung nicht ausreichen.
Aber die Welt ist durch physikalische Gesetze eben allein nicht vollständig beschrieben, es sind ja nicht nur abstrakte Grössen da, sondern "richtige Dinge mit Geschichte". Das ist so als wollte jemand verstehen, wie die Gesellschaft funktioniert, indem er Gesetzestexte studiert. Und wenn dann was Unerwartetes passiert (jemand begeht ein Verbrechen), sind wohl die Gesetze schuld. Die Natur ist halt launisch und weiss von den Naturgesetzen ja nix. Man kann sich nur bescheiden und achselzuckend hinnehmen, daß man vieles nie verstehen wird. :'(
--- Ende Vortrag und grosse Klammer zu )
Sind die Streifen auf den Qurazen vielleicht ein Maß für die Zeit? Wo kommen die überahupt her?
Man sagt, es läge an "pulsierend abfallendem" Druck/Temperatur aufgrund tektonischer Bewegungen. Wenn das stimmen würde, könnte man die Streifen als "Jahresringe" zählen. Leider hat in der Kluft niemand zum Kalibrieren einen Seismographen bei der Hebung der Alpen aufgestellt, der jetzt noch ablesbar wäre.
So richtig befriedigend finde ich die Erklärung sowieso nicht, Streifen gibt's nämlich z.B. auch auf Gangquarzen oder solchen in Pegmatiten etc., würde jetzt aber zu weit führen.
Huch, ist schon etwas spät, muss in die Heia...
Gruss
Amir