Nachdem ich´s nun angezettelt habe, muss ich auch meinen Senf dazugeben.
Zunächst einmal habe ich diesen Threat eröffnet, um den Gröllachate-Threat " sauber " zu halten. Da sollten keine langen Grundatzdiskussionen geführt werden. Zum anderen ist das Thema immer wieder aktuell und sorgt ab und an auch für Mißstimmung. Hier können wir uns austoben

Im Gegensatz zu Roland denke ich sehr wohl, dass Schöhnheit im Auge des Betrachters liegt. Sie definiert sich m.M. nach daraus, welche Interessen man hat, wie genau man hinsieht und wieviel man vorher schon gesehen hat. Und es kommt auch ein wenig auf die - ich nenns mal so - Sammlerkultur an.
Mit einem guten Angelwing Achat kann man in den USA bei den Sammlern Entzücken hervorrufen, während man ich Deutschland dafür nur ein Schulterzucken übrig hat. Mit Moosachaten ist´s das Gleiche.
Wesentlich ist auch, wie man den Achat betrachtet. Sieht man ihn als Ganzes, legt man Wert auf Unversehrtheit, Rissfreiheit, gute Bänderung und tolle Farben. Ist der Blick eher auf´s Detail ausgerichtet, kann ein Bruchstück oder Bereiche zwischen den Rissen begeistern. Ich denke man kann hier durchaus Parallelen ziehen zu den Mineraliensammlern, wo Micromounter und Ästhetiksammler auch oft Glaubenskriege ausfechten.
Dabei sind die Detailliebhaber etwas in der Defensive, weil ihre Stücke halt nicht plakativ sind und Lupe oder gar Binokular nötig sind um diese Sichtweise zu verstehen. Aber sind sie deswegen weniger schön ?
Schöhnheit ist subjektiv und höchst differenziert zu betrachten. Vielleicht bin ich da - als " gelernter " Micromounter - auch vorbelastet. Aber ich schau mir genau so gerne eine Sammlung von Lagunaachaten an, wie mit dem Binokular Bruchstücke aus der Kiesgrube.
Natürlich ist es so, dass ( geschätzt ) 95 % aller Sammler nur 90 % aller fremden Achate als TOP-Stück einordnen. Bei den eigenen Stücken, insbesondere bei Eigenfunden werden die Kriterien aber oft etwas lockerer gehandhabt.
Und das ist auch gut so, denn jeder sammelt nach seinem Gusto und nach seinen Schöhnheitsidealen.
Weiter ist es wesentlich, was man schon an Stücken gesehen hat. Ein Anfänger wird von einem mittelmäßigen Lagunaachat begeistert sein und großzügig über Risse oder fehlende Ecken hinwegsehen. Mit zunehmender Erfahrung und mehr gesehenen Stücken, wird man kritischer. Das ist - glaube ich - uns allen so gegangen.
Ein wenig schade finde ich es, wenn Stücke abqualifiziert werden ( das meine ich jetzt generell und nicht auf unsere Diskussion hier bezogen ). Ich finde, niemand hat das Recht Stücke eines anderen herab zu würdigen oder gar als minderwertig zu bezeichnen. Nochmal, ich beziehe mich nicht auf aktuelle Aussagen hier, sondern meine das generell. In so fern finde ich das zeigen von Rohstücken auch nicht verwerflich, sondern sehr informativ. Insbesondere Anfänger sollten dankbar sein, auch mal Stücke " von außen " betrachten zu können. Der Lerneffekt ist sicher nicht gering. O.k., über Anzahl und Qualität der Bilder kann man streiten, sicher. Aber nicht jeder ist auch ein geborener Fotograf. Ich fänd´s schlimmer, wenn jemand seine vielleicht hochinteressanten Stücke nicht zeigt, weil er keine perfekten Fotos machen kann. Auch ist es sicher sinnvoll, zu dem Rohstück auch den später geschliffenen Achat zu zeigen. Übrigens auch bei Nieten, denn das kann dem Anfänger sehr viel Sägekosten sparen. Auf der anderen Seite kann man auch nicht gleich jedes Stück sägen und schleifen lassen, insbesondere wenn man viel sammelt und gute Beute macht.
Ich halte es so, dass ich das was mich nicht interessiert auch nicht lange anschaue. In so fern stört es mich auch nicht.
Ralf