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Autor Thema: Torfdolomit  (Gelesen 3219 mal)

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Isarkiesel

  • Gast
Torfdolomit
« am: 20 Aug 07, 09:47 »
Hallo Freunde der Paläobotanik!

In einigen Threads dieses Forums wurde und wird bereits sehr detailliert über die sogenannten "Kieseltorfe" diskutiert, die von zahlreichen Fundstellen innerhalb und außerhalb Deutschlands bekannt sind.

In der Literatur habe ich Hinweise auf ein ähnliches Material gefunden, den sogenannten "Torfdolomit". Dieses Material wurde wohl häufiger im Zusammenhang mit Steinkohle (beispielsweise im Ruhrgebiet) gefunden; da es jedoch keine verwertbare Kohle enthält, nicht gezielt gesucht und gefördert. Auch dieses Material soll Pflanzenreste in teilweise bester Erhaltung geliefert haben.

Hat einer der Leser hier evtl. mehr als nur literarische Erfahrung damit? Gibt es Fundorte (z.B. Abraumhalden des Kohleabbaus), die jemand ggf. aus eigener Anschauung kennt und evtl. auch mal ein Foto eines Fundes zeigen kann? Oder ist dieses Material mit dem aussterbenden Steinkohleabbau ebenfalls zum Aussterben verurteilt?

Gruß,
Holger

Offline gnoisi

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  • Beiträge: 416
Re: Torfdolomit
« Antwort #1 am: 20 Aug 07, 10:29 »
Hallo Holger,
es dürfte sich bei dem Material, das Du beschreibst um sogenannte "coal balls" handeln. Das sind Karbonatkonkretionen, die Pflanzenreste (Achsen, Blattstiele, Beblätterung) in oft sehr guter Erhaltung enthalten. Diese treten in Knollen, unregelmäßig geformten Massen, Linsen und Lagen in Kohleflözen auf. Meines Wissens sind sie bisher nur aus dem Karbon beschrieben worden. In der Literatur werden als Fundpunkte oft englische oder amerikanische Gruben beschrieben. Sie treten aber weltweit, auch in Deutschland auf. Auch auf den Halden unserer Steinkohle-Abbaue sind sie zu finden. Ich habe solches Material auf der Halde Plötz bei Halle gefunden, hier sind diese Karbonatkonkretionen etwas pyritisiert.
Grüße v. gnoisi

Offline Psaronius

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  • Beiträge: 746
Re: Torfdolomit
« Antwort #2 am: 24 Aug 07, 19:08 »
Hallo,
zu den "coal balls. - Kenne die Sachen eigentlich auch nur von ausländischen und westdeutschen Fundstellen.  Wußte nicht, dass sie auch hier im "Osten" zu finden sind. Eigentlich sollen sie ja nur in marinen Horizonten zu finden sein, damit würde z.B. Oelznitz-Lugau-Zwickau als Fundort schon ausscheiden.
Übrigens sollen ähnliche Bildungen, allerdings in kalkigem Zustand, auch in der Braunkohle gefunden worden sein...
Gruß
Hartwig,

 

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