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Autor Thema: Suche nach Glaukonit  (Gelesen 3383 mal)

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Offline andrebann

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Suche nach Glaukonit
« am: 12 Nov 07, 11:04 »
Hallo!

Ich bin Doktorand in Aachen und beschäftige mich u.a. mit den Lösungseigenschaften verschiedener Minerale. Für geochemische Untersuchungen suche ich dabei einen möglichst reinen, also unoxidierten Glaukonit. Muss gar nicht so groß sein (es gibt ja wahrscheinlich auch gar keine größeren Glaukonite, vermute ich), auch nicht sonderlich schön (wird ja eh aufgelöst  ;)). Kann mir da jemand einen Tipp geben, wie ich an derartiges Material komme? Danke!

Gruß,
Andre

Offline giantcrystal

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #1 am: 12 Nov 07, 11:52 »
Hallo aus Mittelfranken

Falls sich hier keiner findet, der einen übrig hat, würde ich es einmal bei der Firma Krantz in Bonn probieren, wahlweise auch bei Frau Uta Müller in Saarbrücken. Beide müssten eigentlich entsprechend definiertes Material vorrätig haben.

Glück Auf und viel Erfolg

Thomas

Offline smoeller

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #2 am: 12 Nov 07, 12:23 »
Hallo,

Hätte da noch einige Proben mit Glaukonit auf fossilen Muscheln aus der Dresdner Kreide. Könnte dir für 3-10 EUR stück zzgl. Versand was zusenden.

Wieviel muss es denn sein und wofür (ICPMS ??)?

Glück Auf!
Smoeller

Offline andrebann

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #3 am: 12 Nov 07, 13:07 »
Glück auf!

Danke schön, das sind ja schonmal gute Hinweise. Ich möchte den Glaukonit in einem sequentiellen Extraktionsverfahren untersuchen, also schaun, bei welchem Lösungsmittel sich der Glaukonit löst. Hintergrund sind Untersuchungen zur Mobilität von Arsen. Dafür benötige ich etwa 2 g Material. Ich werde mal bei Krantz gucken, falls ich da nicht fündig werde, komme ich auf deine Glaukonitmuscheln zurück ;)

Beste Grüße,
Andre

Offline caliastos

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #4 am: 12 Nov 07, 22:09 »
ähm, warum holste dir nicht einfach ein stück glaukonitsandstein? da sind haufenweise körner drinnen. kleinmahlen und schweretrennung machen. aber große körner habe ich bisher noch nie gesehen. nur haufenweise im gestein. leider habe ich vom grünsandstein nix mehr da, der hat so gebröselt, daßm ich den vor nem jahr weggeworfen habe. der glaukonit als schichtsilikat sollte sich eh nicht soo leicht auflösen lassen.

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Glaukonit

Isarkiesel

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #5 am: 13 Nov 07, 12:35 »
Hallo Andre,

vielleicht ist die Idee verrückt, aber - Veroneser Grünerde besteht (zumindest laut Römpp Chemielexikon) aus Glaukonit. Das Zeug sollte man über die Firma Kremer Pigmente auch in größerem Maßstab bekommen.

Gruß,
Holger

Offline andrebann

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #6 am: 14 Nov 07, 11:54 »
Hallo!

danke für die Hinweise!

@Caliastos: der feinkörnige Glaukonit im Grünsandstein ist meist zumindest randlich schon stark zu Eisen-Hydroxiden oxidiert. Das unalterierte "Kernmaterial" ist daher, wenn überhaupt, nur sehr schwierig zu extrahieren. Daher wäre natürlich schön, ein etwas größeres Exemplar zu haben, aus dessen Mitte man wirklich frisches Material gewinnen könnte. Hab aber auch schon befürchtet, dass es sowas nicht gibt. Auch bei Krantz und Uta Müller leider nicht. Was das Lösungsverhalten angeht, ist genau das eben die Frage: verhält sich der Glaukonit  wie ein "normales" Silikat, löst er sich also erst im HF-Aufschluss? Ich erhoffe mir da halt Rückschlüsse auf die Bindungsformen von Arsen und Schwermetallen am oder im Glaukonit. 

@Holger: stimmt, zumindest eine Variante der Veroneser Grünerde besteht u.a. aus Glaukonit. Aber das ist wohl auch das feinkörnige Material, wie es im Grünsand vorkommt.

Mal schaun, vielleicht muss ich doch Körnchen picken unterm Bino ;-) Oder ich schmeiss ein Stück Grünsand in HF und guck, was übrig bleibt.

Gruß,
Andre

Offline caliastos

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #7 am: 14 Nov 07, 18:17 »
meinte ja auch nicht gerade ein vergammeltes stück zu nehmen, sondern frisches bruchstück ohne verwitterung. als silikat sollte der silikatnachweis an sich auch da greifen.
grünerde dürfte sogar noch feiner sein als im grünsandstein. da haste körner mit glück bis zu 3 mm. kommt auf den sandstein an den du nimmst.

Offline smoeller

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #8 am: 14 Nov 07, 19:07 »
Hallo,

Würde nicht gerade ein Stück Sandstein in HF schmeißen bei deiner Fragestellung, da Tonminerale meist größere Ionen nur locker auf Zwischengitterplätzen oder gar nur adsorptiv an der Oberfläche gebunden haben. Danach hast du dann keine derartigen Ionen mehr.

Glück Auf!
Smoeller

Isarkiesel

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Re: Suche nach Glaukonit
« Antwort #9 am: 15 Nov 07, 19:47 »
Hallo,

laut Klockmann sind Glaukonit (bzw. Seladonit) generell gegenüber heißen Mineralsäuren empfindlich. Damit scheidet auch der Ansatz, aus kalkigem Sediment Glaukonit mittels Salzsäure herauszulösen, wahrscheinlich aus (vom Glaukonitsandstein in HF ganz zu schweigen)...der Glaukonit wird ja "naturbelassen" benötigt...

Gruß,
Holger

 

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