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Autor Thema: Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe  (Gelesen 6506 mal)

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Offline Foeschber

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Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe
« am: 23 Nov 07, 16:44 »
Hallo zusammen,

bitte um Bestimmung des abgebildeten Gesteines.
Fundort Namibia - Umgebung Swakopmund/Spitzkoppe.

Maße: Länge 14 cm  - Durchmesser ca. 4 cm.

Besten Dank
Maria



Offline caliastos

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Re: Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe
« Antwort #1 am: 23 Nov 07, 17:05 »
sieht nach basaltsäulen aus

Offline Foeschber

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Re: Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe
« Antwort #2 am: 23 Nov 07, 17:18 »
Danke für die prompte Bestimmung.

Maria

Saxifragus

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"Basalt"
« Antwort #3 am: 24 Nov 07, 16:05 »
 Guten Tag allerseits!

Auf Grund der abgebildeten Stücke finde ich die Bezeichnung "Basalt" etwas vorschnell. Sicher scheint nur, daß das Gestein hier in Säulenform vorliegt.
Damit kann es sich aber immer noch um alles mögliche handeln.
Die Säulen allein geben keinen Hinweis auf die Zusammensetzung, sondern nur darauf, daß ein einigermaßen homogenes, i.d. Regel feinkörniges oder dichtes Gestein stark abgekühlt und dabei geschrumpft ist.
Ich kenne solch helle Säulen zum Beispiel auch als gefritteten SANDSTEIN aus dem Elbsandsteingebirge. Dort ist diese Bildung das Resultat starker Erhitzung von Sandstein (Kontakaureole eines Magmas).
Basalt ist ja ein sehr allgemeiner Oberbegriff für diverse Vulkanite, die in der Regel dunkel bis grau aussehen. Selbst die hellsten Phonolite, die ich kenne, sind noch dunkler (nämlich grau) als die abgebildete Probe. Da das Gestein hier sehr hell ist, wäre es schön, etwas mehr über den Herkunftsort zu wissen.  Welche Gesteine gibt es in der Umgebung der Probenstelle?

An Maria: Kannst Du eine Nahaufname der Bruchfläche machen?

Gruß Saxifragus

Offline caliastos

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Re: Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe
« Antwort #4 am: 24 Nov 07, 22:51 »
ich dachte deshalb an basalt, weil dort die säulen relativ häufig sind. im sandstein ist das schon wieder seltener der fall.

zudem sieht das ganze nach gut gammeligem olivin und pyroxenen aus. und da sowas auch dort vorkommt (man schaue mal hier im lexikon nach), würde das sehr gut passen.

nur, wieso ist denn basalt bitte ein allgemeiner oberbegriff für vulkanite? ganz was neues. dann wäre andesit und rhyolith ja auch basalt. sry, aber wirf lieber nochmal einen blick auf das streckeisendiagramm. basalt ist nur einer von vielen vulkaniten, läßt sich natürlich auch selber noch unterteilen. wegen der mafischen minerale natürlich dunkel, aber gammliger basalt muß nicht so aussehen.
auf elba z.b. ist das mitunter recht lustig. da ist der basalt je nach licht entweder rötlich oder grünlich. die farbe kann je nach mineralbestand variieren. und auch wenn 60% des farbgebenden minerals das gestein aufbauen, nun, so fällt dieses gerne auch aus der klassifikation heraus, da die restlichen 40% zur klassifizierung berechnen.

Offline Foeschber

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Re: Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe
« Antwort #5 am: 25 Nov 07, 10:50 »
Guten Tag zusammen.

Ich kann den Fundort nicht genau eingrenzen. Bekannt ist, dass der Finder in einer ehemals deutschen Kolonie in Namibia - Damaraland, Swakopmund wohnte und in der näheren (und weiteren?) Umgebung sammelte.

Im Internet fand ich als Orgelpfeifen bekannte Basaltsäulen beschrieben.
Zitat: " Wenige Kilometer von Twyfelfontein entfernt befinden sich viele weitere Attraktionen: die als Orgelpfeifen bekannten Basaltsäulen und der Versteinerte Wald mit seinen 300 Millionen Jahre alten Baumstämmen. "
Da ich aus der Sammlung auch ein Stück versteinertes Holz habe, schließe ich die Möglichlichkeit eines kleines Orgelpfeifchens  :D nicht aus.
Leider finde ich im Internet keine Nahaufnahme dieses Gesteins und bin für eine Bestimmung nicht kompetent genug.
Ich kannte bisher Basalt auch nur als dunkles Gestein, daher tappte ich mal wieder im Dunklen.

Die Orginalfarbe des Gesteins ist etwas rötlicher als die oben dargestellten Bilder. Ich hoffe, man kann es an den bei Tageslicht gemachten Fotos besser erkennen.

Gruß, Maria
« Letzte Änderung: 22 Mar 13, 11:59 von oliverOliver »

Offline Collector

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Re: Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe
« Antwort #6 am: 25 Nov 07, 11:34 »
ich dachte deshalb an basalt, weil dort die säulen relativ häufig sind.


Hallo Caliastos
wo bitteschön gibts häufige Basaltsäulen in der Umgebung von Swakopmund / Spitzkoppe ?

@Saxifragus
Caliastos hat Recht. Basalt ist kein Oberbegriff für diverse Vulkanite. Schau mal ins Lexikon, da steht unheimlich viel drüber. Im übrigen stimme ich Dir zu: Es wäre bei jeder Art der Ferndiagnose besser oder gut, den eigentlichen Fundort zu kennen; Umgebung Swakopmund - Spitzkoppe ist so ähnlich wie Oberbayern - Stuttgart.

Welche Gesteine gibts bei Swakopmund, oder Spitzkoppe ) oder vielleicht ganz woanders ?)
Swakopmund selbst ist Teil der Namib-Wüste, bzw. der westlichen Naukluft-Wüste. Und die Naukluft besteht aus Decken metamorpher Gesteine und tw. Sedimenten, verschiedentlich intrudiert von Dolerit (Genauer: Olivin-Dolerit).   Diese Dolerite sind in diesem Wüstengebiet nicht säulig. Das tw. verkarstetet Gebiet der näheren Umgebung von Swakopmund besteht aus Kalkstein und Dolomit, bei Goanikontes gibts Pyroxen und Olivin (wie Du richtig gesehen hast).  Aber diese Pyroxene und Olivine sind weder 14 cm lang noch haben sie ausgeprägte Kanten und Flächen wie die abgebildeten Stücke. Ca. 55 km östlich von Swakop beginnt der metamorphe Ababis Gneiss-Granit-Komplex. 30 km nordöstlich von Swakop ist die große Rössing-Mine und nahe Swakop die Khan-Mine, aber hier metamorphe Gesteine, von Pegmatiten (Alaskite) intrudiert.

Die beiden Spitzkoppen im Damaraland sind granitische Intrusionen.  Hier und in der näheren Umgebung gibts (meines Wissens) keine Basalte, Dolerite, Gabbros oder andere vulkanischen Gesteine.
Reine Basaltsäulen findest Du u.a. in den Goboboseb-Bergen,  häufiger in der Umgebung des Grootbergpasses und im Kaokoveld. (die sogen. Etendeka-Decken).

So, was für  für ein Gestein könnts denn sein ?

Abgesehen von den o.a. Vorkommen von (echtem) Basalt gibt es stellenweise Intrusionen von Dolerit, einem Gestein, welches ein Zwischenglied zwischen Basalt und Gabbro ist  (Synonym mit Diabas).  Die meisten dieser Intrusionen sind Gänge aus massivem Gestein, also keine Säulen. 
Dolerit-Säulen gibts bei den "Organ Pipes" im Bereich der Quelle Twyfelfontein im südlichen Damaraland. Ca. 3 km von Twyfelfontein ist eine schmale Schlucht, darüber eine flache Stelle, die als Parkplatz genutzt wird. Von dort führen mehrere schmale Pfade  zu hunderten größerer und kleinerer Dolerit-Säulen. (die größten bis 5m, die kleinsten bis 5 cm). Dieser Dolerit wurde vor etwa 120 mio Jahren intrudiert; die Säulen bildeten sich durch Schrumpfen beim Abkühlen des magmatischen Gesteins.

Woher kommen die Farben des abgebildeten Gesteins ?
Es ist möglich, dass die  Dolerite  bei der Auskristallisation aus der Schmelze zahlreiche Reaktions-, Entmischungs- und Verwachsungsprozesse durchlaufen haben, wobei es zu den unterschiedlichsten  Mengenverteilungen, bzw zur Dominanz bestimmter Mineralien kam.  Das können Feldspat, Chlorit, Hornblende, Quarz, Uralit (grünlicher Amphibol) u.a. sein.  Hieraus erklärt sich die Färbung der Säulen; durch Eisen (Magnetit)  tw. gelblich bis hellgrün, durch Amphibole graugrün bis grasgrün, durch Pyroxen (Augit) schwarz bis grau, Feldspat rötlich bis fleischrot, rosa-rötlich mitv farblos durch mikrographische Verwachsungen von Feldspat und Quarz.

Fremdbestandteile
Während die flüssigen Doleritmassen durch die Damara-Gesteinsdecke drangen, rissen sie Fragmente des vorhandenen Gesteins mit sich, sogenannte Xenolithe (Fremdgesteine),  welche zum Bestandteil der Doleritsäulen wurden. Diese Xenolithe sind meist metamorphe Schiefer, Gneise, Amphibolite, Pyroxene, eisenhaltige Quarzite, Kalksílikatgesteine und Migmatite.

Vielleich hilft diese sehr, sehr vereinfachte Darstellung bei der Bestimmung, aber ohne das Gestein in der Hand gehabt zu haben und ohne seinen genauen Fundort zu kennen, ist jede Ferndiagnose mehr als ein Glücksspiel.

Gruß
collector
« Letzte Änderung: 25 Nov 07, 12:54 von Collector »

Saxifragus

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Re: Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe
« Antwort #7 am: 27 Nov 07, 07:09 »
An  Caliastos und Collector

Ich habe mich unklar ausgedrückt.
Gemeint habe ich, daß sich unter dem Begriff Basalt  diverse Vulkanite versammeln, die alle in Säulenform auftreten.  (Phonolithe, Tephrite  und Basanit kenne ich aus eigener Anschauung als Säulen). Alle drei werden auch als "Basalt" bezeichnet, vermutlich genau wegen der Säulenform. Mehr war nicht gemeint.
Saxifragus

Offline Collector

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Re: Gestein aus Swakopmund/Spitzkoppe
« Antwort #8 am: 27 Nov 07, 08:44 »
Hallo saxifragus

Das mit dem Hinweis auf den Basalt war nicht böse gemeint - dient nur der Klarstellung.  Wir tummeln uns in einem geologisch-paläontologischen Forum wie die Fische im Aquarium und werden sehr wohl und genau beobachtet.  Insofern muss man halt ab und zu mal so tun, als wenn man ein Korinthenkacker ist, aber Dinge einfach im Raum stehen lassen, würde man uns wohl bestimmt übelnehmen.

Übrigens: Auch Tephrite und Phonolithe sind keine Basalte, sondern eigenständige vulkanische Gesteine.

In diesem Sinne
Gruß
collector

 

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