ich dachte deshalb an basalt, weil dort die säulen relativ häufig sind.
Hallo
Caliastoswo bitteschön gibts häufige Basaltsäulen in der Umgebung von Swakopmund / Spitzkoppe ?
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SaxifragusCaliastos hat Recht. Basalt ist kein Oberbegriff für diverse Vulkanite. Schau mal ins Lexikon, da steht unheimlich viel drüber. Im übrigen stimme ich Dir zu: Es wäre bei jeder Art der Ferndiagnose besser oder gut, den eigentlichen Fundort zu kennen; Umgebung Swakopmund - Spitzkoppe ist so ähnlich wie Oberbayern - Stuttgart.
Welche Gesteine gibts bei Swakopmund, oder Spitzkoppe ) oder vielleicht ganz woanders ?)
Swakopmund selbst ist Teil der Namib-Wüste, bzw. der westlichen Naukluft-Wüste. Und die Naukluft besteht aus Decken metamorpher Gesteine und tw. Sedimenten, verschiedentlich intrudiert von Dolerit (Genauer: Olivin-Dolerit). Diese Dolerite sind in diesem Wüstengebiet nicht säulig. Das tw. verkarstetet Gebiet der näheren Umgebung von Swakopmund besteht aus Kalkstein und Dolomit, bei Goanikontes gibts Pyroxen und Olivin (wie Du richtig gesehen hast). Aber diese Pyroxene und Olivine sind weder 14 cm lang noch haben sie ausgeprägte Kanten und Flächen wie die abgebildeten Stücke. Ca. 55 km östlich von Swakop beginnt der metamorphe Ababis Gneiss-Granit-Komplex. 30 km nordöstlich von Swakop ist die große Rössing-Mine und nahe Swakop die Khan-Mine, aber hier metamorphe Gesteine, von Pegmatiten (Alaskite) intrudiert.
Die beiden Spitzkoppen im Damaraland sind granitische Intrusionen. Hier und in der näheren Umgebung gibts (meines Wissens) keine Basalte, Dolerite, Gabbros oder andere vulkanischen Gesteine.
Reine Basaltsäulen findest Du u.a. in den Goboboseb-Bergen, häufiger in der Umgebung des Grootbergpasses und im Kaokoveld. (die sogen. Etendeka-Decken).
So, was für für ein Gestein könnts denn sein ?
Abgesehen von den o.a. Vorkommen von (echtem) Basalt gibt es stellenweise Intrusionen von Dolerit, einem Gestein, welches ein Zwischenglied zwischen Basalt und Gabbro ist (Synonym mit Diabas). Die meisten dieser Intrusionen sind Gänge aus massivem Gestein, also keine Säulen.
Dolerit-Säulen gibts bei den "Organ Pipes" im Bereich der Quelle Twyfelfontein im südlichen Damaraland. Ca. 3 km von Twyfelfontein ist eine schmale Schlucht, darüber eine flache Stelle, die als Parkplatz genutzt wird. Von dort führen mehrere schmale Pfade zu hunderten größerer und kleinerer Dolerit-Säulen. (die größten bis 5m, die kleinsten bis 5 cm). Dieser Dolerit wurde vor etwa 120 mio Jahren intrudiert; die Säulen bildeten sich durch Schrumpfen beim Abkühlen des magmatischen Gesteins.
Woher kommen die Farben des abgebildeten Gesteins ?
Es ist möglich, dass die Dolerite bei der Auskristallisation aus der Schmelze zahlreiche Reaktions-, Entmischungs- und Verwachsungsprozesse durchlaufen haben, wobei es zu den unterschiedlichsten Mengenverteilungen, bzw zur Dominanz bestimmter Mineralien kam. Das können Feldspat, Chlorit, Hornblende, Quarz, Uralit (grünlicher Amphibol) u.a. sein. Hieraus erklärt sich die Färbung der Säulen; durch Eisen (Magnetit) tw. gelblich bis hellgrün, durch Amphibole graugrün bis grasgrün, durch Pyroxen (Augit) schwarz bis grau, Feldspat rötlich bis fleischrot, rosa-rötlich mitv farblos durch mikrographische Verwachsungen von Feldspat und Quarz.
FremdbestandteileWährend die flüssigen Doleritmassen durch die Damara-Gesteinsdecke drangen, rissen sie Fragmente des vorhandenen Gesteins mit sich, sogenannte Xenolithe (Fremdgesteine), welche zum Bestandteil der Doleritsäulen wurden. Diese Xenolithe sind meist metamorphe Schiefer, Gneise, Amphibolite, Pyroxene, eisenhaltige Quarzite, Kalksílikatgesteine und Migmatite.
Vielleich hilft diese sehr, sehr vereinfachte Darstellung bei der Bestimmung, aber ohne das Gestein in der Hand gehabt zu haben und ohne seinen genauen Fundort zu kennen, ist jede Ferndiagnose mehr als ein Glücksspiel.
Gruß
collector