Hallo,
ich will mal selbst als Betroffener und ältestes Jugendgruppenmitglied der VFMG-Bergmark-Wuppertal etwas zu diesem Problem sagen, weil ich dies etwas anders sehe :
Für den Nachwuchs wird etwas getan, nur weigern sich Kinder und Jugendliche diese Angebote anzunehmen!
Erstens muss ich uwe recht geben; viele Jugendliche, die als Kinder mit dem "Steinsammeln" angefangen haben, finden wenn sie älter werden, viele Dinge interessanter, und spätestens mit der ersten Freundin ist Schluss mit dem Hobby, egal wieviel Zeit und Taschengeld vorher darein gesteckt wurde.

Zweitens: Es liegt nicht unbedingt an den Vereinen, unsere VFMG-BG besitzt eine eigene Jugendgruppe in der der "theoretische" Teil des Hobbys anfängergerecht vermittelt wird, auch veranstalten wir Exkursionen die speziell zu Fundstellen führen, die für Kinder/Jugendliche und andere Anfänger ungefährlich und interessant sind. Wir versuchen uns auch in der Öffentlichkeit (Wuppertaler Mineralienbörse, Enneppetaler Mineralienbörse, Tag des Kindes in Wuppertal usw.) zu präsentieren, aber trotzdem lassen sich kaum Kinder und Jugendliche fürs Mineraliensammeln begeistern.

Ich vermute dass dieses Problem in erster Linie einfach an dem Überangebot an Freizeitmöglichkeiten liegt, viele Jugendliche wollen auch garnicht mehr ins Gelände oder sich bei einer Grabungsaktion "die Finger schmutzig machen". Und wenn dann auch noch Naturwissenschaften ins Spiel kommen, hört für die meisten der Spaß auf. Ich denke dass man zwar versuchen muss, dass Hobby in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, aber dass es aufgrund seiner "Anforderungen" (Geländearbeit, Dreck, Naturwissenschaften usw.) für viele Jugendliche einfach (dies ist leider so ) unattraktiv ist. Man kann nur versuchen durch die Öffentlichkeitsarbeit die Nachwuchssammler, die schon irgendwie mit dem Hobby "sympathisieren" ausfindig zu machen und an einen Verein zu binden. Es nutzt meiner Ansicht nach garnichts die Jugendlichen über Verwandte zum Sammeln zu bringen. Ich habe erlebt, dass diese Versuche nichts bringen, spätestens wenn, die Jugendlichen in die Pubertät kommen, schmeißen sie dann das Hobby aus Prinzip hin !!! Aber die Eltern sollen, wenn die Kinder ein solches Hobby besitzen dies natürlich auch fördern, dies ließe sich vermutlich schon damit erleichtern, wenn man den Eltern sagt dass die Kinder durch diese Art der Freizeitbeschäftigung, auch Wissen erwerben, welches ihnen in der Schule weiterhilft (Erdkunde, Industriegeschichte, Physik, Chemie evtl. Biologie usw.)
Auch sind die Jungendlichen heute schon relativ selbsständig, wenn sie diese Selbstständigkeit fürs Mineraliensuchen und nicht nur für Disko, Shopping und anderen Mist einsetzen würden, wären auch abgelegene bzw. unbekanntere Fundorte schnell ausfindig gemacht und aufgesucht.
@ Geomaxx:
Die Behauptung "Nachwuchs unerwünscht ! " finde ich falsch:
Ich persönlich muss sagen dass mir als Jugendlicher und schon früher als Kind auch und gerade von seiten der anderen Sammler sehr viel Starthilfe beim Einstieg in dieses Hobby gegeben wurde. Gerade in diesem Bereich der vom "Aussterben durch Nachwuchsmangel" bedroht ist, erkennen sehr viele, wie wichtig es ist, dass sich auch junge Leute dafür begeistern. Ähnliche Probleme bezüglich Verbote usw. gibt es nicht nur fürs Mineraliensuchen, auch andere Hobbys haben mit Problemen "von außen" zu kämpfen : Was für uns Mineralien/Fossiliensucher Betretungsverbote, sind z.B. für Schützenvereine die strengen Waffengesetze. Wenn man sich von diesen (wir sind ja hier in Deutschland

) Verboten abhielten ließe, wäre genaugenommen keine oder nur sehr wenige Hobbys legal möglich. Ich stelle die zugegebener maße ketzerische Behauptung auf, dass eine gegen kein (wirklich kein) einziges Gesetz vertoßendes Hobby irgendwie unmöglich ist. Hier ist es doch zum Teil sogar schon verboten einen Stein vom Weg aufzuheben !
@Grenzton
"Statusbezogene Eltern" sind eher nicht das Problem, die Kinder und Jugendlichen sind mittlerweile fast statusbezogener als die Eltern: Als ich bei der diesjährigen EN-Mineralienbörse am Steine-Waschstand half, mussten einige Eltern ihre Kinder überzeugen, dass es nicht schlimm oder ekelig ist sich dreckig zu machen. Auch sind statusbezogene Eltern eigentlich daran interessiert dass die Kinder eine sinnvolle (meist gleichzusetzen mit "lehrreiche") Freizeitbeschäftigung haben.
Zusammengefasst: Das Problem liegt in erster Linie bei den Jugendlichen selbst, wenn man auch als Jugendlicher sammeln will, ist dies möglich, die meisten Eltern hätten auch nichts dagegen, von Seiten der erwachsenen Sammler wird auch sehr viel Starthilfe geboten und Beschränkungen (zum teil noch hinderlichere) gibt es in diesm Land für fast jedes Hobby !!! Man kann die desinteressierten Shopping- und Diskokiddis ja nicht dazu verurteilen ein sinnvolles Hobby anzunehmen. Wer nicht will der hat schon !(Sorry für den Pessimismus, aber ich sehe die Sache aus meinen eigenen Erfahrungen etwas anders, als die meisten anderen hier im Forum)
Mit freundlichen Grüßen
Fabian