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Autor Thema: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel  (Gelesen 7510 mal)

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Offline Schluchti

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Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« am: 27 Apr 08, 20:40 »
Ich habe hier eine alte Stufe mit aufgeklebtem Zettel. Die Schrift ist eigentlich gut leserlich, aber trotzdem verstehe ich den letzten Zusatz nicht. Hat jemand eine Idee, was das am Ende heißen könnte? Ich lese da "b. Pech" aber das ergibt für mich keinen Sinn. 

Offline Conny3

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #1 am: 27 Apr 08, 20:44 »
Hallo Thomas,

könnte das vielleich "beim Pucher" oder so heißen. Kam da Roselith vor? Ist so eine Idee von mir.

Gruß Conny

Offline rtbstone

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #2 am: 27 Apr 08, 20:53 »
hallo
ich lese das als schneeberg bei Toelz  (Tölz)

gruß
berthold

Offline minuwe

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #3 am: 27 Apr 08, 20:56 »
Das "h" aus "Schneeberg" mit dem im letzten Wort verglichen, sieht anders aus. Könnte auch "b. Filz" also beim Filzteich heißen.

Glück Auf
Uwe

Offline smoeller

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #4 am: 27 Apr 08, 21:29 »
Hallo,

Vielleicht nicht Pech sondern Poch. Könnte eine Anspielung auf das Siebenschlehener Pochwerk sein, dass ja Co-Erz verarbeitete. Die Stufe sieht aber ansonsten sehr nach Daniel aus.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Schluchti

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #5 am: 27 Apr 08, 21:43 »
Danke schonmal für Eure Ideen!

"Puch"er glaube ich eher nicht, da ist nach meiner Kenntnis bislang noch nichts von Roselith bekannt geworden.

"Toelz" würde ich mir nicht erklären können. Die Stufe ist nach der Matrix eindeutig eine aus dem Erzgebirgischen Schneeberg.

"Filz" wäre denkbar, in der weiteren Umgebung des Filzteiches waren ja einige der alten Gruben.

Siebenschlehen mit "Poch"werk wäre auch denkbar, von dort kamen auch etliche Roselithe.

Aber beides wären irgendwie schon eher ungewöhnliche Umschreibungen. Komisch.  ???
« Letzte Änderung: 27 Apr 08, 22:21 von Schluchti »

Offline uwe

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #6 am: 28 Apr 08, 07:26 »
Ich denke auch, der ursprüngliche Zettel wurde gestutzt und es hat ursprünglich gelautet: "Pochwerk Siebenschlehen".

Uwe

Offline doberstar

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #7 am: 28 Apr 08, 07:49 »
Hallo, könnte es auch sein, daß das gute Stück auf oder in der Nähe des Grundbesitzes einer Familie/Firma  Pech gefunden wurde???
Gruß, Jörg

Offline Schluchti

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #8 am: 28 Apr 08, 09:03 »
Ich hatte auch schon daran gedacht, daß der Zettel mal beschnitten worden sein könnte. Aber dann am rechten Rand eher nicht, sonst hätte man "Schnee-" nicht an der Stelle abgetrennt.
Am unteren Rand könnte sein. Dafür spricht, daß der Schwung vom "g" bei Schneeberg" leicht abgeschnitten wirkt. Dagegen spricht aber andererseits, dass wenn man damals noch eine weitere Zeile gehabt hätte,  man nach "Poch" wohl auch einen Bindestrich gesetzt haben würde, wie bei "Schnee-". Zudem wäre nicht ganz ersichtlich, warum man dann  das Siebenschlehener Pochwerk und nicht die Grube Siebenschlehen als Fundort angibt.
 
Auf einem privaten Grundbesitz denke ich mal eher nicht. Die Roselithe kamen an der Oberfläche meines Wissens nicht vor, sondern aus dem Untertagebergbau (Teufen um ca. 150m etwa beim großen Fund von 1873) . 
« Letzte Änderung: 28 Apr 08, 09:13 von Schluchti »

Offline Stänlsucher

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #9 am: 28 Apr 08, 12:45 »
Glück Auf,
da die Co-Erze in die Pochwerke gebracht wurden und es da eine Vermischung von verschiedenen Gruben gab,wo das Co-Erz z.T. mit der Hand ausgeschlagen wurde,könnte es sein,dass die Stufe,im Haufwerk beim ausschlagen gefunden wurde.Ob es das Pochwerk "Siebenschlehen" war,wird nicht mehr nachvollziehbar sein.
Vom Aussehen würde ich Daniel oder Siebenschlehen einordnen.Von der Jahreszahl,könnte es gut hin kommen,ab 1873 wo Tröger den Roselithfund von Weisbach bestätigt bekam,wurden die Arbeiter bestimmt dazu angehalten auf dieses Mineral zu achten.Es wurde damals schon mit dem Verkauf von Roselithstufen 2898,10 Mark erzielt,eine enorme Summe!!Das sind nur meine Gedanken zu dieser Stufe ;)

Mf Glück Auf
Lutz

Offline raritätenjäger

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #10 am: 28 Apr 08, 16:40 »
Hallo,

Pech war ein bekannter Mineralienhändler anno dunnemals. Vielleicht bedeutet "b. Pech" ja, dass die Stufe "bei Pech" gekauft wurde. Der hatte sich, soweit ich weiß, auch auf Stücke aus klassischen Bergbaugebieten spezialisiert.

Gruß
Andreas

Offline anatasi

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #11 am: 28 Apr 08, 19:17 »
Hallo,
beim Vergleich der "o" und "e" in "Roselith" und "Schneeberg" scheint es mir eher Pech als Poch zu heißen. Mit der Information von Andreas gibt das dann doch einen guten Sinn!
Gruß
Helmut

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #12 am: 28 Apr 08, 19:27 »
Das könnte auch Wendwilsonit statt Roselith sein.
Der von mir analysierte Wendwilsonit von Schneeberg sah sehr ähnlich aus (rel. blaß, da nur wenig Co-haltig).
U. Kolitsch and M. Fleck (2006): Third update on compounds with kröhnkite-type chains: the crystal structure of wendwilsonite [Ca2Mg(AsO4)2•2H2O] and the new triclinic structure types of AgSc(CrO4)2•2H2O and M2Cu(Cr2O7)2•2H2O (M = Rb, Cs). Eur. J. Mineral. 18, 471-482.

Offline Schluchti

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #13 am: 28 Apr 08, 19:53 »
Herzlichen Dank für Eure regen Hinweise!  :D

Ich war heute mit der Stufe bei einem alten Sammler, der mir zu dem Etikett und der Stufe noch einiges erzählen konnte. Es handelt sich um eine Stufe aus den Beständen der HU Berlin, die dort irgendwann mal herausgetauscht wurde. Das Etikett ist eines der HU. Das vermeintliche "b." ist ein undeutliches "v." . Daraus ergibt sich dann zwanglos "v. Pech". Also hat die HU die Stufe 1881 von Pech erworben. Mit der Info von Andreas zusammengenommen ergibt das dann wirklich ein rundes Gesamtbild (vorausgesetzt Pech hat zu dieser Zeit gelebt/ gewirkt (?) ).

Zugleich konnte durch eine in jedem winzigen Detail völlig identische Vergleichsstufe der Fund der "Grube Siebenschlehen, Fröhliche Aussicht Spat, 7m über der 27 Lachter Strecke unter dem Name Jesu Stollen, bei 60m vom Adam Heber Schacht nach SO" zugeordnet werden.

Habt Ihr noch Informationen über diesen Mineralienhändler Pech?

@ Uwe: Ja, das hatte ich mir auch schon überlegt (und nicht zu hoffen gewagt), da die Kristalle im Vergleich zu anderen Schneeberger Roselithen wirklich sehr hell sind. Ich habe nochmal ein Bild angehängt. Die Kristalle sind überwiegend tafelig, und  teilwese recht langestreckt ausgebildet.  Da wird aber sicher nur eine Analyse Gewißheit bringen können, oder?
  
« Letzte Änderung: 28 Apr 08, 23:34 von Schluchti »

Offline raritätenjäger

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Re: Hilfe bei altem Schneeberger Zettel
« Antwort #14 am: 29 Apr 08, 19:26 »
Hallo,

Die Mineralienhandlung C.F. Pech befand sich in Berlin. Über die Zeit habe ich noch nix herausgefunden, aber das passt schon in die klassische "Mineraliencomptoir"-Periode zwischen 1850 und 1900.

Gruß
Andreas

 

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