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Autor Thema: Chalcedon / Serpentinit mit ? (Umwandlungsprodukt?)  (Gelesen 5771 mal)

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Offline pogo

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Hallo Mineralienfreunde,

habe ein interessantes Mitbringsel einer schon länger zurückliegenden Fahrradtour entdeckt. Der Fundort wird wohl irgendwo in der näheren Umgebung (Ostthüringen) gewesen sein. Er könnte z.B. auch von einem Bahndamm stammen, dann käme ein umliegender Diabasbruch in die engere Auswahl als Quelle.
Sieht für mich nach Chalcedon aus - zumindest der türkisfarbene Bereich, aber wenn, dann welcher? Handelt es sich um grünen Jaspis? Oder kommen auch Chrysopras und Heliotrop in Betracht?
Größe: 40 mm x 30 mm
Härte müsste zu Quarz passen.
Der türkisfarbene Bereich ist eindeutig mikrokristallin bis amorph, der grünliche Bereich eher etwas gröber.
Bild 1: Vollansicht, vorderer Bereich angeschliffen
Bild 7: Schliffbereich
Bild 8: Seitenansicht

Viele Grüße,
pogo

Offline pogo

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Re: Chalcedon
« Antwort #1 am: 08 Sep 08, 08:01 »

Schon über 100 Aufrufe ohne Antwort.
Hat denn keiner eine Idee oder einen Tip?

Grüße,
pogo

Offline heli

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Re: Chalcedon
« Antwort #2 am: 08 Sep 08, 09:38 »
Sieht mir nach einem Umwandlungsprodukt von Serpentin aus und nicht nach einem Chalcedon.

Offline schleifer

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Re: Chalcedon
« Antwort #3 am: 08 Sep 08, 10:24 »
Hallo Pogo
Wie sieht es mit der Härte aus ?
Gruß Robert

Offline trommeln

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Re: Chalcedon
« Antwort #4 am: 08 Sep 08, 12:09 »
Ich versteh nicht viel davon.. aber ich denke, wenn es in der Umgebung Achat hat, dann ist es ein Calzedon, der keine Achatstruktur hat - also Entstehung gleich wie Achat, nämlich Hohlraum ausgefüllt.. aber halt ohne Linien..  na ja.. ein Erklärungsversuch...

Offline -M-

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Re: Chalcedon
« Antwort #5 am: 08 Sep 08, 12:34 »
Hallo Pogo,
würde auch sagen,das "gelblichgrüne" sieht nach Serpentin aus ( Härte ? ).
Bei dem "türkisfarbenen" glaube ich auch nicht an Chalzedon. Antigorit kann farblich ähnlich aussehen,
hat aber i.d.R. eine nicht so homogene / reine Struktur und wäre auch dtl. weicher .
Rein optisch hätte ich evtl. an Variscit - o.ä. gedacht ... aber der paßt ja nicht wirklich zu Serpentin ...
Aber ist es denn definitiv Serpentin, kannst du das bestätigen ? Und welche Härte hat das
"türkisfarbene" denn nun genau ?

Gruß -M-

PS:  Heliotrop (dichter Chalzedon - Jaspis) ist dunkler grün, und hat rote "Flecken"
         Chrysopras ist i.d.R. nicht so dicht (optisch), und hat eine etwas andere (charakteristische) Farbe
         

Offline smoeller

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Re: Chalcedon
« Antwort #6 am: 08 Sep 08, 12:41 »
Hallo,

Härte wäre interessant.

Könnte durchaus Chalcedon sein. Chalcedon kommt in den Serpentiniten des Granulitgebirges (Callenberg, Waldheim) vor, ebenso im Diabas von Rentschmühle (habe von dort ein Stück mit recht ähnlichem Nebengestein wie das hier gezeigte). Chalcedon entsteht unter anderem aus der Kristallisation von Opal, welcher ein Zersetzungsprodukt von vulkanischen Tuffen, auch basischen Vulkaniten mit Glasanteil sein kann. Für Serpentin passt der Farbton nicht, auch das gelbgrüne könnte durchaus ein Tonmineral sein (Serpentin ist aber auch möglich, hab aber schon Halloysit ähnlicher Farbe gesehen).

Glück Auf!
Smoeller

Offline pogo

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Re: Chalcedon
« Antwort #7 am: 08 Sep 08, 13:37 »
Vielen dank für Eure bisherigen Antworten. Werde mich um eine genauere Härtebestimmung bemühen.
Alles was ich bisher sagen kann ist, dass die farblich unterschiedlichen Bereiche eine ähnliche Härte besitzen aber nicht identisch sind. Nach dem Schleifen und Polieren sind bestimmte Bereiche erhaben. Demnach sinkt die Härte von weiß über grün zu türkis (tiefste Bereiche).
Genauere Aussagen spätestens morgen

Gruß,
pogo

Offline pogo

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Re: Chalcedon
« Antwort #8 am: 09 Sep 08, 07:46 »
Hallo,

hätte einen Härtetest doch schon früher machen sollen. Die Härteunterschiede sind doch deutlicher als gedacht.
Also:
- das Messer ritzt den türkisen und grüner Bereich recht gut, den weißen nicht
- mit einer Kupfermünze können türkis und grün nicht geritzt werden (Härte 4?)
- die Strichfarbe des türkisen Bereichs ist weiß

Also doch eine Art Serpentin?

Viele Grüße,
pogo

Offline -M-

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Re: Chalcedon
« Antwort #9 am: 09 Sep 08, 14:39 »
Hallo,

Zitat: "...das Messer ritzt den türkisen und grünen Bereich recht gut ... mit einer Kupfermünze können
türkis und grün nicht geritzt werden ..."

Nehme mal an, die Kupfermünze ist in Wahrheit nur eine kupfer-haltige ... und deshalb eigentlich nicht
so gut geeignet - weil härter als reines Kupfer.
Die Härte ist dann wohl mindestens 3,5 (eher höher) und höchstens 5,5 (da recht gut ritzbar), daß ist nun
zwar noch nicht besonders genau, aber einige Sachen könnte man damit schon mal ausschließen,
z.B. Quarz / Chalcedon (6,5-7) und auch den Halloyisit (1-2).
Die Härte von Antigorit, etc. liegt normalerweise eher darunter, könnte aber evtl. gerade noch passen,
da sie abhängig von der Struktur recht stark schwanken kann.
In Anbetracht der Farbe, des Glanzes, und der Härte würde ich bei dem grünen schon am ehesten von
Serpentin ausgehen ( hast du nicht vlt. ein ähnlichen Serpentin zum Vergleich bei der Hand ? ), und wenn
man damit richtig liegen sollte, dann wird das "türkise" wohl entweder auch Serpentin, oder eines der
Folge-bildungen bei dessen Verwitterung / Umwandlung sein ...
Das Weiße dürfte, bei der Härte  Quarz sein.
Interessant wäre evtl. noch das, auf den Bildern nicht so gut zu erkennende, "schwarz-blättrige" .

Gruß -M-
 

Offline pogo

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Re: Chalcedon
« Antwort #10 am: 09 Sep 08, 16:58 »
Hallo -M-,

Danke für Deine Antwort. Habe leider kein Vergleichsstück (Serpentin) des grünen Minerals zur Hand.
Der schwarze Bereich ist wahrscheinlich mit dem grünen Bereich identisch. Der Ritzversuch ergab das gleiche Ergebnis und unterm Mikroskop hat das Ganze eine dunkelgrüne Färbung (bis ins schwarz hinein).
Ob der Bruch muschelig ist, kann man bei der Größe nicht sagen. Dazu wechseln auch die farblich unterschiedlichen Bereiche zu oft.

Gruß,
pogo

Offline -M-

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Re: Chalcedon
« Antwort #11 am: 09 Sep 08, 18:11 »
 Hallo,
das "schwarz-grüne" könnte dann entweder auch Serpentin, oder mglw. ein Pyroxen sein (woraus sich der Serpentin gebildet hat).
Ein bißchen verunsichert mich allerdings die (mutmaßlich stark Quarz-haltige) helle Matrix,  die farbliche Reinheit, und strukturelle Homogenität des "Türkisen", wobei mich die Farbe weniger stört, als die Homogenität. (kenne Antigorit aus Ungarn im selben Farbton, allerdings ist der faserig-dicht) – andererseits gibt es nat. einige dem Serpentin nahe stehende, ganz ähnliche Minerale, die man so rein optisch sowieso nicht wirklich unterscheiden kann ...
Mal sehen, was der Smoeller nun dazu meint ...

Gruß -M-


 

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