https://www.mineraliengrosshandel.comhttps://www.mineralbox.bizhttps://www.geolitho.eu/finanziell-unterstuetzen/

Autor Thema: Mineralien ohne Fundortangaben  (Gelesen 8393 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Tobi

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.327
Re: Mineralien ohne Fundortangaben
« Antwort #15 am: 07 Oct 08, 15:27 »
Nichts spricht mir im Moment mehr aus der Seele: Man erhält eine alte Sammlung mit durchaus tollen Stufen, aber in den meisten Fällen ohne Fundorte oder nur Länderangaben wie Schweiz, was im Falle eines alpinen Bergkristalles jetzt nicht sehr genau ist. Schade, schade, schade. Gut, in meinem Fall von dieser und letzter Woche war die Sammlung (inklusive Vitrinen!) ein Geschenk eines Bekannten und ich habe mich sehr gefreut, aber an Ralfs Stelle und im Falle eines Kaufes hätte ich das auch abgelehnt. Deswegen gilt z.B. für Helicat: Du selbst magst dich nicht sonderlich für die Fundorte interessieren, aber da zwangsläufig jede Mineraliensammlung (vielleicht mit Ausnahme von ein paar Markasiten oder Realgaren ;)) ihren Besitzer um ein paar tausend oder Millionen Jahre überlebt und irgendwann mal in andere Hände gelangt, wäre es unbedingt nützlich, eine ordentlich dokumentierte Sammlung inklusive der Fundorte zu erhalten.

Gruß

Offline Blackminer

  • ***
  • Beiträge: 468
Re: Mineralien ohne Fundortangaben
« Antwort #16 am: 08 Oct 08, 17:22 »
Hallo!
Ich machs mal kurz, da ich hierzu eine schöne Literaturstelle gefunden habe. Sie stammt aus J. Helms, Die Botschaft der Steine.
Glück auf!

Offline Xyrx

  • ***
  • Beiträge: 393
  • Steine sind auch irgendwie wie fühlende Wesen....
    • Edelsteinzauber
Re: Mineralien ohne Fundortangaben
« Antwort #17 am: 09 Oct 08, 17:46 »
Hallo,

sicher spielt der Fundort gerade bei seltenen oder herausragenden Stücken ein wichtige Rolle. Jedoch ist es auch "nur" interessant, Kristallformen zu sammeln, vielleicht Variationen von Fluorit. Wissenschaftlich gesehen kommt es echt auf den Fundort an, rein optisch ist es eine wunderschöne bunte Sammlung von Kristallen. Bei Mikromounts mögen schon besser genaueste GPS-Daten mit draufstehen  ;D sonst gibts ja den Fundort nicht. Dazu noch die Buddeltiefe, die Fundtemperatur und wieviel Bier schon beim Buddeln konsumiert wurde.... Nee, so weit solls nicht gehen. Ich finde bei sehr interssanten Stufen sollte der Fundort nicht auf das Land beschränkt sein, wenigstens die Region. Bei einer Typlokalität muß der Fundort so genau wie möglich angegeben werden.

Viele Grüße
Xyrx

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Mineralien ohne Fundortangaben
« Antwort #18 am: 10 Oct 08, 02:20 »
Erstmal vorweg, ich hab auch diverse Stufen, von denen ich nicht den Fundort kennen, jedenfalls nicht genau. Je nachdem, wie man den Fundort definiert, kenne ich den nämlich schon. Ich kann für jede Stufe als Fundort schonmal Planet Erde dran schreiben - stimmt 100%ig  ;) Und ob da nun "Brasilien", "China", "Deutschland" oder von mir aus auch "Halde der Grube Glücksrad, Harz, Niedersachsen, Deutschland" dran steht, gibt nicht wirklich was über den Fundort wieder, sondern grenzt diesen nur ein ! Ansich müsste man die exakten Koordinaten plus einer zusätzlichen dritten Dimension wissen, um einen wissenschaftlichen auswertbaren Fundpunkt zu haben. Damit hätte ich erstmal die exakte Position auf der Erdoberfläche sowie noch zusätzlich, wie tief die Stufe unter der Oberfläche steckte.
Klar, für viele reicht es vollkommen aus, wenn da "Grube Clara" dran steht, aber wenn hier schon mit "wissenschaftlich" angefangen wird, dann mal bitte Nägel mit Köpfen machen. Was für eine wissenschaftliche Arbeit als Fundort ausreichend ist, wäre die exakte Abbausohle sowie weitere Daten, wo genau die Stufe aus der Grube Clara abgebaut worden ist, nur so könnte man z.B. Verteilungen bestimmter Elemente in den Erzgängen ermitteln. Bei solchen Fragestellungen hilft "Grube Clara" nicht mehr als "Planet Erde". Daher ist es sicherlich keine Schande, Stufen ohne exakten Fundort in der Sammlung zu haben, sofern sie allen weiteren Ansprüchen den Sammlers gerecht werden.
Ich schlage mich nun schon seit geraumer Zeit mit einer genauen Lokalisierung der Kupfermineralisiationen auf Helgoland rum und würde gerne die exakten, absoluten Fundorte der bisher gefundenen Minerale kennen, da man hieraus sicherlich Aufschluß über die Bildung der Kupfererze erhalten würde. Leider ist das praktisch unmöglich, da Funde immer nur aus dem Brandungsgeröllen kommen und schon eine stratigrafische Einordnung fast unmöglich ist.

Offline Blackminer

  • ***
  • Beiträge: 468
Re: Mineralien ohne Fundortangaben
« Antwort #19 am: 10 Oct 08, 11:00 »
@cmd.powell
Die Cu-Mineralisation von Helgoland ist im "stino" Buntsandstein. Ich hab dort schon im Anstehenden gesammelt. Leider kommt an das Anstehende der normale Sammler nicht ran. Bei der Gelegenheit hab ich auch gleich mal die "Lange Anna" getätschelt. :)
U.U. gibt es Exkursionen zur "Langen Anna" und da brauchst du die mineralisierten Stücke nur aufheben und einpacken. Eine unempfindliche Nase muss man aber auch haben. Und v.a. Helm aufsetzen!!! manchmal fällt was von oben runter und ich meine keine Steine. ;D

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Mineralien ohne Fundortangaben
« Antwort #20 am: 11 Oct 08, 02:36 »
Danke für den Tipp, Blackminer, aber das ist für mich schon ein alter Hut. Immerhin gehen auf meine Untersuchungen über 50% der auf Helgoland bekannten Minerale sowie noch eine Hand voll neuer, noch nicht von dort Beschriebener, die ich noch untersuchen muß.
Ich war übrigens letzten Freitag bis Montag vor Ort - war richtig spaßig, da am Sonntag ein kleiner Orkan über die Insel gezogen ist und die Fähren nicht fuhren (die Manschaft wollte sich das gekotze wohl nicht antun  :P), so mussten wir bis Montag bleiben. Bei den Hotelpreisen nicht wirklich ein Vergnügen. Ist vielleicht eine neue Form der Piraterie: Die Touris auf die Insel karren und erst wieder abholen, wenn sie pleite sind *lol*. Naja, bei Windstärke 8 - 9 kann man auch nicht wirklich sammeln, da man die ganze Zeit den Helm festhalten muß. Dafür war am Montag schönstes Oktoberwetter mit fast 20° - echt verückt. Naja, die Funde halten sich in Grenzen. Neben etwas Baryt und Chrysokoll war nicht viel zu holen - also auf 2009 !

Achso, und übrigens: Die Lange Anna und die anschließenden Felsen sind zum Teil Naturschutzgebiet ! Also lieber nicht an den anstehenden Felsen rumhämmern, das könnte sehr teuer werden ! Das zerbröseln von Brandungsgeröll ist dagegen nicht verboten.