Hallo
Letztendlich geht es um die Frage, was man mit den kleinen Handgeräten misst und was es aussagt.
Die ursprüngliche Messung von seisteff erfolgt in mR/h ( die Angabe von 2R/h kommt mir komisch vor. 17520 R/a ??)
Röntgen R ist die alte Bezeichnung für
Ionendosis. Die aktuelle SI-Einheit ist Coulomb/kg. R/h ist die veraltete Bezeichnung für Ionendosisleistung.
rem ist aber die veraltete Bezeichnung der
Äquivalentdosis, die heute in der SI-Einheit Sv
Sievert angegeben wird. Diese enthält einen
Strahlungswichtungsfakor, der von der Art der Strahlung und der Teilchenenergie abhängt.
Häufig werden mR/h und mrem/h irrtümlich gleichgesetzt.
Nun ein Experiment, daß ich mit 2 russischen Geigerzählern vor einer Woche gemacht habe, um ihre Aussagekraft zu überprüfen.
BELLA zeigt µSv/h an , ANRI dagen mR/h. Zustand der Ionisationskammern natürlich unbekannt, aber immerhin frische Batterien...

23 U-mins unterschiedlicher Art, Größe und Gehalt, jedes 2 mal mit jedem Gerät gemessen. Abstand jeweils ca. 1 cm ohne Abdeckung.
Im Netz habe ich verschiedentlich Hinweise gefunden, daß man als
Näherungswert 1R = 1rem setzen könne, womit Ionendosis und Äquivalentdosis gleichgesetzt wären. Mal sehen, was dann passiert...
Wenn nach dieser Theorie R/h = rem/h ist, ist 1 mR/h = 10µSv/h.
Also habe ich die Messwerte gemittelt und auf dann auf mSv/
a Jahr! hochgerechnet. Also diese Zahleneinheit, die wir in den Nachrichten hören und die überhaupt nichts über die Strahlungsart, Energiemenge, das Isotop und seine Halbwertszeit aussagt....
(Mineralien trägt niemand ein Jahr am Körper, hier wäre µSv/h sinnvoller. )
Die errechneten Durchschnittswerte in mSv/a habe ich als Diagramm dargestellt. Dabei bin ich von einem Gerätefehler von 30% ausgegangen, was für
einfache Geräte dieser Art durchaus üblich ist.
Und siehe da : Die Verläufe zeigen zwar klare Tendenzen, korrellieren aber nicht genug, um sich auf die Messwerte zu verlassen !
FAZIT:
R und Sv lassen sich nicht direkt umrechnen.
Die Messergebnisse sind zu ungenau.
Es ist bestenfalls eine Aussage möglich im Sinne von " kein, wenig, viel, sehr viel" . Die Zahlen sind Hausnummern.
In der Messreihe sind zu viele Faktoren offensichtlich nicht berücksichtigt.
Für meinen Geschmack etwas zu viele neue Fragen als Antworten,
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Ursprünglich hatte ich versucht, für meine Geräte eine Eichkurve über die TÜV-geprüften Geigerzähler zu erstellen, die ich bei der Arbeit gelegentlich
für gereinigte Isotope verwende, bei denen ich definierte Mengen in µCu habe. Leider reagieren diese speziellen Zähler für Mineralien schlechter als für gereinigte Isotope und die Geländezähler reagieren kaum auf
32P uns
35S. Keine Eichkurve möglich. Es muss also auch Unterschiede bei den Detektoren geben.
Meine U-mins lagere ich übrigens in ihren Josie-Dosen und zusätzlich in Plexiglaskästen von 1 cm Wandstärke wie die aufgeführten Isotope.
Auch dort kommt etwa noch 50% der Strahlung der Mineralien durch. Es kann sich also unmöglich nur um Alphastrahlung handeln.
Falsch positiv anzeigen können Geigerzähler nicht.
Es wird oft vergessen, daß wir nicht mit reinen Isotopen hantieren, sondern einer ganzen Zerfallsreihe mit unterschiedlichen Zwischenprodukten.
Die dünnwandigen Josie-Dosen können bestenfalls das Radon gefangen halten, mehr aber auch nicht.
Mit meinem Beitrag geht es mir nicht um einen erhobenen Zeigefinger sondern eher darum, nicht jeden Zahlenwert blind zu glauben.
Für die Mineralien gilt kurze Handhabung, möglichst großer Abstand, Inkorporation vermeiden.
Zum Schluss noch Daten und Bilder
Gruß
Norbert