Hallo Helge,
statt dem initialen Waschgang mit Wasser würde ich bei einem bereits trockenen Stück gleich Spiritus nehmen, so bringt man von Anfang kein weiteres Wasser in die Stufe ein.
Die Wirkung des Thioglycolats basiert auf der Komplexbildung mit zahlreichen Eisenverbindungen (ausgenommen Pyrit): Die instabilen Komponenten werden damit aus der Stufe entfernt. Der gebildete Eisenkomplex ist zunächst löslich und damit aus der Stufe auswaschbar.
Schwefelliebende Bakterien mögen auch eine Rolle spielen, ihnen kann man z. B. durch Sterilisation im Backofen zu Leibe rücken. Macht aber nur Sinn, wenn man das Stück anschließend unter sterilen Bedingungen aufbewahrt oder porenversiegelt, sonst erfolgt erneut Kontamination über Berührung oder die Raumluft.
Unzufriedenheit über das erzielte Ergebnis dürfte es dann geben, wenn man das Thioglycolat-Verfahren halbherzig anwendet, also "nur ein bisschen", oder anschließend die Stufe wieder mit Wasser in Berührung kommt. Je nach Größe des Stücks und bereits vorhandener Ausblühung kann man nämlich erstaunliche Mengen der Chemikalie und Wiederholungen der Behandlungsdurchgänge benötigen. Wer hier sparen will, kann es gleich lassen. Auch wichtig im Zusammenhang mit der Aufbewahrung sulfidischer Erze ist eine wenig schwankende Luftfeuchtigkeit, die je nach Quelle 30 bis 50% nicht überschreiten soll. Das geht so weit, dass man den direkten Kontakt zu saugfähigen Aufbewahrungsbehältnissen (bspw. Pappschachteln, Holzschubladen) vermeiden sollte, da diese an den Kontaktstellen zur Stufe aus der Raumluft aufgenommene Feuchtigkeit weitergeben.
Gruß,
Rainer