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Autor Thema: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit  (Gelesen 10207 mal)

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Offline uwe

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Nach dem Verlegen einer Terasse mit Naturstein (Granit) habe ich die Fläche mit "Naturstein Fleckstopp" von Hornbach versiegelt. Es handelt sich um eine Flüssigleit mit einer Viskosität wie Wasser, welche dadurch in jede Pore dringt und zu einer gleichmäßigen Benetzung führt. Ich habe dann mal einen Test mit einer etwas anfälligen Pyritstufe gemacht und seitdem ist da erst mal Ruhe mit Ausblühungen. Die Behandlung hat weder zu einer Farbänderung, noch zu einer Verminderung des Oberflächenglanzes geführt. Nach dem Trocknen merkt man nichts mehr. Zusätzlich hat es zu einer Verfestigung der etwas porösen Stufe geführt. Laut Beschreibung ist dieses Mittel u.a. feuchtigkeitsabweisend und atmungsaktiv.

Solche Mittel gibt es sicher unter anderen Namen auch in anderen Baumärkten. Es kostet nicht die Welt und ist einen Versuch auf jeden Fall wert.

Gruß
Uwe

Offline Wegschmeißit

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #1 am: 22 Nov 11, 11:04 »
Das Thema mit der Pyritkonservierung hatten wir ja schon öfter. Vor kurzem musste ich meine Kugelpyritstufe aus Aachen
zu Grabe tragen weil der Pyrit nicht mehr zu retten war. :'(

Vielleicht hast Du ja jetzt eine gute Lösung gefunden und ich werde das auch mal ausprobieren,
damit ich nicht noch mehr Pyrite und Markasite aus meiner Sammlung entfernen muß.

Gruß Dirk

Offline Embarak

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #2 am: 22 Nov 11, 16:34 »
Hallo
Zitat
.... versiegelt. Es handelt sich um eine Flüssigkeit mit einer Viskosität wie Wasser, welche dadurch in jede Pore dringt und zu einer gleichmäßigen Benetzung führt.
Vor ein paar Tagen gab es eine Erfinder-Sendung im MDR. "Einfach-genial. Das Beste aus 2011. Die Nominierten"
Dabei auch ein Beitrag zur Versiegelung von Gestein. Habe auch darüber nachgedacht, ob das für Mineralien geeignet ist.
http://www.mdr.de/einfach-genial/artikel122730.html

Wegen der beschriebenen Konsistenz tippe ich als Hauptbestandteil auf Wasserglas.
Das Gestein soll dabei dann auch noch "atmungfähig" bleiben.
Ich bin nicht sicher, ob dabei die Säureaktivität von Markasit gestoppt wird.
Gruß
Norbert


Offline triassammler

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #3 am: 23 Nov 11, 12:16 »
Hallo,

feuchtigkeitsabweisend und atmungsaktiv.
Ein Widerspruch in sich. Entweder es ist feuchtigkeitsabweisend (worunter man auch versteht, dass kein Wasserdampf aufgenommen wird), oder es ist atmungsaktiv (d. h., nimmt auch Wasserdampf auf). Und sobald Letzteres der Fall ist, taugt es nicht für die Pyrit-/Markasitkonservierung.

Gruß,
Rainer

Ubrido

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #4 am: 23 Nov 11, 13:30 »
Hallo,

Was würde denn dannn taugen?

Gruß Udo

Offline Axinit

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #5 am: 23 Nov 11, 14:15 »
Servus,

Rainer hat natuerlich recht - es gibt kein "atmungsaktives" und gegen Wasserdampf undurchlaessiges Wundermittel aus dem Baumarkt, das zuverlaessig und langfristig die Zersetzung von Markasit unterbindet oder gar rueckgaengig macht.

Was denn taugen wuerde waere:

(1) Begasung mit Ammoniak-Dampf

oder

(2) Behandlung mit Thioglyccolat

Beide Methoden sind erprobt (auch von namhaften Museen), leider relativ aufwendig und nicht ganz umsonst in der Anwendung.

Es gab hierzu bereits eine Diskussion - ansonsten verweise den geneigten Leser auf die entsprechenden Beitraege in STEINKERN.

GA

Harald

Ubrido

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #6 am: 23 Nov 11, 15:04 »
Hallo Harald,

Verbindlichsten Dank für den hoffnungsvoll stimmenden Tip.
Denn es stimmt einen traurig zusehen zu müssen wenn sich die Stufen lansam aber sicher in Luft auflösen.

Gruß Udo

Offline Axinit

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #7 am: 23 Nov 11, 15:30 »
Servus Udo,

beide Methoden funktionieren recht gut (sowohl fuer Minerale als auch fuer verkieste Fossilien) - lies' Dir doch die recht ausfuehrlichen Betraege hier im Forum bzw. bei STEINKERN einmal durch.

Thioglycolat-Lsg. gibt es uebrigens zum (inflationsbedingt etwas, aber nicht zu sehr) ueberteuerten Sammler-Preis beim bekannten geologischen Warenhaus in Bonn.

Viel Spass beim Konservieren

Harald

Offline thothie

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #8 am: 23 Nov 11, 16:56 »
Ein unproblematisches und wirkungsvolles Hausmittel ist Haarspray, was zudem überall zu kriegen ist!

Offline Axinit

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #9 am: 23 Nov 11, 17:59 »
Ein unproblematisches und wirkungsvolles Hausmittel ist Haarspray, was zudem überall zu kriegen ist!

Es ist immer wieder schoen zu lesen, dass sich einfache Hausmittel doch den Ergebnissen umfangreicher und nachpruefbarer Untersuchungen als ueberlegen erweisen    ::). Bei fortgeschrittenem Zerfall sollte man die Stufe/das Fossil vielleicht in "Rostumwandler" oder vielleicht in Coca-Cola einlegen  ;D.

Es waere prima, wenn Du uns hier allen einmal erklaerst, wie denn Haarspray Deiner Meinung nach den Zerfall von Markasit - oder Markasit-haltigen Stufen verhindert/aufhaelt/verlangsamt. Ganz toll waere natuerlich ein kleriner Erfahrungsbericht mit Zeitangaben (Photos der Haarspraybehandlung: vorher - nachher; nach 5 Jahren ...).

Udo waere Dir sicher sehr dankbar - auch ich bin gerne bereit etwas dazuzulernen.

GA

Harald








Ubrido

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #10 am: 23 Nov 11, 18:12 »
Hallo Thomas,

Haarspray hab ich auch schon probiert.
Es hat leider nicht funktioniert.

Gruß Udo

Offline Wegschmeißit

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #11 am: 23 Nov 11, 18:12 »


Was denn taugen wuerde waere:

(1) Begasung mit Ammoniak-Dampf


Hat obendrein den netten Nebeneffekt das sämtliche Ungezieferprobleme im Haus mit einem Schlag gelöst sind!  ;D ;D

Die Geschichte mit dem Haarspray hab ich auch schon ausprobiert und bringt nix! Der Markasit glänzt halt einfach nur schöner bevor er in sich zusammenfällt!  ;D

Gruß
Dirk

Offline thothie

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #12 am: 23 Nov 11, 19:07 »
Ein unproblematisches und wirkungsvolles Hausmittel ist Haarspray, was zudem überall zu kriegen ist!

Es ist immer wieder schoen zu lesen, dass sich einfache Hausmittel doch den Ergebnissen umfangreicher und nachpruefbarer Untersuchungen als ueberlegen erweisen    ::). Bei fortgeschrittenem Zerfall sollte man die Stufe/das Fossil vielleicht in "Rostumwandler" oder vielleicht in Coca-Cola einlegen  ;D.

Es waere prima, wenn Du uns hier allen einmal erklaerst, wie denn Haarspray Deiner Meinung nach den Zerfall von Markasit - oder Markasit-haltigen Stufen verhindert/aufhaelt/verlangsamt. Ganz toll waere natuerlich ein kleriner Erfahrungsbericht mit Zeitangaben (Photos der Haarspraybehandlung: vorher - nachher; nach 5 Jahren ...).

Udo waere Dir sicher sehr dankbar - auch ich bin gerne bereit etwas dazuzulernen.

GA

Harald


Hi Harald, Du möchtest Beweise, mit Fotos und alem drumm und dran?

Ist das nicht etwas übertrieben? Hier wurde nach Tipps und Empfehlungen zur Konservierung gefragt und ich habe halt Haarspray empfohlen, weil ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht habe.
Es ist ja nicht so, dass ich hier bewußt irgend etwas empfehle und mich dabei lediglich auf Gerüchte, ob der Wirsamkeit berufe!

Mir käme so etwas nie in den Sinn, zumal ja dann die Gefahr bestehen würde, ich würde die Ruinierung einer Stufe des Ratsuchenden billigend in Kauf nehmen!

Der Vorteil von Haarspray ist der Umstand, dass es sich um einen wasserlöslichen Lacküberzug handelt, der jederzeit wieder abgewaschen werden kann, hinsichtlich seiner Eigenschaften aber genau das verhindert, was wir erreichen wollen.
Nämlich, dass Sauerstoff an die Stufe kommt und ein Oxidationzprozess in Gang gesetzt, oder fortgeführt wird.

Bei einem Einsatz von Haarspray als Konservierungsmittel ist es von großer Wichtigkeit, die Stufe vorher entsprechend zu behandeln!

D. H., sie muß gereinigt werden , wobei erst einmal schon vorhandene Ausblühungen entfernd werden müssen, Wasserreinigung, Ultraschall, dann sollte die Stufe völlig ausgetrocknet werden.

Erst dann kann eine erfolgreiche Konservierung mit Haarspray stattfinden.

Selbstverständlich kommt dabei kein hochglänzendes Haarspray zum Einsatz, sondern ein mattes!

Nun zum Beweis:

1996, also vor gut 5 Jahren habe ich einen großen verwitterten Markasitbrocken aus dem Steinbruch Rohdehaus zerschlagen und bin dabei auf eine Druse gestoßen mit 1cm großen Gipsdoppelendern und sekundären  Anglesitkristallen, die direkt auf verwittertem sphärolitischem Markasit aufgewachsen waren.

Diese Stufe habe ich formatiert auf Handstückgröße und entsprechend meiner hier abgegebenen Beschreibung mit Haarspray konserviert.

Ich hab die jetz mal rausgekramt und unterm Bino betrachtet, weil Du ja unbedingt Beweise haben willst!

Da blüht nix, die Oxidation wurde absolut erfolgreich gestoppt und die Stufe hat nach wie vor keinen unnatürlichen Glanz, wegen mattem Haarspray!

Und noch, was Harald, du wirst es kaum glauben, nach den vielen Jahren hat sich sogar der penetrante Parfümgeruch völlig verflogen.

Davon könnte ich natürlich auch eine Aufnahme machen, aber wozu, Du würdest mir doch glatt unterstellen, die hätte ich unmittelbar nach der Konservierung gemacht, oder???

LG

Thomas

der absolut nicht darauf besteht es mal mit Haarspray zu probieren.

Wer genug Geld hat, kann das gerne auch zum Fenster rausschmeißen! ;D

 

Offline uwe

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #13 am: 23 Nov 11, 19:12 »
Es ist nicht meine Absicht, über die Richtigkeit der, sicher werbewirksame Formulierung, atmungsaktiv und wasserabweisend zu diskutieren. Keiner wird gezwungen das Mittel anzuwenden. Es ist halt nur eine Empfehlung - ich bekomme keine Provision vom Hersteller.

Das Mittel enthält meiner Meinung nach kein Wasserglas. Es ist eine, vom Geruch her azetonische Lösung vermutlich eines Montanwachses, denn es steht darauf: "enthält Erdöl". Ein Netzmittel ist vermutlich beigemengt. UV-aktiv ist die Imprägnierung nicht.

Uwe

Offline Axinit

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Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
« Antwort #14 am: 23 Nov 11, 20:23 »
Servus allerseits,

jeder darf natuerlich seine Funde so "konservieren" wie sie/er kann. Es steht natuerlich auch jedem frei, seine persoenliche Loesung als die Beste anzusehen.

Ich gehoere zu den Personen, die gerne verstehen was sie machen (soweit nachvollziehbar und moeglich), so z. B. auch bei der Reinigung & Konservierung von Mineralen & Fossilien.

Offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der Zweifel bezueglich der Wirkung/Nachhaltigkeit der hier vorgeschlagenen Konservierungsmoeglichkeiten hat.  Ich glaube Dir gerne, dass Deine Stufe aus Rohdenhaus heute noch toll aussieht, aber ein gelungenes Beispiel ist alles Andere als ein Beweis.  Vielleicht waere der Markasit (wie sicher ist denn Deine Bestimmung ?) auch ohne Behandlung stabil geblieben (auch dafuer gibt es Beispiele: z.B. Markasit-Knollen aus Lixhausen im Elsass), wer weiss ?

Du bleibst uns leider auch die Erklaerung schuldig, wie Haarspray die Umwandlung von Markasit in Eisensulfat wirksam verhindert. Luft-Sauerstoff ist nicht unbedingt der einzige massgebliche Faktor, auch die Luft-Feuchtigkeit (Wasserdampf) scheint eine sehr wichtige Rolle zu spielen ... .

Wie dem auch sei, Udo sucht nach Loesungen. Wir haben alle versucht ihm nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen. Es ist nun an ihm zu entscheiden, wie er seine Stufen zu retten versucht.

In diesem Sinne: frohes und hoffentlich erfolgreiches Konservieren


Harald


P.S.: Die modernen Naturwissenschaften  (zu denen auch die Geologie, Mineralogie, Paleontologie gehoeren) unterscheiden sich vom Aberglauben u. a. dadurch, dass Versuche (unter genau bekannten Bedingungen) jederzeit und ueberall wiederholbar sind. Daher ist ein gelungener Versuch nie ein Beweis, waehrend ein einziger wiederholbarer Versuch eine ganze Theorie in Truemmer legen kann  ;D.


 

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